Meine Sicht: Von lauten und leisen Tönen

Vera Maria Rösch, Seel­sor­ge­rin Katho­li­sche Kirche Regi­on Rorschach

«Jauch­zet froh­lo­cket, lobprei­set die Tage» − mit gros­ser Wucht, mit Pauken und Trom­pe­ten. So beginnt das Wunder der Mensch­wer­dung bei Bach, um kurz darauf ganz zart und leise die Frage zu stel­len: «Wie soll ich dich empfan­gen und wie begegn’ dir?»

Das Weih­nachts­ge­heim­nis suchen

Diese Musik nimmt mich jedes Jahr aufs Neue mit auf die Suche nach dem Weih­nachts­ge­heim­nis, nach dem Geheim­nis dieser ­beson­de­ren Geburt. Und − sie hat zwischen all den Trom­pe­ten und Pauken, in den leisen Zwischen­tö­nen, im vorsich­ti­gen ­Tasten und Suchen, eine Antwort für mich parat:

Mit offe­nem Herzen durch die Welt

Ich möch­te mich berüh­ren lassen von dieser weih­nacht­li­chen Botschaft, möch­te mit offe­nem Herzen durch die Welt gehen. Nicht laut, aber authen­tisch, ohne Poker. Dafür mit viel Ehrlich­keit. Möch­te mich betref­fen lassen, zuhö­ren, mich dem ande­ren zumu­ten. Möch­te sagen, was ich denke, auf diplo­ma­ti­sches ­Geplän­kel verzich­ten, möch­te mich freund­lich, aber bestimmt einbrin­gen. Ehrlich zu mir und zum ande­ren. Ich möch­te verletz­lich werden und zugleich offen, wie dieses Kind in der Krippe.

Text: Vera Maria Rösch, Seel­sor­ge­rin Katho­li­sche Kirche Regi­on Rorschach

Bild: Ana Kontoulis

Veröf­fent­li­chung: 30. Novem­ber 2022

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