News

Andrea Stauss

Umgekehrter Adventskalender

Vom 1. Dezem­ber bis Wei­h­nacht­en täglich ein Geschenk für andere ein­pack­en. Andrea Stauss will die Idee des «umgekehrten Adventskalen­ders» in St.Gallen etablieren. In diesem Advent führt sie das Pro­jekt zum ersten Mal durch: «Mit dem umgekehrten Adventskalen­der kann man Men­schen helfen, die von Armut betrof­fen sind.»

(mehr …)

Versteigerung: Adventsbild

Die Rhein­taler Kün­st­lerin Pele Math­ys stellt ihr Bild, das sie für das Pfar­reifo­rum gestal­tet hat, für eine Bene­fiz-Ver­steigerung zur Ver­fü­gung. Min­dest­ge­bot: 250 Franken. Melden Sie sich mit Ihrem Gebot per E‑Mail.

Aktuelles Gebot: CHF 250.–

Ver­steigerungss­chluss: 12. Dezem­ber 2020, 23.59 Uhr. Der Erlös kommt der Car­i­tas St.Gallen-Appenzell zugute. Das Bild muss in St.Gallen abge­holt wer­den.

«Online Advents-Ticker»

In diesem Advent ist vieles anders. Die Pfar­reien und andere kirch­liche Insti­tu­tio­nen pla­nen momen­tan ver­schiedene Aktio­nen, Anlässe und Aktiv­itäten, damit sich Kinder, Jugendliche und Erwach­sene auch in diesem Jahr auf Wei­h­nacht­en ein­stim­men kön­nen. Die Pfar­reifo­rum-Redak­tion zeigt, was läuft und begleit­et Sie durch den Advent.

1. Dezem­ber: «Trotz­dem Licht» Aktio­nen in St.Gallen - ST.GALLEN

Die katholis­che Kirche im Leben­sraum St.Gallen macht auf ein­er Über­sichts-Seite auf alle Advents- und Wei­h­nacht­sange­bote in ihrem Einzugs­ge­bi­et aufmerk­sam. Zur Über­sicht

28. Novem­ber: «Von Anfra­gen über­ran­nt» — ST.GALLEN

Andrea Stauss, die in St.Gallen dieses Jahr zum ersten Mal einen «Umgekehrten Adventskalen­der» (siehe Dezem­ber-Aus­gabe Pfar­reifo­rum) lanciert, schreibt am 27. Novem­ber in ein­er E‑Mail an alle Mitwirk­enden: «Die Aktion ist auf grossen Anklang gestossen und ich wurde über­ran­nt mit Anfra­gen.» Bis 27. Novem­ber haben sich 60 Frei­willige zum Mit­machen angemeldet und «es kom­men laufend Anfra­gen rein».

Infor­ma­tio­nen zum «Umgekehrten Adventskalen­der»

27. Novem­ber: Kolum­bans Brief­tauben — RORSCHACH

«Wann haben Sie das let­zte Mal einen per­sön­lichen Post­brief geschrieben? Oder einen bekom­men?», fragt der Pfar­reirat Rorschach in seinem aktuellen Pfar­reifo­rum-Innen­teil, «In Zeit­en, in denen per­sön­liche Tre­f­fen schwierig sind, kann das Briefeschreiben nach­haltig wirken. Wir laden Sie ein, mitzu­machen, entwed­er als AbsenderIn oder Empfän­gerIn, so dass ein Dia­log entste­hen kann. Wir wer­den Sie als «Kolum­bans Brief­tauben» darin unter­stützen. Adresse und weit­ere Infor­ma­tio­nen (ssi)

25. Novem­ber: Adventsweg für Fam­i­lien — GOSSAU SG

Ein inspiri­eren­der Spazier­gang mit der Fam­i­lie: Das Kat­e­chetinnen-Team der Pfar­rei Gos­sau SG bietet für alle Inter­essierten und ganz beson­ders für Fam­i­lien einen Adventsweg im Bibel­gar­ten an. Bei unter­schiedlichen Sta­tio­nen gibt es Wis­senswertes, Kreatives und Besinnlich­es zu ent­deck­en. Per­so­n­en, die im Advent eine beson­dere Rolle spie­len wie etwa Niko­laus oder Bar­bara.

Die einzel­nen Posten sind mit einem Stern markiert und dort kön­nen über einen QR-Code mit dem Handy die Infor­ma­tio­nen bezo­gen wer­den. Alle genauen Details wer­den auf dem Fly­er ersichtlich sein, der zum Adventsweg aufliegen wird. Weit­ere Infor­ma­tio­nen (ssi)

21. Novem­ber: Was pla­nen Sie?

Hier weisen wir ab 25. Novem­ber täglich auf inter­es­sante Ange­bote hin, zeigen Schnapp­schüsse und teilen Fund­stücke sowie beson­dere Empfehlun­gen der Redak­tion. Pla­nen Sie beispiel­sweise einen Geschicht­en-Adventskalen­der auf Youtube? Über­tra­gen Sie in Ihrer Gemeinde ein wei­h­nächtlich­es Konz­ert per Stream­ing? Oder ini­ti­ieren Sie eine andere orig­inelle Adventsak­tion? Dann lassen Sie uns dies per E‑Mail wis­sen. Die Pfar­reifo­rum-Redak­tion wün­scht Ihnen allen eine besinnliche sowie stim­mungsvolle Advents- und Wei­h­nacht­szeit. (ssi)

Wie lässt sich in Zeiten von Corona und Abstandsregelungen trotz Distanz trauern? Das hat das Pfarreiforum Jacqueline Bollhalder vom Trauercafé in Gossau gefragt.

Sich umarmt fühlen

Bild: pixabay.com

Wie lässt sich in Zeiten von Corona und Abstandsregelungen trotz Distanz trauern? Das hat das Pfarreiforum Jacqueline Bollhalder vom Trauercafé in Gossau gefragt.

Tipp 1: Eigene Abschiedsfeier gestalten

Wer nicht an einem Begräb­nis teil­nehmen kann, kann stattdessen eine häus­liche Feier gestal­ten. Eine bren­nende Kerze, ein Foto oder ein Musik­stück erin­nern an die ver­stor­bene Per­son. Erkundi­gen Sie sich zudem bei der zuständi­gen Seel­sorg­erin oder dem Seel­sorg­er nach den Tex­ten, die während der Trauer­feier gele­sen wer­den. Auch Trauer­cafés und Trauertr­e­ffs bieten häu­fig Broschüren mit Gebeten, Tex­ten und Impulsen an, die durch die Trauer­phase helfen. Gedanken und Gefüh­le lassen sich dabei per What­sapp oder Tele­fon mit Ange­höri­gen und Fre­un­den teilen.

Tipp 2: Alltagsgegenstände, die durch den Tag helfen

«Neb­st spir­ituellen Tex­ten kön­nen auch ganz alltägliche Dinge Trost spenden », sagt Jacque­line Boll­halder vom Trauer­café Gos­sau. Sie nen­nt als Beispiel Glas­murmeln, die sie während eines Tre­ffs an die Teil­nehmenden verteilt hat­te. Sym­bol­isch lassen sich Gedanken und Gefüh­le, aber auch Wün­sche für die ver­stor­bene Per­son in die Murmel leg­en und in die Ver­gan­gen­heit aber auch in die Zukun­ft blick­en. «Ein Teil­nehmer erzählte mir, dass er die Murmel sei­ther immer bei sich trage und sie ihm in schwieri­gen Sit­u­a­tio­nen weit­er­helfe», sagt Jacque­line Boll­halder. Eine weit­ere Idee find­et sich auf der Home­page der Katholis­chen Kirche Luzern: Zu einem verabre­de­ten Zeit­punkt kön­nen Ange­hörige ihre Gedanken in Fed­ern, Ästchen oder dünne Zweige leg­en, diese dann dem Wind übergeben und so bewusst loslassen.

Tipp 3: Trostkissen statt Umarmungen

Nichts hil­ft in Trauer­phasen so sehr wie Umar­mungen. «Ger­ade ältere Trauernde erzählen mir, wie sehr ihnen vor allem die Umar­mungen der Grosskinder fehlen», sagt Jacque­line Boll­halder. «Kinder helfen einem gut über Trauer hin­weg, weil sie anders mit dem Tod umge­hen als Erwach­sene. Sie akzep­tieren diesen viel ein­fach­er.» Ganz auf die Enkelkinder verzicht­en müssen Sie aber auch während der Coro­na- Pan­demie nicht: Tre­f­fen Sie sich an der frischen Luft. Über die fehlende Kör­pernähe hin­weghelfen kön­nte beispiel­sweise ein Trostkissen, das Sie für sich oder für die Enkelkinder aus Klei­dungsstück­en des Ver­stor­be­nen nähen. Eine Anleitung find­et sich auf der Plat­tform «Abschied­srituale für Zuhause» unter der etwas kom­plizierten Webadresse sway.o_ce.com/ HycAcAotl6wLWXHd.

Tipp 4: Sich gemeinsam etwas gönnen

Miteinan­der essen und trinken oder sich etwas Spezielles gön­nen, das man schon lange nicht mehr gehabt hat: Auch das hil­ft laut Jacque­line Boll­halder Betro_enen über ihre Trauer hin­weg. Während der Coro­na-Zeit sind im Inter­net diverse Plat­tfor­men mit Rezep­tideen für gemein­sames Kochen per Videochat ent­standen. Zu den schön­sten Ideen gehört jene der Schweiz­er The­olo­gin Bar­bara Lehn­er. Ein­er ihrer Tipps ist, sich per Videochat zu verabre­den und dann gemein­sam ein Lieblings­menü der ver­stor­be­nen Per­son zuzu­bere­it­en und gemein­sam zu essen.

Tipp 5: Der Trauer Raum geben

«Die Licht- und Dunkel­heit-The­matik ist Teil jedes Trauer­prozess­es», sagt Jacque­line Boll­halder. «Im Trauer­café zün­den wir daher gemein­sam Kerzen für die Ver­stor­be­nen an und beten das Vaterunser. » Boll­halder emp­fiehlt, dieses Rit­u­al auch zuhause zu wieder­holen. Alter­na­tiv kön­nen Sie in die Kirche oder auf den Fried­hof gehen. In manchen Kirchen gibt es einen speziellen Bere­ich, wo an die Ver­stor­be­nen gedacht wird. Auf diese Weise kann das Trauern einen Raum find­en. (nar)

Jacque­line Boll­halder. (Bild: pd)

«Mehr Frauen ermutigen»

Bild: Regi­na Kühne

Was die neue Präsidentin Alexa Sutter mit dem Frauenbund St.Gallen-Appenzell vor hat.

Die Degersheimerin Reg­u­la Senn hat das Amt der Präsi­dentin des Katholis­chen Frauen­bun­des St.Gallen-Appenzell (KFB SGA) an Alexa Sut­ter aus Wald­kirch übergeben. Ein Gespräch über die Frauen­frage in der Katholis­chen Kirche, Frauen­förderung und wieso es gelebte Gemein­schaften braucht.  

Überalterung und Nachwuchsschwierigkeiten: Viele Vereine haben Mühe, genügend Personen zu finden, die sich engagieren. Wie zeitgemäss sind da noch Frauengemeinschaften?

Reg­u­la Senn: Generell würde ich das mit der Über­al­terung und den Nach­wuchss­chwierigkeit­en so nicht sagen. Denn in Bezug auf die Frauenge­mein­schaften ist es stark region­s­ab­hängig, wie viele Per­so­n­en sich engagieren. Ger­ade in ländlichen Gegen­den gibt es viele Frauenge­mein­schaften, bei denen es bezüglich Mit­gliedern sehr gut läuft. Natür­lich haben sich die Pri­or­itäten und unsere Ange­bote etwas ver­lagert. Aber nach wie vor sind die Frauenge­mein­schaften Orte der gelebten Gemein­schaft.  

Alexa Sut­ter: Ausser­dem stellen wir fest, dass viele Frauen bere­it sind, sich pro­jek­t­be­zo­gen zu engagieren. Da lassen sich genü­gend Per­so­n­en find­en. Schwieriger ist es, wenn es um ein langfristiges Engage­ment oder um die Über­nahme eines Amtes geht. Frauenge­mein­schaften sind aber nach wie vor wichtig, ger­ade wenn es um die soziale Ver­net­zung geht.  

Reg­u­la Senn: Das ist ein wichtiger Punkt. Viele Frauen haben heute neb­st Beruf- und Fam­i­lien­ar­beit kaum Zeit für sich selb­st. An Tre­f­fen in den Ortsvere­inen oder Fach­ta­gun­gen, die wir seit­ens des Ver­ban­des organ­isieren, kön­nen Frauen ein­mal bewusst etwas nur für sich tun. Gelebte Gemein­schaft heisst aber auch, dass alle mitein­be­zo­gen wer­den, wenn sie möcht­en. Ger­ade auch für Witwen und Alle­in­ste­hende ist das ein wichtiges Ange­bot.  

Wie kamen Sie selbst zum Frauenbund?

Alexa Sut­ter: Ich zog als junge Mut­ter nach Wald­kirch und suchte nach Möglichkeit­en, mich im Ort zu ver­net­zen. In der lokalen Frauenge­mein­schaft engagierte ich mich, wurde deren Präsi­dentin und lernte so die kan­tonale Ebene, den Frauen­bund (KFB SGA) ken­nen. Dort wurde ich zunächst Region­alvertreterin für die Regio­nen Gos­sau, St.Gallen, Alt­toggen­burg und Wil, danach Vizepräsi­dentin des Kan­ton­alver­ban­des.

Reg­u­la Senn: In unser­er Fam­i­lie war das Tra­di­tion, als Zeichen der gelebten Frauen­sol­i­dar­ität. Bere­its meine Gross­mut­ter war Einzelmit­glied. Als Einzelmit­glied besuchte ich die Tagun­gen des Frauen­bun­des und lernte so den Vor­stand ken­nen. Ich kam als Quere­in­steigerin in den Kan­ton­alvor­stand. 2011 wurde ich Vizepräsi­dentin, vier Jahre später Präsi­dentin.  

Was will der Frauenbund SGA für die Frauen in der katholischen Kirche erreichen?

Reg­u­la Senn: Da möchte ich das Pro­jekt «Kirche mit* den Frauen» nen­nen, das wir unter­stützen. Dieses set­zt sich seit 2014 dafür ein, dass Män­ner der Kirche in Zukun­ft nicht mehr ohne Frauen über deren Stel­lung, Rolle und Funk­tion berat­en und über die Belange der Kirche entschei­den. Die Grund­lage dafür ist im Bis­tum St.Gallen gut. Mit dem Bis­tum sind wir im Dia­log und ver­ste­hen uns als Part­ner.  

Alexa Sut­ter: Wir haben einen «guten Draht» zu Bischof Markus, und freuen uns auf die jährlichen Tre­f­fen. Bischof Markus ste­ht der Frauen­frage offen gegenüber. Wäre es anders, hätte ich Mühe. Damit sich etwas bewegt, ist es aber wichtig, dass wir es seit­ens des Ver­ban­des schaf­fen, noch mehr Frauen in Entschei­dungspo­si­tio­nen zu brin­gen. Eine gute Entwick­lung ist, dass im Sep­tem­ber erst­mals eine Del­e­ga­tion des Frauen­bun­des zu einem Gespräch mit der Schweiz­er Bischof­skon­ferenz ein­ge­laden war, um über den «Weg zur Erneuerung der Kirche» zu disku­tieren. Dies sind zielführende Schritte.  

Damit sprechen Sie die Ziele an, die Sie sich als neue Präsidentin gesteckt haben?

Alexa Sut­ter: Ja. Ich kön­nte mir gut vorstellen, dass wir unseren Ver­band noch etwas poli­tis­ch­er aus­richt­en. Wir kön­nen Frauen ger­ade im Vor­feld von Wahlen ermuti­gen. Es muss mehr Raum für Frauen geben, in denen sie etwa an Podi­ums­diskus­sio­nen zu Wort kom­men. Weit­ere Ziele sind, die Ver­net­zung zu unseren Frauenge­mein­schaften zu pfle­gen sowie gemein­same Aktiv­itäten mit anderen Organ­i­sa­tio­nen durchzuführen. Unser Kan­ton­alver­band muss attrak­tiv sein und bleiben, damit sich die vie­len Einzelmit­glieder mit uns iden­ti­fizieren kön­nen.  

Regula Senn, was war die grösste Veränderung während Ihrer präsidialen Amtszeit?

Reg­u­la Senn: Das war die Statuten­re­vi­sion im Jahr 2017. Wir haben die Organ­i­sa­tion extrem ver­schlankt, so dass wir viel effzien­ter arbeit­en kön­nen. Nun kön­nen wir die ver­schiede­nen Geschäfte direkt im Gremi­um des Kan­ton­alvor­standes behan­deln und ver­ab­schieden. Generell war es mir wichtig, die Arbeits­be­din­gun­gen beim Frauen­bund im Span­nungs­feld zwis­chen ehre­namtlich­er und bezahlter Mitar­beit weit­er zu entwick­eln. Längst kann beim Katholis­chen Frauen­bund St.Gallen-Appenzell nicht mehr alles im Ehre­namt erledigt wer­den. (nar)

Papst-Schreiben: «Fratelli tutti»

Am 4. Okto­ber hat Papst Franziskus seine Sozial-Enzyk­li­ka «Fratel­li tut­ti» veröf­fentlicht. Darin macht er sich stark für eine neue Wirtschaft­sor­d­nung: «Wir sitzen alle im gle­ichen Boot».

Enzyk­li­ka im Wort­laut

Das Schreiben ist auch in Buch­form im Herder Ver­lag erschienen: Gebun­den 256 Seit­en ISBN: 978–3‑451–39013‑5, im Buch­han­del erhältlich

Eine Über­sicht auf die Reak­tio­nen auf die Enzyk­li­ka ist in der Novem­ber-Aus­gabe zu find­en.

«Mitgeschöpflichkeit fördern»

Am 4. Okto­ber wird in Roman­shorn die Ini­tia­tive «Tier­fre­undliche Kirche» lanciert. Mit der Unterze­ich­nung ein­er Selb­stverpflich­tung kön­nen sich Pfar­reien und andere kirch­liche Insti­tu­tio­nen kün­ftig verpflicht­en, sich für das Wohl und die Würde der Kühe, Vögel und Bienen einzuset­zen. Der öku­menis­che Arbeit­skreis Kirche und Tier (AKUT) hofft, dass durch diese Ini­tia­tive der respek­tvolle Umgang mit Tieren wächst.

Frau Schnei­der, warum lancieren Sie die Ini­tia­tive «Tier­fre­undliche Kirche»?

Eve­line Schnei­der Kayasseh: «Wir Men­schen ste­hen heute vor der grundle­gen­den Her­aus­forderung, das Zusam­men­leben mit den Tieren zu über­denken und uns einen lebens­fre­undlicheren und gerechteren Umgang mit ihnen anzueignen. Tiere sind Indi­viduen mit Selb­stzweck, unab­hängig von einem Nutzen für den Men­schen. Auch in der Kirche braucht es ein neues Bewusst­sein für den Eigen­wert der Tiere als unsere Mit­geschöpfe. Die christliche Ver­ant­wor­tung muss so ver­standen wer­den, dass sie sich auf die gesamte Schöp­fung erstreckt. Pfar­reien, Kirchge­mein­den und andere kirch­liche Insti­tu­tio­nen, die sich für Ökolo­gie ein­set­zen, kön­nen sich bish­er mit dem Label »Grün­er Güggel« zer­ti­fizieren lassen. Die Selb­stverpflich­tung für eine tier­fre­undliche Kirche rückt nun ergänzend auch das Tier geziel­ter in den Fokus.»

Wann ist denn eine Pfar­rei tier­fre­undlich?

«Ein mit­füh­len­der und rück­sichtsvoller Umgang mit Tieren zeigt sich auf ver­schiedene Arten: Wer­den auf kirch­lichen Grund­stück­en Leben­sräume für Tiere geschaf­fen – wie zum Beispiel durch Anbrin­gen von Nistkästen für Vögel? Wer­den ver­mehrt veg­e­tarische oder veg­ane Apéros ange­boten? Kom­men Tiere im kirch­lichen Leben und Denken vor? Mit der Unterze­ich­nung der Selb­stverpflich­tung wird ein Prozess in Gang geset­zt, bei dem kon­tinuier­lich Umset­zungs­mass­nah-men für die Grund­sätze zur Tier­fre­undlichkeit getrof­fen wer­den. Ide­al wäre, wenn in den Pfar­reien eine Kom­mis­sion oder ein Team für dieses Anliegen gegrün­det würde. Das sorgt dafür, dass das The­ma im Fokus bleibt.»

Aber genau­so wichtig ist es, dass Tiere all­ge­mein häu­figer in der Liturgie und im kirch­lichen Denken vorkom­men.

Eve­line Schnei­der

Tierseg­nun­gen gibt es inzwis­chen in vie­len Pfar­reien. Braucht es noch mehr von diesen Ange­boten?

«Tierseg­nun­gen oder andere litur­gis­che Ange­bote mit unseren Mit­geschöpfen begrüssen wir sehr. Aber genau­so wichtig ist es, dass Tiere all­ge­mein häu­figer in der Liturgie und im kirch­lichen Denken vorkom­men. Wenn sie zum Beispiel in den Gebeten oder in der Predigt erwäh­nt wer­den, wird ein Bewusst­sein für Tiere gefördert. Es geht dabei auch darum, die Ambivalenz sicht­bar zu machen: Auf der einen Seite die grosse Liebe zu Katzen und Hun­den, auf der anderen Seite das Leid der Nutztiere. Die Kirchen haben hier eine beson­dere Ver­ant­wor­tung: Sie ver­mit­teln Werte und leben sie vor. Dadurch kön­nen sie in der Gesellschaft als Mul­ti­p­lika­toren für dieses über­aus wichtige Anliegen wirken.»

Wie viele Pfar­reien haben schon Inter­esse an der Selb­stverpflich­tung angemeldet?

«Wir ste­hen am Anfang und gehen erst am 4. Okto­ber in Roman­shorn mit unser­er Ini­tia­tive oziell an die Öffentlichkeit. Der dor­ti­gen ehe­ma­li­gen Gemein­delei­t­erin Gaby Zim­mer­mann ist die Schöp­fungsver­ant­wor­tung ein wichtiges Anliegen. Wir wollen danach aktiv auf Pfar­reien und andere kirch­liche Insti­tu­tio­nen zuge­hen. Wir möcht­en sie auch motivieren, kün­ftig den 4. Okto­ber – den Gedenk­tag des Heili­gen Franz von Assisi – alljährlich als Impul­stag für die Ver­ant­wor­tung für die Tiere mit einem Gottes­di­enst oder Bil­dungsver­anstal­tun­gen zu feiern.»

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: www.tierfreundlichekirche.ch

Stephan Sigg

Hellebarden in «Tippilzou»

Ehe­ma­lige Schweiz­er­gardis­ten tre­f­fen sich im Rhein­tal

Hun­dert ehe­ma­lige Schweiz­er­gardis­ten tre­f­fen sich am zweit­en Sep­tem­ber-Woch­enende in Diepold­sau. «Diese Tagung ist auch eine Chance, bei jun­gen Män­nern das Inter­esse an der Schweiz­er­garde zu weck­en», sagt OK-Präsi­dent Ralph Lehn­er (33), «von meinem Dienst in Rom prof­i­tiere ich noch heute.»

«Aus der Pfar­rei Diepold­sau haben sich in jün­ger­er Ver­gan­gen­heit über­durch­schnit­tlich viele Män­ner für den Dienst in der Schweiz­er­garde entsch­ieden», so der gebür­tige Diepold­sauer Ralph Lehn­er. Deshalb habe sich «Tip­pil­zou» ger­adezu als Aus­tra­gung­sort für die Tagung ange­boten. Die Mitwirk­enden für das OK waren schnell gefun­den – es sind vier weit­ere ehe­ma­lige Diepold­sauer Gardis­ten und ein Gardist, der eine Diepold­sauerin geheiratet hat und deshalb ins Rhein­tal gezo­gen ist.


Offen­heit gel­ernt
Ralph Lehn­er, der heute als Stan­dort­förder­er des Kan­tons AR tätig ist, diente von 2007 bis 2009 in der Schweiz­er­garde. Die Kam­er­ad­schaft in der Garde habe ihn geprägt. Man eigne sich viele «Soft­skills» an, die einem pri­vat und beru­flich zugutekä­men. «Und bei den Wach­di­en­sten lernt man natür­lich auch den Umgang mit Ungeduld», merkt er lächel­nd an. «Mich hat damals die Vielfalt der Kul­turen und der Sprachen sehr beein­druckt, ich bin dadurch oener gewor­den.» Ihn selb­st zieht es bis heute immer wieder mal nach Rom. In seinem pri­vat­en und beru­flichen Umfeld werde er um «Geheimtipps» gefragt, wenn jemand eine Rom-Reise plant. «All­ge­meine Tipps sind schw­er, das hängt vom Inter­esse der jew­eili­gen Per­son ab», so der ehe­ma­lige Gardist, «aber es emp­fiehlt sich, den Peters­dom gle­ich am frühen Mor­gen zu besuchen. Da ist es noch ruhig.»

Mehr als Nos­tal­gie
Einige Kon­tak­te, die er in Rom und im Vatikan geknüpft hat­te, beste­hen bis heute. «Unsere Ehe­ma­li­gen-Tagun­gen sind wie ein Klassen­tr­e­f­fen und sich­er ein Stück weit auch von Nos­tal­gie geprägt», sagt Ralph Lehn­er, «wir sehen diese Tagun­gen aber auch als Chance, sicht­bar zu sein.» Die Schweiz­er­garde ver­sucht heute mit ver­schiede­nen Werbe­mass­nah­men, junge Män­ner für den Dienst im Vatikan zu motivieren. «Wichtig ist, dass man Jugendliche schon früh darauf aufmerk­sam macht», ist Ralph Lehn­er
überzeugt. Dies kön­nte auch der Grund sein, warum Diepold­sau in den let­zten zehn, zwanzig Jahren ver­glichen mit anderen Pfar­reien in der Ostschweiz über­durch­schnit­tlich viele Gardis­ten her­vorge­bracht habe. «Die meis­ten waren mit einem Gardis­ten ver­wandt, kan­nten einen per­sön­lich oder lern­ten die Schweiz­er­garde bei ein­er Min­is­tran­ten-Reise nach Rom ken­nen.»


Zurück ins Rhein­tal
Seinen Diepold­sauer OK-Kol­le­gen und ihm liege bei der Tagung im Rhein­tal aber auch noch etwas Anderes am Herzen: «Wir wollen unseren ehe­ma­li­gen Kam­er­aden zeigen, wie schön Diepold­sau und Umge­bung ist.» Auf dem Tagung­spro­gramm ste­ht unter anderem eine Fahrt mit dem Rhy­bähn­li bis zur Rhein­mün­dung. Auch Ralph Lehn­er kann nicht ohne Rhein­tal sein: Nach­dem er mehrere Jahre in Goss au gelebt hat, zieht er im Herb­st mit sein­er Fam­i­lie zurück nach Diepold­sau.

Stephan Sigg

Web­site Ehe­ma­li­gen-Tre­f­fen Schweiz­er­garde in Diepold­sau

Brigitta Walpen und Theresia Weyerman leiten neu das "Haus der Stille"

Auszeit im Neckertal

Eine kleine Pen­sion mit spir­ituellem Charak­ter: So beschreiben There­sia Wey­er­mann und Brigit­ta Walpen das Haus der Stille. Seit Feb­ru­ar führen die bei­den die Unterkun­ft im ehe­ma­li­gen Kloster mit­ten in St. Peterzell.

Ins Haus der Stille geht, wer für ein paar Tage abschal­ten, medi­tieren und zur eige­nen Mitte find­en möchte. Das Gäste­haus hat vier Zim­mer. «Der Vorteil dieser Grösse ist, dass wir auf die indi­vidu­ellen Bedürfnisse der einzel­nen Gäste einge­hen kön­nen», sagt There­sia Wey­er­mann. Sie bietet im Haus der Stille ver­schiedene Exerz­i­tien­wochen an. Brigit­ta Walpen lädt Inter­essierte zu Feldenkraiskursen ein. «An welchen Ange­boten jemand teil­nehmen möchte, ste­ht allen Gästen frei», sagt Brigit­ta Walpen und fügt an: «Auch welch­er Reli­gion jemand ange­hört oder ob er oder sie kon­fes­sion­s­los ist, spielt keine Rolle. Wir fra­gen nicht danach.»

Langersehn­ter Traum

Zwei Jahre stand das Haus der Stille leer. Davor leit­eten dieses die Men­zinger Schwest­ern Paula Gasser und Vreni Büchel, bis sie in Pen­sion gin­gen. Brigit­ta Walpen kan­nte das Haus von einem Aufen­thalt vor vier Jahren. Bere­its damals waren die bei­den Schwest­ern auf der Suche nach ein­er Nach­folge. Brigit­ta Walpen inter­essierte sich für diese Auf­gabe, merk­te aber schnell, dass sie eine zweite Per­son für die Führung des Haus­es brauchen würde. Mit There­sia Wey­er­mann fand sie schliesslich eine Ver­bün­dete. Die bei­den Frauen hat­ten sich an ein­er Beerdi­gung im Kloster Namen Jesu in Solothurn ken­nen­gel­ernt und waren in losem Kon­takt geblieben. Nach einem gemein­samen Besuch in St. Peterzell beschlossen Brigit­ta Walpen und There­sia Wey­er­mann, sich beim Kirchen­ver­wal­tungsrat für die Hausleitung zu bewer­ben.

Fast schön­er als im Bern­bi­et

Ein halbes Jahr ist der Umzug von There­sia Wey­er­mann und Brigit­ta Walpen ins Haus der Stille nun her. Ihr Wag­nis bereut haben die bei­den nicht. Im Gegen­teil: Obwohl Brigit­ta Walpen und There­sia Wey­er­mann ihre Fam­i­lie und ihren Bekan­ntenkreis in Bern respek­tive im solothur­nischen Schö­nen­werd zurück­ge­lassen haben, fühlen sich die bei­den im Neck­er­tal wie zu Hause. «Mir gefällt es hier beina­he bess­er als im Bern­bi­et», sagt Brigit­ta Walpen und erzählt, wie sie während der kar­gen Win­ter­monate nach St. Peterzell zog und wenige Wochen später miter­lebte, wie die ganze Natur auf­blühte. Auch die Dorf­be­wohner­in­nen und ‑bewohn­er hät­ten sie her­zlich emp­fan­gen. «Das Klis­chee der ver­schlosse­nen Dör­fler stimmt ganz und gar nicht. Alle freuten sich, dass ins Haus der Stille wieder Leben zurück­gekehrt ist», sagt There­sia Wey­er­mann.

Dass die Wieder­eröfl­nung vom Haus der Stille mit der Ver­bre­itung des Coro­n­avirus und dem Lock­down zusam­men­fiel, emp­fan­den die bei­den nicht als Dämpfer. So nutzten sie die Wochen während des Lock­downs, um sich einzuleben. Sie beschlossen, den Tag in gemein­sames Medi­tieren am Mor­gen und am Abend einzu­bet­ten, was sie auch in Zukun­ft so beibehal­ten wer­den. Hinzu kom­men die gemein­samen Mahlzeit­en. Die übrige Zeit ste­ht für die indi­vidu­ellen Auf­gaben zur Ver­fü­gung.

Ent­lang des Neck­ers

Nur wenn alle vier Zim­mer im Haus der Stille ständig belegt wären, kön­nten sich There­sia Wey­er­mann und Brigit­ta Walpen zwei Löhne aus­bezahlen. Die 61-Jährige There­sia Wey­er­mann arbeit­et daher zudem Teilzeit in der Altenpflege. Brigit­ta Walpen ist seit einem Jahr pen­sion­iert. Aus­gle­ich und Ruhe zu ihren Auf­gaben im Haus der Stille find­en die bei­den selb­st in der Natur der näheren Umge­bung.

«Man braucht nur über die Strasse zu gehen und rechts abzu­biegen, schon ist man auf dem Rundweg dem Neck­er ent­lang», sagt Brigit­ta Walpen. There­sia Wey­er­mann fügt an: «Ausser­dem ist man mit dem öffentlichen Verkehr von St. Peterzell aus inner­halb ein­er Stunde fast über­all. Viele Besucherin­nen und Besuch­er sind erstaunt, wie gut erschlossen und abgele­gen zugle­ich das Haus der Stille liegt.» (nar)

Sandro Koch

«Die Existenzgrundlage brach weg»

Sar­ganser absolviert Spi­tal­prak­tikum in Buenos Aires

Der 26-jährige San­dro Koch aus Sar­gans will Pater wer­den und absolviert sein Noviziat in Argen­tinien. Ger­ade als die Coro­na-Pan­demie Südameri­ka erre­ichte, begann er ein Spi­tal­prak­tikum als Hil­f­spfleger in Buenos Aires.

«Mein Prak­tikum hat kurz vor den ersten Covid19-Fällen in Südameri­ka begonnen, ich habe die ver­schiede­nen Phasen der Pan­demie haut­nah miter­lebt», erzählt San­dro Koch. Als Hil­f­spfleger ist er im öffentlichen Spi­tal von Mar del Pla­ta im Süden von Buenos Aires im Ein­satz. «Unser All­t­ag war und ist weit­er­hin sehr durch die Pan­demie eingeschränkt. Bis Mitte Juni war es uns nicht erlaubt für einen Spazier­gang aus dem Haus zu gehen. Aus­flüge, Mess­be­suche, Ver­weilen am Strand und viele andere Freizeitbeschäf­ti­gun­gen in der Stadt sind nicht möglich. Zumin­d­est darf man sich nun hier in Mar del Pla­ta wieder zu Fuss ohne Ein­schränkun­gen – auss­er dem Tra­gen des Mund­schutzes – frei bewe­gen.» Das Land zu ent­deck­en oder Aus­flüge zu machen, sei weit­er­hin nicht möglich. «Nicht nur die Lan­des­gren­zen bleiben vor­erst geschlossen, son­dern auch der Verkehr zwis­chen den Prov­inzen und Städten ist stark eingeschränkt.»

Krisen­er­probt

Der Sar­ganser erlebe Argen­tinien momen­tan als ein Land, welch­es sich ein­er­seits der Gren­zen der Gesund­heitsin­fra­struk­tur bewusst sei und sich deshalb an die stren­gen Hygien­e­mass­nah­men halte, «ander­er­seits aber schon seit eini­gen Wochen langsam der Quar­an­täne müde wird und sich nach der Nor­mal­ität sehnt». «Dazu kommt die schwierige wirtschaftliche Lage, die viele Fam­i­lien belastet», hält San­dro Koch fest. «Die Men­schen in Argen­tinien sind aber Krisen­er­probt und dadurch vielle­icht etwas bess­er auf solche Momente vor­bere­it­et als wir in Europa.»

Ver­al­tete Infra­struk­tur

San­dro Koch bekommt bei seinem Prak­tikum im Spi­tal unmit­tel­bar mit, wie das öffentliche Gesund­heitssys­tem in Argen­tinien an ver­al­teter Infra­struk­tur und zum Teil auch an Mate­rial­man­gel lei­det. «Deshalb war vor allem zu Beginn der Pan­demie die Stim­mung anges­pan­nt und viele Pflegerin­nen waren sehr besorgt und unsich­er, weil sie schnell erkan­nten, dass das Gesund­heitssys­tem für eine Pan­demie dieses Aus­mass­es nur schlecht vor­bere­it­et war.» Schrit­tweise seien die Hygien­e­mass­nah­men im Spi­tal ver­schärft und laufend der Sit­u­a­tion angepasst wor­den. «Da in Mar del Pla­ta sich die Fal­lzahlen im niedri­gen ein­stel­li­gen Bere­ich belaufen und diese Patien­ten alle entwed­er zu Hause oder in pri­vat­en Kliniken der Stadt unterge­bracht wur­den, kam das öffentliche Spi­tal bis jet­zt noch ohne internierte Fälle davon. Man ist selb­stver­ständlich weit­er­hin vor­sichtig, doch die grosse Anspan­nung hat merk­lich abgenom­men.»

Ungewis­sheit

«Über 90 Prozent der Covid19-Fälle in Argen­tinien wur­den bis jet­zt im Gross­raum Buenos Aires reg­istri­ert», so San­dro Koch, «deshalb traf es die Men­schen hier am härtesten. Durch die lange, bisweilen sehr strenge Quar­an­täneregelung brach vie­len, vor allem armen Men­schen, die Exis­ten­z­grund­lage weg. Diese Per­so­n­en und Fam­i­lien leben meist von der Hand in den Mund – sie leben von dem, was sie am Tag auf der Strasse verkaufen.» Während der Quar­an­täne sei diese Einkom­men­squelle fast ersat­z­los wegge­fall­en. «Auch für den Mit­tel­stand – und ich würde sog­ar sagen für die Ober­schicht – ist diese Zeit mit Ent­behrun­gen und Ungewis­sheit ver­bun­den. Denn neb­st der Pan­demie dro­ht Argen­tinien nach wie vor die Gefahr des Staats­bankrotts.»

Paraguay und Chile

Eine vorzeit­ige Rück­kehr in die Schweiz sei für den 26-Jähri­gen The­olo­gen nie ein The­ma gewe­sen: «Trotz allem habe ich mir hier immer sehr sich­er und in ein gutes soziales Umfeld einge­bet­tet gefühlt.» Wenn alles nach Plan läuft, wird San­dro Koch Mitte August nach Paraguay reisen, wo er das let­zte Semes­ter des Noviziats absolvieren wird. «Danach geht es nach einem Ferien­aufen­thalt in der Schweiz für eine Ver­tiefung mein­er the­ol­o­gis­chen Stu­di­en nach Chile. Ich darf diesen span­nen­den Kon­ti­nent also noch etwas weit­er und ver­tiefter ken­nen­ler­nen.»

Stephan Sigg

San­dro Koch (ganz rechts) absolviert zusam­men mit anderen jun­gen Män­nern das Noviziat in Südameri­ka.

Wichtige Arbeit der Schönstatt-Bewegung

Der The­ologe San­dro Koch (26) entsch­ied sich «nach einem lan­gen Prozess der Suche sein­er per­sön­lichen Beru­fung», in die Schön­statt-Bewe­gung einzutreten und Schön­statt-Pater zu wer­den. Während seines Aufen­thaltes in Südameri­ka werde ihm deut­lich bewusst, wie wichtig die kar­i­ta­tive Arbeit der katholis­chen Bewe­gung sei: «Sie engagiert sich hier an mehreren Orten. In Argen­tinien leit­en die Schön­statt-Marien­schwest­ern Tagess­chulen und weit­ere Bil­dung­spro­gramme in ver­schiede­nen Armen­vierteln von Buenos Aires.» Daneben gebe es viele Aktio­nen von Jugendlichen, Fam­i­lien, Müt­ter­grup­pen, usw. die sich sozial engagieren. Viele dieser Pro­jek­te laufen auch in Zeit­en der Coro­na-Pan­demie weit­er. «Der Schön­statt-Bewe­gung kommt in der aktuellen Lage zugute, dass sie grund­sät­zlich laikal organ­isiert ist», sagt San­dro Koch, «so wer­den die soge­nan­nten «Laien» im Bewusst­sein für ihre kirch­liche Rel­e­vanz gestärkt und ermuntert, Kirche im Kleinen zu sein: In der Fam­i­lie, in der Ehe, in der Jugend­gruppe, in Müt­ter­grup­pen.»

erscheint in der Pfar­reifo­rum Aus­gabe 8/2020

Pfarrblatt im Bistum St.Gallen
Webergasse 9
9000 St.Gallen

T +41 71 230 05 31
info@pfarreiforum.ch