News

Berggottesdienste

Auch in diesem Som­mer find­en im Alp­stein und in anderen Regio­nen des Bis­tums St.Gallen zahlre­iche Berggottes­di­en­ste statt. Hier find­en Sie eine Übersicht.

(mehr …)
Sr. Rosmarie (links) und Sr. Ursula

«Der Abschied fällt nicht leicht»

Sr. Ros­marie und Sr. Ursu­la nehmen Abschied vom Kloster Rap­per­swil: Das Ange­bot «Kloster zum Mitleben» wird in diesem Som­mer eingestellt – trotz gross­er Nach­frage. Damit endet eine 23-jährige Zusam­me­nar­beit zwis­chen Men­zinger-Schwest­ern und den Kapuzinern.

Ein Som­mertag wie aus dem Bilder­buch. Die bei­den Men­zinger-Schwest­ern Ros­marie Sieber und Ursu­la Raschle set­zen sich auf die Ter­rasse des Klosters. Beim Blick auf den Zürich­see begin­nen sofort die Erin­nerun­gen an ihre Jahre im Kloster Rap­per­swil zu sprudeln. «Der Abschied fällt nicht leicht», sagt Sr. Ursu­la, gebür­tige Ostschweiz­erin, «doch jet­zt ist Zeit für etwas Neues.» Nach rund dreis­sig Jahren wird das Ange­bot «Kloster zum Mitleben» been­det. 2022 soll ein neues Ange­bot starten. «Die Ver­ant­wortlichen hät­ten es begrüsst, dass wir weit­er­hin dabei sind», hält Sr. Ursu­la fest, «aber wir haben gemerkt, dass jet­zt jün­gere Kräfte am Zug sind. Zudem schien es uns sin­nvoller, dass die Neuaus­rich­tung auch von neuen Ver­ant­wortlichen begleit­et und geprägt wird.» Auch in Zukun­ft soll das Kloster Rap­per­swil ein «Kloster zum Mitleben» sein. Das neue Konzept ist aber noch in Entwick­lung. Kün­ftig soll das Pro­jekt noch stärk­er öku­menisch aus­gerichtet sein.

Inno­v­a­tives Mod­ell
Vor 23 Jahren begann in Rap­per­swil ein inno­v­a­tives Kloster-Mod­ell: Zwei Ordens­frauen leben gemein­sam mit den Kapuzin­ern. Das war nicht nur damals ein Novum. Dieses beson­dere Mod­ell ist bis heute einzi­gar­tig in der deutschsprachi­gen Kloster­land­schaft. «Wir haben uns immer sehr wohlge­fühlt, wir erlebten das Miteinan­der wie Geschwis­ter », sagt Sr. Ros­marie. Doch wie viele Klöster wurde auch die Gemein­schaft in Rap­per­swil in den let­zten Jahren älter und klein­er. Manche Brüder zogen in andere Klöster. «Wir mussten auf­passen, nicht immer mehr in eine klas­sis­che Frauen­rolle gedrängt zu wer­den», hält Sr. Ros­marie fest, «beispiel­sweise ver­liess uns der Koch und plöt­zlich waren wir auch noch für die Küche zuständig.» 

Zeit für Gäste
Viele Suchende aus der Schweiz, aber auch aus dem benach­barten Aus­land ver­bracht­en kürzere und län­gere Aufen­thalte im Kloster Rap­per­swil. Die Men­zinger-Schwest­ern haben sie begleit­et und in den Seel­sorgege­sprächen viel über die Nöte und Sehn­süchte erfahren. «Die Nach­frage nach solchen Ange­boten ist unge­brochen», sagt Sr. Ursu­la, «für viele ist es eine ganz wichtige Erfahrung, dass jemand Zeit für sie hat und ihnen zuhört. Manche ver­standen selb­st nicht, wie gross ihr Bedürf­nis war, endlich mal alles erzählen zu kön­nen.» Es habe die bei­den über­rascht, was der Aufen­thalt im Kloster bei manchen Gästen bewirk­te und dass selb­st in der kurzen Zeit eine Verän­derung wahrnehm­bar war. Mit manchen blieben sie auch noch nach ihren Aufen­thal­ten im Kon­takt – per Mail und Tele­fon. Eines hat nicht nur die Gäste, son­dern auch die bei­den Schwest­ern immer wieder beein­druckt: «Das Kloster liegt zen­tral, ganz nah bei den Men­schen. Doch sobald man die Klostertür hin­ter sich geschlossen hat, ist man wie in ein­er anderen Welt.»

«Wir mussten auf­passen, nicht immer mehr in eine klas­sis­che Frauen­rolle gedrängt zu werden»


Neue Auf­gaben
Dem Neustart sehen die bei­den Ordens­frauen opti­mistisch ent­ge­gen. Der Ortswech­sel biete die Chance für einen klaren Bruch. Sr. Ros­marie zieht in die Zen­trale der Men­zinger-Schwest­ern in Men­zin­gen ZG. Dort soll sie Auf­gaben im Bere­ich Kom­mu­nika­tion ver­ant­worten. Sr. Ursu­la wird kün­ftig im Mari­a­heim in Ein­siedeln leben, wo sie die Leitung der Gemein­schaft übernehmen wird. Fün­fzehn Schwest­ern leben dort, einige schon hochbe­tagt. «Ich freue mich auf die Kon­tak­te mit den älteren Mitschwest­ern. Ich möchte mir Zeit für sie und ihre Lebens­geschicht­en nehmen», so
Sr. Ursu­la. «Wir lassen uns nochmals ein auf einen neuen Ort, auf eine neue Gemein­schaft und eine neue Auf­gabe – natür­lich ist das in unserem Alter auch ein Wag­nis.». In Rap­per­swil hät­ten sie ein sehr selb­st­ständi­ges und unab­hängiges Leben geführt. «Jet­zt müssen wir uns wieder mehr in die Hier­ar­chie ein­fü­gen», ist sich Sr. Ros­marie bewusst, «daran werde ich mich zunächst wieder gewöh­nen müssen.» Auch wenn vieles noch unklar sei, lassen sie sich ver­trauensvoll auf das Neue ein: «Auch die Mut­ter Bernar­da Heim­gart­ner, die Grün­derin unser­er Gemein­schaft, wagte immer wieder Auf­brüche und Neuan­fänge. Sie ist für mich ein Vor­bild, das mir Mut macht», sagt Sr. Ursu­la und Sr. Ros­marie ergänzt: «Und wir dür­fen darauf ver­trauen, dass der Heilige Geist uns unterstützt.»

Stephan Sigg

Das Leben unter die Haut gemalt

Ob ein Löwe auf dem Ober­arm, eine Trauer­wei­de auf dem Unter­schenkel oder Jesus auf dem Rück­en: Das Pfar­reifo­rum hat drei Per­so­n­en aus dem Bis­tum St.Gallen gefragt, was ihnen ihre Tätowierun­gen bedeuten und warum sie sich für diese Motive entsch­ieden haben.

(mehr …)
Jubla

Jetzt rettet die Prinzessin den Prinzen

Keine Diskri­m­inierung von Trans­gen­der und non-binären Per­so­n­en und Nein zu Geschlechterk­lis­chees. Die St.Gallerin Sil­ja Balmer (25) hat am neuen Jubla-Grund­la­gen­pa­pi­er «Gen­der» mit­gear­beit­et. Die katholis­che Kinder- und Jugen­dor­gan­i­sa­tion will damit mehr Bewusst­sein für die Geschlechter-Vielfalt schaffen.

«Wir wollen in der Jubla Kindern und Jugendlichen eine ganzheitliche Entwick­lung ermöglichen und die Entwick­lung
der Geschlecht­si­den­tität ist ein wichtiger Teil davon», sagt Sil­ja Balmer, ehe­ma­lige Scharlei­t­erin beim Blau­r­ing St.Gallen-Riethüsli. «Mir sind die The­men Gle­ich­berech­ti­gung und Vielfalt der Geschlechter­rollen per­sön­lich sehr
wichtig.» Deshalb hat es die Pflege­fach­frau sehr begrüsst, dass Jubla Schweiz im ver­gan­genen Jahr ihr Gen­der-Grund­la­gen­pa­pi­er über­ar­beit­et und die neuen wis­senschaftlichen Erken­nt­nisse aufgenom­men hat. Die Arbeits­gruppe, die das zwei­seit­ige Papi­er mit Unter­stützung von Exper­tin­nen und Experten bear­beit­ete, bestand aus zehn Jubla-Vertreterin­nen und ‑vertretern aus der ganzen Deutschschweiz. Neben Sil­ja Balmer war mit Michelle Agiatel­lo aus Eschen­bach SG eine zweite St. Gal­lerin dabei. 

«Für Jubla ist jedoch klar, nie­man­den auf sein biol­o­gis­ches Geschlecht zu reduzieren», betont Sil­ja Balmer. Wenn ein Kind oder ein Jugendlich­er* Trans­gen­der oder intergeschlechtlich (non-binär) ist, könne diese Per­son wählen, ob es sich bei Jung­wacht oder Blau­r­ing mehr zuge­hörig fühle.

Nicht nur zwei Geschlechter
Jubla ermöglicht Kindern und Jugendlichen nicht nur Gemein­schaft­ser­leb­nisse. Die Organ­i­sa­tion will auch ein Bewusst­sein für Gle­ich­berech­ti­gung ver­mit­teln und die Vielfalt der Geschlechter­rollen sicht­bar und erleb­bar machen. Das Grund­la­gen­pa­pi­er sen­si­bil­isiert dafür, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. «Es gibt Men­schen, die ihre Geschlecht­si­den­tität wed­er männlich noch weib­lich zuord­nen. Dieser Aspekt war im alten Grund­la­gen­pa­pi­er noch nicht zu find­en», so Sil­ja Balmer. In der aktu­al­isierten Ver­sion räumt Jubla selb­stkri­tisch ein, dass lokale Jubla-Ange­bote oft eine binäre Geschlechter­struk­tur wider­spiegeln. «Für Jubla ist jedoch klar, nie­man­den auf sein biol­o­gis­ches Geschlecht zu reduzieren», betont Sil­ja Balmer. Wenn ein Kind oder ein Jugendlich­er* Trans­gen­der oder intergeschlechtlich (non-binär) ist, könne diese Per­son wählen, ob es sich bei Jung­wacht oder Blau­r­ing mehr zuge­hörig fühle.

Buben kochen
Seit eh und je sind viele Ange­bote der Jubla geschlechter­ge­tren­nt. «Jung­wacht und Blau­r­ing sindin den let­zten Jahren nicht nur auf nationaler Ebene, son­dern auch in den Pfar­reien immer mehr zusam­mengewach­sen», weiss Sil­ja Balmer. Doch geschlechter­ge­tren­nte Grup­pen­stun­den sind vielerorts noch immer die Regel. Das sei auch nicht per se prob­lema­tisch. «Buben und Mäd­chen wer­den manch­mal ger­ade noch mehr mit Geschlechter­fra­gen kon­fron­tiert, wenn sie unter sich sind: Bei einem reinen Buben-Lager müssen auch die Buben Auf­gaben übernehmen, die sie son­st tra­di­tioneller­weise den Mäd­chen über­lassen wür­den wie zum Beispiel kochen und abwaschen», hält Sil­ja Balmer fest. «Bei geschlechtergemis­cht­en Lagern soll ver­mieden wer­den, dass die Buben automa­tisch die Zelte auf­bauen und alle Mäd­chen zum Blachen knüpfen eingeteilt werden.»

Stereo­type auf­brechen
Der Umgang mit Gen­der-The­men sorgt oft für kon­tro­verse Diskus­sio­nen. Doch die Rück­mel­dun­gen auf das neue Grund­la­gen­pa­pi­er seien mehrheitlich pos­i­tiv aus­ge­fall­en. «Inwiefern das Papi­er in den Scharen vor Ort the­ma­tisiert und umge­set­zt wird, hängt natür­lich von der Sen­si­bil­ität der Ver­ant­wortlichen ab. Da gibt es sich­er grosse Unter­schiede», sagt Sil­ja Balmer, «Aber das Papi­er ist ein Beitrag, damit alle das The­ma im Blick behal­ten.» In vie­len Scharen sei es schon länger Stan­dard, bei den ver­schiede­nen Anlässen und Aktiv­itäten Geschlechter­stereo­type aufzubrechen: «Das schlägt sich zum Beispiel auch auf die Lager­mot­tos nieder: Es wird darauf geachtet, dass auch weib­liche Märchen­fig­uren eine starke, aktive Rolle haben. Zum Beispiel ret­tet die Prinzessin den Prinzen und nicht umgekehrt.» In ihrer Schar gehe man sehr acht­sam mit Gen­der-The­men um. Die Jubla St.Otmar-Riethüsli set­zt unter anderem auf eine geschlechterg­erechte Sprache – in Briefen, aber auch in der mündlichen Kom­mu­nika­tion. Das Grund­la­gen­pa­pi­er wurde an der Bun­desver­samm­lung im Herb­st 2020 ver­ab­schiedet – ohne Gegenstimme.


Jubla-Haltungspapier Gender

«Wir nehmen unsere gesellschaftliche Mitver­ant­wor­tung wahr, die wir als Kinder- und Jugend­ver­band bei Geschlechterthe­men haben. Wir anerken­nen die Vielfalt von Geschlecht­si­den­titäten und machen diese Vielfalt sicht- und erleb­bar, sodass sich jede Per­son willkom­men fühlt. Wir fördern die Gle­ich­stel­lung aller Geschlechter und verurteilen jede Form von Benachteili­gung auf­grund des Geschlechts.» (aus dem Jubla-Haltungspapier«Gender»)

Zum Hal­tungspa­pi­er Gender


Text: Stephan Sigg
Bild: zvg

Jugendtreff Westhouse

Darf die Jugend Krawall machen?

Welchen Platz hat die Jugend in der Gesellschaft? Und wie ist es, während der Pan­demie jung zu sein? Darüber disku­tieren die 14-jährige Jean­nine Für­er und ihr Gross­vater Ger­hard Led­erg­er­ber im Gos­sauer Jugendtr­e­ff Westhouse.

(mehr …)
Pater Stephan Dähler

Marienburg: Adieu nach 93 Jahren

Die Tage in Thal SG sind für die Steyler Mis­sion­are gezählt: Nach 93 Jahren wer­den sie die Marien­burg aufgeben. Wie es genau mit den sieben Patres weit­erge­ht, sei noch nicht entschieden.

«Momen­tan wer­den ver­schiedene Optio­nen geprüft», sagt Pater Stephan Däh­ler. Die Her­aus­forderung sei, eine Lösung zu find­en, die sowohl für die jün­geren wie für die älteren Patres passt. Was fest­ste­ht: Der Ver­trag für das Gebäude läuft Ende Okto­ber aus (siehe Kas­ten). Auch wenn die Steyler Mis­sion­are kün­ftig keine grössere Nieder­las­sung im Bis­tum St.Gallen mehr haben wer­den, wollen sie weit­er­hin in der Seel­sorge im Bis­tum tätig sein. «Beson­ders in den Pfar­reien der Seel­sorgeein­heit Buech­berg, zu der die Marien­burg gehörte, wollen wir weit­er­hin präsent sein», betont Pater Stephan. Eine Option sei, dass die Patres kün­ftig dezen­tral in Woh­nun­gen leben. «Diese Lösung reibt sich aber mit dem Gemein­schafts­gedanken», räumt Pater Stephan ein.

Steyler Missionare verlassen die Marienburg Thal
Auf dem Gelände der Marien­burg soll neuer Wohn­raum entstehen.
Marienburg Thal
Pater Stephan Dähler
Pater Stephan Däh­ler wird auch kün­ftig als Seel­sorg­er im Bis­tum tätig sein.


Mis­sion­ar­ische Arbeit
Stephan Däh­ler, aufgewach­sen in Gais AR, ist selb­st ehe­ma­liger Schüler der Marien­burg. Heute ist der The­ologe Prov­inzial (Leit­er) der Mit­teleu­ropäis­chen Prov­inz der Steyler Mis­sion­are und pen­delt zwis­chen Wien und Thal. Auss­er im Mis­sion­shaus St.Gabriel (bei Wien), wo über 40 Mis­sion­are zusam­men­leben, gibt es in der ganzen Prov­inz ver­streute Nieder­las­sun­gen. «Auch an anderen Stan­dorten von uns in Frankre­ich, Kroa­t­ien und Öster­re­ich sind wir mit der Zukun­fts­frage beschäftigt», sagt er. Vor kurzem sei eine Nieder­las­sung bei Salzburg aufgegeben wor­den. «Man muss real­is­tisch sein: Die Zeit der grossen katholis­chen Gemein­schaften ist vor­bei», sagt er. In der Ostch­weiz seien die Steyler Mis­sion­are heute fast zu hun­dert Prozent in der Pfar­reiseel­sorge tätig. «Das ist eine Her­aus­forderung für die konkrete Gestal­tung des Gemein­schaft­slebens. Dieses ist ein wichtiger Pfeil­er für unser mis­sion­ar­isches Wirkens vor Ort.»

Marienburg Thal
Auf dem Gelände ste­hen die ältesten Mam­mut­bäume der Schweiz.

Älteste Mam­mut­bäume
Sieben Patres leben zurzeit noch in der Marien­burg, früher waren es auch schon mal über 25. Über neun­zig Jahre waren die Steyler Mis­sion­are in Thal SG präsent. 1929 kauften sie die Wein­burg und gaben ihr den Namen Marien­burg. Bis 2012 wurde die Inter­nats- und Tagess­chule von ein­er Stiftung geführt. Im Park der Marien­burg ste­ht der älteste Mam­mut­baum der Schweiz. Er wurde 1858 von der Köni­gin Vik­to­ria in Eng­land der dama­li­gen Besitzerin, dem Fürsten­haus Hohen­zoller-Sig­marin­gen geschenkt. Aus dieser Zeit stammt der Park. Aktuell ist im Gebäude des ehe­ma­li­gen Schul­be­triebes der Trägervere­in Inte­gra­tionspro­jek­te des Kan­tons St.Gallen (TISG) eingemietet welch­er darin unbe­gleit­ete min­der­jährige Asyl­be­wer­ber unter­bringt. Nun soll hier neuer Wohn­raum entste­hen. 2016 kaufte die Indus­triehold­ing Men­zi Muck Gruppe AG mit Sitz in Kriessern das Anwesen.

Am Pfin­gst­mon­tag soll der öffentliche Abschieds­gottes­di­enst mit anschliessen­dem Fest gefeiert wer­den. «Wir hof­fen, dass es bis dann trotz Coro­na-Sit­u­a­tion wieder möglich ist, mit ein­er grösseren Gemein­schaft zu feiern, sodass auch viele der ehe­ma­li­gen Marien­burg-Schü­lerin­nen und ‑Schüler dabei sein kön­nen», so Pater Stephan.

Kapelle Marienburg Thal
Kapelle der Marien­burg Thal

Prä­gend für das Bistum

Felix Bischof­berg­er, Präsi­dent des Steyler Fre­un­deskreis­es, beze­ich­net das Ende der Marien­burg als Zäsur für die Region, aber auch für das Bis­tum. «Diese Entwick­lung hat sich abgeze­ich­net, alle kon­nten sich darauf vor­bere­it­en», sagt er, «trotz­dem ist es ein emo­tionaler Moment.» Die Marien­burg habe nicht nur das Bis­tum St.Gallen, son­dern die gesamte Kirche der Deutschschweiz geprägt. «Viele ehe­ma­lige Schüler sind heute als Seel­sorg­er tätig oder engagieren sich frei­willig in ihren Pfar­reien. Und auch in vie­len Pfar­reiräten und Kirchen­ver­wal­tun­gen sind ehe­ma­lige Schüler vertreten.» Zu den ehe­ma­li­gen Schülern gehören zum Beispiel auch Bischof Markus Büchel. «Unser Vere­in hat 1300 Mit­glieder. Es wäre ein gross­er Ver­lust, dieses Net­zw­erk aus­laufen zu lassen. Wir haben uns deshalb schon vor vier Jahren bewusst dafür entsch­ieden, den Vere­in in die Zukun­ft zu führen.» Der Alum­ni-Vere­in wurde zum Steyler-Fre­un­deskreis weit­er­en­twick­elt. «Auf diese Weise soll es möglich sein, unab­hängig von der Marien­burg auch kün­ftig die wichtige Arbeit der Steyler Mis­sion­are zu unter­stützen – in der Schweiz, aber auch bei ihren zahlre­ichen Pro­jek­ten in Asien, Afri­ka und Südamerika.»

Marienburg Thal
Die Schule in der Marien­burg wurde 2012 geschlossen.
Steyler Missionare verlassen die Marienburg Thal
93 Jahre lebten die Steyler Mis­sion­are in der Marien­burg Thal
Steyler Missionare verlassen die Marienburg Thal

Text: Stephan Sigg, Bilder: Ana Kontoulis

Geht nicht, gibt’s nicht

Seit ihrer Kind­heit ist Margrit Hunold-Schoch mit der Kirche ver­bun­den – und mit Beizen. Die 58-jährige aus dem Linthge­bi­et ist 2021 die höch­ste St.Galler Katho­likin. Sie freut sich auf leb­hafte Debat­ten im Parlament.

Wie kommt es, dass man im Alter von 58 Jahren uner­wartet seine Pfer­deliebe ent­deckt? Braucht man ein «Beizen»-Gen, um in einem Casi­no zu arbeit­en? Und wie wird man poli­tisch, lernt zu disku­tieren und Lösun­gen auszuhan­deln? Margrit Hunold-Schoch ist 2021 Par­la­mentspräsi­dentin des Katholis­chen Kon­fes­sion­steils des Kan­tons St.Gallen.

Wer mit der Tscher­lerin über ihr neues Amt spricht, dem stellen sich unter anderem diese Fra­gen. Der spricht also unweiger­lich auch über eine Tier­ret­tungsak­tion der drei Töchter, einen Gross­vater mit eigen­er Wirtschaft und Eltern, die sich durch Ein­satz und Behar­rlichkeit ihre Träume erfüll­ten. «Geht nicht, gibt es nicht. So lautete ein­er der Grund­sätze meines Vaters», sagt Margrit Hunold-Schoch und erzählt, wie sehr sie die Diskus­sion­skul­tur im Par­la­ment schätzt. Seit 2007 ver­tritt sie die Region Werdenberg/Sarganserland im Par­la­ment. Dort hat sie es sich beispiel­sweise zur Auf­gabe gemacht, während der Fusion­ierung der Pfar­reien zu Seel­sorge-ein­heit­en auf aus­geglich­ene Verteilschlüs­sel zwis­chen den einzel­nen Pfar­reien zu acht­en. Als Präsi­dentin möchte sie einen lebendi­gen Führungsstil in die Ses­sio­nen brin­gen und zu Debat­ten animieren.

Von Schwest­ern inspiriert

Aufgewach­sen ist Margrit Hunold-Schoch in Schä­nis. In einem Eltern­haus, das immer auch in das kirch­liche Leben einge­bun­den war. Als Jugendliche war Margrit Hunold-Schoch unter anderem Mit­glied der Schön­stät­ter-Mäd­chen­gruppe in Quar­ten. «Die Begeg­nun­gen mit den Schön­stät­ter-Marien­schwest­ern gehörten damals für mich zu den ein­drück­lich­sten. Die Schwest­ern kon­nten mir ger­ade bei weltlichen The­men weit­er­helfen, wie ich es nie erwartet hätte. Etwa wenn meine Gefühlswelt wieder ein­mal durcheinan­derg­er­at­en war», sagt sie.

Nach Tscher­lach bei Walen­stadt zog Margrit Hunold-Schoch später zusam­men mit ihrem Mann. Dort wurde sie ange­fragt, ob sie sich zunächst als Aktu­ar­in, später als Präsi­dentin im Kirchen­ver­wal­tungsrat engagieren würde. Als die drei Töchter älter wur­den, kamen neue beru­fliche Her­aus­forderun­gen dazu. Aktuell arbeit­et sie als Per­son­allei­t­erin im Casi­no Bad Ragaz. Von dem Job erfuhr sie von einem Bekan­nten. «Er sagte zu mir, du magst doch Her­aus­forderun­gen. Und du hast eine Beziehung zum Gast­gewerbe durch deine Ver­wandtschaft. Der Job wäre wie gemacht für dich», erin­nert sich Margrit Hunold-Schoch und sagt: «Er hat­te Recht. Das Beizen-Gen habe ich schon geerbt.»

Welt voller Gegensätze

So sind es ger­ade auch die Gegen­sätze, der direk­te Kon­takt mit Men­schen, die sie faszinieren und die Kreise, die sich im Leben so oft schliessen: Die besinnliche Welt der Kirche und das bunte Treiben in der Gas­tronomie, wie sie es seit ihrer Kind­heit ken­nt, gehören für sie zusam­men. Und dann ist da noch die Geschichte mit den Pfer­den. Als ihre Töchter kür­zlich ein ver­wahrlostes Pferd ret­teten, beschloss sie spon­tan, mit dem Pferd Par­el­li-Train­ing zu besuchen. «Ich hätte nie gedacht, dass ich mich ein-mal für Pferde inter­essieren würde», sagt sie. «Doch dann erin­nerte ich mich daran, wie doch einst auch mein Vater im Mil­itär­di­enst seine Liebe zu Pfer­den ent­deckt hat­te.» (nar)

Hermann Schmelzer Rabbiner

Rabbiner Schmelzer

Rab­bin­er Her­rmann Schmelz­er stand der Jüdis­chen Gemeinde in St.Gallen über 44 Jahre als geistlich­es Ober­haupt vor. Als engagiert­er Dialog­part­ner prägte er das Miteinan­der der Reli­gio­nen in der Ostschweiz. Er starb am 30. Novem­ber in St.Gallen.

«Ich habe Rab­bin­er Schmelz­er als beein­druck­enden Botschafter des Juden­tums erlebt», sagt Eve­lyne Graf, The­olo­gin und langjährige Redak­torin des Pfar­reifo­rums. Sie begeg­nete Rab­bin­er Schmelz­er als Jour­nal­istin und als The­olo­gin, in der Ethik­gruppe des Kan­tons und als Mit­glied der Christlich-Jüdis­chen Arbeits­ge­mein­schaft St.Gallen/Ostschweiz. «Mich hat seine tiefe religiöse und human­is­tis­che Bil­dung beein­druckt.» Roland Richter, ehe­ma­liger Präsi­dent der Jüdis­chen Gemeinde St.Gallen, schreibt im Nachruf im St.Galler Tag­blatt: «Sein wach­er Geist blieb Schmelz­er bis zulet­zt erhal­ten. Er beobachtete, über­legte, notierte auf Zetteln, die er immer auf sich trug, und kom­men­tierte. (…) Gerne emp­fahl er kon­tro­verse Büch­er und freute sich auf die anschliessende Diskus­sion darüber.»

Inter­re­ligiös­er Dia­log
«Typ­isch für Rab­bin­er Schmelz­er war auch seine Fröh­lichkeit», sagt Eve­lyne Graf, «das war nichts Aufge­set­ztes, diese Fröh­lichkeit wurzelte in ein­er tiefen Gottes­beziehung.» Der Inter­re­ligiöse Dia­log sei ihm ein wichtiges Anliegen gewe­sen. Er habe inten­siv die Schriften des Islams und des Chris­ten­tums studiert, um ein Ver­ständ­nis für die Posi­tio­nen der anderen Reli­gio­nen zu bekom­men. «Das beschränk­te sich bei ihm aber nicht nur auf die abra­hami­tis­chen Reli­gio­nen, son­dern er beschäftigte sich auch mit den asi­atis­chen Religionen.»

Von Malmö nach St.Gallen
1932 in Ungarn geboren, besuchte Schmelz­er die Rab­bin­er­schule in Budapest und die Ecole Rab­binique in Paris. 1958 wurde er als Reli­gion­slehrer nach Stock­holm berufen, studierte später in Lon­don. Im schwedis­chen Malmö erhielt Schmelz­er 1962 seine Ordi­na­tion als Rab­bin­er. 1968 wurde er schliesslich nach St.Gallen berufen. «Schmelz­er hielt die kleine und bedeu­tende jüdis­che Gemeinde durch Respekt, Öff­nung, Dia­log und ange­wandtes Juden­tum zusam­men», schreibt der Jour­nal­ist Yves Kugel­mann im Nachruf im jüdis­chen Mag­a­zin «tach­les». Sein Wis­sen über die Reli­gion­s­geschichte und die hebräis­che Sprache gab er auch weit­er, viele Jahre hat­te er einen Lehrauf­trag an der Uni­ver­sität St.Gallen und war Stu­den­tenseel­sorg­er. 2012 been­dete er seine Tätigkeit als Rab­bin­er. Schmelz­er war laut «tach­les» dien­stäl­tester Schweiz­er Rabbiner.

Ein­satz für Human­ität
Schmelz­er war von Anfang an Mit­glied der Christlich-Jüdis­chen Arbeits­ge­mein­schaft St. Gallen/Ostschweiz (CJA). Der Vere­in will mit Ver­anstal­tun­gen, Infor­ma­tio­nen und Begeg­nun­gen das gegen­seit­ige Ver­ständ­nis von Chris­ten und Juden fördern. Men­schen jüdis­chen und christlichen Glaubens sollen sich mit gegen­seit­igem Ver­ständ­nis und Respekt für die andere Glaubens­ge­mein­schaft begeg­nen, gemein­same Anliegen erken­nen und sich vere­int für Human­ität, Gerechtigkeit und Frieden ein­set­zen. Der aktuelle Präsi­dent der CJA St.Gallen, Pfar­rer Andreas Schwen­den­er, traf Rab­bin­er Schmelz­er nach dessen Pen­sion­ierung oft bei Spaziergän­gen in Rot­mon­ten. «Rab­bin­er Schmelz­er war stets über­aus zurück­hal­tend, sein span­nen­des Leben in der Öff entlichkeit pub­lik zu machen», so Schwen­den­er. Als er 2018 Schmelz­er bei einem Spazier­gang
traf, kon­nte er ihn zu einem spon­ta­nen Video-Inter­view motivieren.


Schwen­den­er und Schmelz­er sprechen im Video vor allem über the­ol­o­gis­che The­men wie die geschichtliche Wende zur Säku­lar­isierung und die daraus resul­tieren­den Vor- und Nachteile für die Reli­gio­nen. «Am Schluss erzählte Her­mann Schmelz­er auch von sein­er Zeit im kom­mu­nis­tis­chen Ungarn und der Ethik eines Rab­bin­ers in schwieri­gen Zeit­en», so Schwen­den­er, «Schmelz­er wusste, was die Neuzeit für die Reli­gio­nen an Her­aus­forderun­gen gebracht hat. Und er kon­nte sich trotz­dem für das Spez­i­fi sche ein­er Reli­gion ein­set­zen, auch wenn darin vieles unzeit­gemäss und skur­ril erscheint.» Bat­ja Guggen­heim, Co-Präsi­dentin der Jüdis­chen Gemeinde St.Gallen, sagte in einem Inter­view auf kath.ch zum Tod von Rab­bin­er Schmelz­er: «Wir haben einen Gesprächspart­ner, einen Denker und Forschen­den ver­loren. Her­rmann Schmelz­er war ein Fra­gen­der, ein kri­tis­ch­er Geist, eine her­aus­fordernde Per­sön­lichkeit und eine moralis­che Instanz.»

Stephan Sigg

Andrea Stauss

Umgekehrter Adventskalender

Vom 1. Dezem­ber bis Wei­h­nacht­en täglich ein Geschenk für andere ein­pack­en. Andrea Stauss will die Idee des «umgekehrten Adventskalen­ders» in St.Gallen etablieren. In diesem Advent führt sie das Pro­jekt zum ersten Mal durch: «Mit dem umgekehrten Adventskalen­der kann man Men­schen helfen, die von Armut betrof­fen sind.» 

(mehr …)

Pfarrblatt im Bistum St.Gallen
Webergasse 9
9000 St.Gallen

T +41 71 230 05 31
info@pfarreiforum.ch