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Das Pfarreiforum bekommt ein neues Layout

«Wir möcht­en mit einem frischen, zeit­gemässen Erschei­n­ungs­bild eine bre­it­ge­fächerte Leser­schaft ansprechen», sagt Bar­bara Häch­ler, Admin­is­tra­tionsrätin und Präsi­dentin des Vere­ins Pfar­reifo­rum – Pfar­rblatt im Bis­tum St.Gallen.

Bar­bara Häch­ler, warum braucht das Pfar­reifo­rum einen Relaunch?

Das bish­erige Lay­out ist rund zehn Jahre alt. Die Lesege­wohn­heit­en, die Bedürfnisse der Leserin­nen und Leser und auch die Medi­en­land­schaft haben sich in dieser Zeit verän­dert. Es war also an der Zeit, über das «Out­fit» nachzu­denken. Uns war es wichtig, all diese Verän­derun­gen aufzunehmen. Mit dem neuen Relaunch kommt das Pfar­reifo­rum frisch und zeit­gemäss daher. Das neue Lay­out soll noch mehr Lust machen, ins Mag­a­zin «einzu­tauchen». Dazu kommt: Unsere Pub­lika­tion soll in der Ostschweiz­er Medi­en­land­schaft noch stärk­er wahrgenom­men wer­den und an Bedeu­tung gewin­nen. Das Pfar­reifo­rum bringt spir­ituelle The­men in die Öffentlichkeit und doku­men­tiert kirch­liche Ereignisse. Aber es kom­men zum Beispiel auch poli­tis­che The­men aus­ge­wogen zu Wort wie zulet­zt bei der Konz­ern­ver­ant­wor­tungsini­tia­tive.

Wie wurde das neue Lay­out entwick­elt?

Der Relaunch­prozess hat schon vor län­ger­er Zeit begonnen. 2019 gaben die Mit­glieder des Vere­ins an der Hauptver­samm­lung das OK. Der Prozess bein­hal­tete mehrere Phasen. Es wur­den unter anderem Feed­backs von Lesern sowie Fach­per­so­n­en aus Jour­nal­is­mus und Kom­mu­nika­tion einge­holt und aus­gew­ertet. In einem Wet­tbe­werb wur­den drei Agen­turen beauf­tragt, Lay­outvorschläge zu entwick­eln. Die Vorschläge der St.Galler Agen­tur «Die Gestal­ter» haben die Jury überzeugt. Neben dem Print-Relaunch wurde auch die Web­site erneuert. Teil des Prozess­es ist auch die Frage, ob der Name Pfar­reifo­rum erneuert wer­den muss. Die Mit­glieder wer­den an der Hauptver­samm­lung im Mai darüber befind­en.

Worauf wurde bei der Entwick­lung des neuen Lay­outs Wert gelegt?

Das Pfar­reifo­rum soll möglichst viele ver­schiedene Alters­grup­pen ansprechen. Das erre­ichen wir mit ein­er gut les­baren Schrift und einem «ein­facheren» Lay­out. Der bewährte Mix aus län­geren und kürzen Beiträ­gen soll beibehal­ten wer­den. Das Redak­tion­steam hat­te im bish­eri­gen Lay­out wenig redak­tionellen und gestal­ter­ischen Spiel­raum. Das neue Lay­out soll mehr Flex­i­bil­ität ermöglichen.


Zoom-Anlass für Inter­essierte

11. März 2021, 18.30 Uhr: Arnd Bünker, Leit­er des Schweiz­erischen Pas­toral­sozi­ol­o­gis­chen Insti­tuts (SPI) St.Gallen, gibt Ein­blick in die kirch­liche Sit­u­a­tion und aktuelle Entwick­lun­gen: Was heisst das für die Kirche? Und für das Pfar­reifo­rum? Braucht es einen neuen Namen? Redak­tion, Vor­stand und Redak­tion­skom­mis­sion­s­mit­glieder freuen sich auf den Aus­tausch mit Inter­essierten. Die Teil­nehmerzahl ist beschränkt

Anmel­dung


Was sind die Chan­cen des Pfar­reifo­rums?

Ich sehe unsere Pub­lika­tion als eine Beglei­t­erin. Sie schafft Ori­en­tierung und hil­ft bei der Mei­n­ungs­bil­dung. Es beleuchtet aktuelle The­men und Ereignisse aus christlich­er Sicht, es begleit­et aber auch die Ereignisse im Bis­tum und in den Seel­sorgeein­heit­en. Die Medi­en­land­schaft befind­et sich im Wan­del, es gibt immer weniger Platz für religiöse und ethis­che The­men. Das Pfar­reifo­rum füllt somit eine Nis­che. Das Pfar­reifo­rum ist ein Mag­a­zin für mod­erne Christi­nen und Chris­ten – es liefert auch Impulse, wie der christliche Glauben in der Gegen­wart gelebt wer­den kann. Wichtig scheint mir, dass das Pfar­reifo­rum mit der Zeit geht und der Relaunch ist ein Schritt in diese Rich­tung. Wenn wir uns bewe­gen, gehen neue Chan­cen auf und das Pfar­reifo­rum kann ganz nahe bei den Lesern sein.

Welche Beiträge inter­essieren Sie per­sön­lich?

Ich finde es span­nend, dass das Pfar­reifo­rum jew­eils einen the­ma­tis­chen Schw­er­punkt hat. Oft nimmt dieser die aktuelle Jahreszeit auf und immer wieder wird Bezug genom­men auf Lebenssi­t­u­a­tio­nen, die einen per­sön­lich betr­e­f­fen. Inspiri­erend fand ich in diesem Jahr zum Beispiel das Jan­u­ar-The­ma zu «Aufräu­men» und «Ord­nung» oder das Valentin­stags-Porträt über ein Ehep­aar. Das regt zum Nach­denken an. Mir gefällt der lokale Bezug: Das Pfar­reifo­rum berichtet über Ereignisse im Bis­tum und im Innen­teil, im Kern, finde ich dann Infor­ma­tio­nen der Pfar­reien / Kirchenge­mein­den. Die Bärentatze behalte ich mir immer für den Schluss ab: Die witzi­gen, kurzen State­ments lese ich sehr gerne. 

Inzwis­chen erscheint das Pfar­reifo­rum in fast allen Pfar­reien des Bis­tums. Es ist somit auch ein Medi­um, das Brück­en baut und das Gemein­schafts-Gefühl im Bis­tum stärkt.

Bar­bara Häch­ler

Wie hat sich die Bedeu­tung des Pfar­reifo­rums in den let­zten zwanzig Jahren verän­dert?

Ich bin erst seit ca. zehn Jahren Leserin des Pfar­reifo­rums, aber ich glaube allein schon in dieser Zeit hat eine grosse Verän­derung stattge­fun­den. Ich kann mich noch an die Sit­u­a­tion in mein­er Pfar­rei St.Gallen-Bruggen erin­nern: Da erhiel­ten früher die Pfar­reim­it­glieder ein reines Infor­ma­tions­blät­tli mit Gottes­di­en­stzeit­en, Büroad­ressen, per­son­ellen Verän­derun­gen usw. Heute erhält man mit Pfar­reifo­rum ein pro­fes­sionelles Mag­a­zin, mit dem eine bre­ite Leser­schaft ange­sprochen wer­den kann. Es beste­ht die grosse Chance, dass durch den attrak­tiv­en The­men­mix auch Kirchen­ferne auf die Ange­bote der Pfar­reien / Kirchge­mein­den aufmerk­sam wer­den und mit­bekom­men, was vor Ort läuft. Das Pfar­reifo­rum vere­int kirchen­na­he und ‑ferne Leserin­nen und Leser. Inzwis­chen erscheint das Pfar­reifo­rum in fast allen Pfar­reien des Bis­tums. Es ist somit auch ein Medi­um, das Brück­en baut und das Gemein­schafts-Gefühl im Bis­tum stärkt.

Inter­view: Stephan Sigg

Mit Abenteuerlust und Humor durch 50 Ehejahre

Reise- und Aben­teuer­lust, die Ver­bun­den­heit mit der Fam­i­lie, der Heimat und der Gemein­schaft in ihrem Wohnort Bütschwil: Diese The­men ziehen sich durch das Leben von Annelise und Leo Rüthe­mann. Die bei­den sind seit 50 Jahren ver­heiratet. Doch wie schafft man das? Das hat sie das Pfar­reifo­rum anlässlich des Valentin­stags gefragt und in Bütschwil besucht.

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Geht nicht, gibt’s nicht

Seit ihrer Kind­heit ist Margrit Hunold-Schoch mit der Kirche ver­bun­den – und mit Beizen. Die 58-jährige aus dem Linthge­bi­et ist 2021 die höch­ste St.Galler Katho­likin. Sie freut sich auf leb­hafte Debat­ten im Par­la­ment.

Wie kommt es, dass man im Alter von 58 Jahren uner­wartet seine Pfer­deliebe ent­deckt? Braucht man ein «Beizen»-Gen, um in einem Casi­no zu arbeit­en? Und wie wird man poli­tisch, lernt zu disku­tieren und Lösun­gen auszuhan­deln? Margrit Hunold-Schoch ist 2021 Par­la­mentspräsi­dentin des Katholis­chen Kon­fes­sion­steils des Kan­tons St.Gallen.

Wer mit der Tscher­lerin über ihr neues Amt spricht, dem stellen sich unter anderem diese Fra­gen. Der spricht also unweiger­lich auch über eine Tier­ret­tungsak­tion der drei Töchter, einen Gross­vater mit eigen­er Wirtschaft und Eltern, die sich durch Ein­satz und Behar­rlichkeit ihre Träume erfüll­ten. «Geht nicht, gibt es nicht. So lautete ein­er der Grund­sätze meines Vaters», sagt Margrit Hunold-Schoch und erzählt, wie sehr sie die Diskus­sion­skul­tur im Par­la­ment schätzt. Seit 2007 ver­tritt sie die Region Werdenberg/Sarganserland im Par­la­ment. Dort hat sie es sich beispiel­sweise zur Auf­gabe gemacht, während der Fusion­ierung der Pfar­reien zu Seel­sorge-ein­heit­en auf aus­geglich­ene Verteilschlüs­sel zwis­chen den einzel­nen Pfar­reien zu acht­en. Als Präsi­dentin möchte sie einen lebendi­gen Führungsstil in die Ses­sio­nen brin­gen und zu Debat­ten ani­mieren.

Von Schwest­ern inspiri­ert

Aufgewach­sen ist Margrit Hunold-Schoch in Schä­nis. In einem Eltern­haus, das immer auch in das kirch­liche Leben einge­bun­den war. Als Jugendliche war Margrit Hunold-Schoch unter anderem Mit­glied der Schön­stät­ter-Mäd­chen­gruppe in Quar­ten. «Die Begeg­nun­gen mit den Schön­stät­ter-Marien­schwest­ern gehörten damals für mich zu den ein­drück­lich­sten. Die Schwest­ern kon­nten mir ger­ade bei weltlichen The­men weit­er­helfen, wie ich es nie erwartet hätte. Etwa wenn meine Gefühlswelt wieder ein­mal durcheinan­derg­er­at­en war», sagt sie.

Nach Tscher­lach bei Walen­stadt zog Margrit Hunold-Schoch später zusam­men mit ihrem Mann. Dort wurde sie ange­fragt, ob sie sich zunächst als Aktu­ar­in, später als Präsi­dentin im Kirchen­ver­wal­tungsrat engagieren würde. Als die drei Töchter älter wur­den, kamen neue beru­fliche Her­aus­forderun­gen dazu. Aktuell arbeit­et sie als Per­son­allei­t­erin im Casi­no Bad Ragaz. Von dem Job erfuhr sie von einem Bekan­nten. «Er sagte zu mir, du magst doch Her­aus­forderun­gen. Und du hast eine Beziehung zum Gast­gewerbe durch deine Ver­wandtschaft. Der Job wäre wie gemacht für dich», erin­nert sich Margrit Hunold-Schoch und sagt: «Er hat­te Recht. Das Beizen-Gen habe ich schon geerbt.»

Welt voller Gegen­sätze

So sind es ger­ade auch die Gegen­sätze, der direk­te Kon­takt mit Men­schen, die sie faszinieren und die Kreise, die sich im Leben so oft schliessen: Die besinnliche Welt der Kirche und das bunte Treiben in der Gas­tronomie, wie sie es seit ihrer Kind­heit ken­nt, gehören für sie zusam­men. Und dann ist da noch die Geschichte mit den Pfer­den. Als ihre Töchter kür­zlich ein ver­wahrlostes Pferd ret­teten, beschloss sie spon­tan, mit dem Pferd Par­el­li-Train­ing zu besuchen. «Ich hätte nie gedacht, dass ich mich ein-mal für Pferde inter­essieren würde», sagt sie. «Doch dann erin­nerte ich mich daran, wie doch einst auch mein Vater im Mil­itär­di­enst seine Liebe zu Pfer­den ent­deckt hat­te.» (nar)

Hermann Schmelzer Rabbiner

Rabbiner Schmelzer

Rab­bin­er Her­rmann Schmelz­er stand der Jüdis­chen Gemeinde in St.Gallen über 44 Jahre als geistlich­es Ober­haupt vor. Als engagiert­er Dialog­part­ner prägte er das Miteinan­der der Reli­gio­nen in der Ostschweiz. Er starb am 30. Novem­ber in St.Gallen.

«Ich habe Rab­bin­er Schmelz­er als beein­druck­enden Botschafter des Juden­tums erlebt», sagt Eve­lyne Graf, The­olo­gin und langjährige Redak­torin des Pfar­reifo­rums. Sie begeg­nete Rab­bin­er Schmelz­er als Jour­nal­istin und als The­olo­gin, in der Ethik­gruppe des Kan­tons und als Mit­glied der Christlich-Jüdis­chen Arbeits­ge­mein­schaft St.Gallen/Ostschweiz. «Mich hat seine tiefe religiöse und human­is­tis­che Bil­dung beein­druckt.» Roland Richter, ehe­ma­liger Präsi­dent der Jüdis­chen Gemeinde St.Gallen, schreibt im Nachruf im St.Galler Tag­blatt: «Sein wach­er Geist blieb Schmelz­er bis zulet­zt erhal­ten. Er beobachtete, über­legte, notierte auf Zetteln, die er immer auf sich trug, und kom­men­tierte. (…) Gerne emp­fahl er kon­tro­verse Büch­er und freute sich auf die anschliessende Diskus­sion darüber.»

Inter­re­ligiös­er Dia­log
«Typ­isch für Rab­bin­er Schmelz­er war auch seine Fröh­lichkeit», sagt Eve­lyne Graf, «das war nichts Aufge­set­ztes, diese Fröh­lichkeit wurzelte in ein­er tiefen Gottes­beziehung.» Der Inter­re­ligiöse Dia­log sei ihm ein wichtiges Anliegen gewe­sen. Er habe inten­siv die Schriften des Islams und des Chris­ten­tums studiert, um ein Ver­ständ­nis für die Posi­tio­nen der anderen Reli­gio­nen zu bekom­men. «Das beschränk­te sich bei ihm aber nicht nur auf die abra­hami­tis­chen Reli­gio­nen, son­dern er beschäftigte sich auch mit den asi­atis­chen Reli­gio­nen.»

Von Malmö nach St.Gallen
1932 in Ungarn geboren, besuchte Schmelz­er die Rab­bin­er­schule in Budapest und die Ecole Rab­binique in Paris. 1958 wurde er als Reli­gion­slehrer nach Stock­holm berufen, studierte später in Lon­don. Im schwedis­chen Malmö erhielt Schmelz­er 1962 seine Ordi­na­tion als Rab­bin­er. 1968 wurde er schliesslich nach St.Gallen berufen. «Schmelz­er hielt die kleine und bedeu­tende jüdis­che Gemeinde durch Respekt, Öff­nung, Dia­log und ange­wandtes Juden­tum zusam­men», schreibt der Jour­nal­ist Yves Kugel­mann im Nachruf im jüdis­chen Mag­a­zin «tach­les». Sein Wis­sen über die Reli­gion­s­geschichte und die hebräis­che Sprache gab er auch weit­er, viele Jahre hat­te er einen Lehrauf­trag an der Uni­ver­sität St.Gallen und war Stu­den­tenseel­sorg­er. 2012 been­dete er seine Tätigkeit als Rab­bin­er. Schmelz­er war laut «tach­les» dien­stäl­tester Schweiz­er Rab­bin­er.

Ein­satz für Human­ität
Schmelz­er war von Anfang an Mit­glied der Christlich-Jüdis­chen Arbeits­ge­mein­schaft St. Gallen/Ostschweiz (CJA). Der Vere­in will mit Ver­anstal­tun­gen, Infor­ma­tio­nen und Begeg­nun­gen das gegen­seit­ige Ver­ständ­nis von Chris­ten und Juden fördern. Men­schen jüdis­chen und christlichen Glaubens sollen sich mit gegen­seit­igem Ver­ständ­nis und Respekt für die andere Glaubens­ge­mein­schaft begeg­nen, gemein­same Anliegen erken­nen und sich vere­int für Human­ität, Gerechtigkeit und Frieden ein­set­zen. Der aktuelle Präsi­dent der CJA St.Gallen, Pfar­rer Andreas Schwen­den­er, traf Rab­bin­er Schmelz­er nach dessen Pen­sion­ierung oft bei Spaziergän­gen in Rot­mon­ten. «Rab­bin­er Schmelz­er war stets über­aus zurück­hal­tend, sein span­nen­des Leben in der Öff entlichkeit pub­lik zu machen», so Schwen­den­er. Als er 2018 Schmelz­er bei einem Spazier­gang
traf, kon­nte er ihn zu einem spon­ta­nen Video-Inter­view motivieren.


Schwen­den­er und Schmelz­er sprechen im Video vor allem über the­ol­o­gis­che The­men wie die geschichtliche Wende zur Säku­lar­isierung und die daraus resul­tieren­den Vor- und Nachteile für die Reli­gio­nen. «Am Schluss erzählte Her­mann Schmelz­er auch von sein­er Zeit im kom­mu­nis­tis­chen Ungarn und der Ethik eines Rab­bin­ers in schwieri­gen Zeit­en», so Schwen­den­er, «Schmelz­er wusste, was die Neuzeit für die Reli­gio­nen an Her­aus­forderun­gen gebracht hat. Und er kon­nte sich trotz­dem für das Spez­i­fi sche ein­er Reli­gion ein­set­zen, auch wenn darin vieles unzeit­gemäss und skur­ril erscheint.» Bat­ja Guggen­heim, Co-Präsi­dentin der Jüdis­chen Gemeinde St.Gallen, sagte in einem Inter­view auf kath.ch zum Tod von Rab­bin­er Schmelz­er: «Wir haben einen Gesprächspart­ner, einen Denker und Forschen­den ver­loren. Her­rmann Schmelz­er war ein Fra­gen­der, ein kri­tis­ch­er Geist, eine her­aus­fordernde Per­sön­lichkeit und eine moralis­che Instanz.»

Stephan Sigg

«Online Advents-Ticker»

In diesem Advent ist vieles anders. Die Pfar­reien und andere kirch­liche Insti­tu­tio­nen pla­nen momen­tan ver­schiedene Aktio­nen, Anlässe und Aktiv­itäten, damit sich Kinder, Jugendliche und Erwach­sene auch in diesem Jahr auf Wei­h­nacht­en ein­stim­men kön­nen. Die Pfar­reifo­rum-Redak­tion zeigt, was läuft und begleit­et Sie durch den Advent.

 

20. Dezem­ber: Wei­h­nacht­en selb­st gestal­ten

In diesem Jahr müssen sich viele Fam­i­lien auf ein Wei­h­nachts­fest zu Hause beschränken. Das bietet die Chance, sich ganz ein­fach und per­sön­lich mit der hoff­nungsvollen Botschaft aus Beth­le­hem auseinan­derzuset­zen. Dafür stellt die Schweiz­er Bischof­skon­ferenz Ideen, Anre­gun­gen und ver­schiedene Mate­ri­alien in einem Heft zur Ver­fü­gung, das es zum Down­load gibt. Ob eine besinnliche Ein­leitung von Abt Urban Fed­er­er vom Benedik­tin­erk­loster Ein­siedeln, Lied­texte, Impulse oder das Luka­se­van­geli­um: Alles ist parat für eine kleine Feier daheim.

 

16. Dezem­ber: Üben fürs Balkon­sin­gen — #Balkon­sin­gen

Spätestens jet­zt ist der Zeit­punkt gekom­men, fürs Balkon­sin­gen am 23., 24. und 25. Dezem­ber jew­eils um 20 Uhr zu üben. Das Liederblatt gibt es hier. Öff­nen Sie ihr Fen­ster oder treten sie auf den Balkon, und sin­gen Sie auf diese Weise mit andern. So erleben sie an Wei­h­nacht­en trotz Coro­na Gemein­schaft. Eine kleine Inspi­ra­tion find­en Sie zudem im nach­fol­gen­den Video:

 

15. Dezem­ber: Gruss­botschaft an die Lieb­sten schick­en — Kloster­platz St. Gallen

Sich einen Moment mit­ten in der Stadt zurückziehen und sich Zeit für geliebte Men­schen nehmen: Das ermöglicht der Con­tain­er, der in diesem Jahr vor dem Christ­baum auf dem St. Galler Kloster­platz ste­ht. Aufgestellt hat ihn die City­seel­sorge. Im Con­tain­er dür­fen alle, die möcht­en, eine kosten­lose Postkarte schreiben.  Zur Auswahl ste­hen drei ver­schiedene Karten. Der Briefkas­ten im Con­tain­er wird täglich geleert und die Wei­h­nachtswün­sche in die ganze Welt ver­schickt.

 

14. Dezem­ber: «Mary, did you know?» — GAMS

Patric Scott, umtriebiger Sänger, Schaus­piel­er und Lie­der­ma­ch­er aus Gams, hat für Wei­h­nacht­en 2020 das dig­i­tale Wei­h­nacht­sal­bum «Snowflakes» veröf­fentlicht. Darauf zu hören sind auch Neuauf­nah­men bekan­nter Wei­h­nacht­slieder aus der christlichen Gospel­szene wie zum Beispiel «Mary, did you know?» (Maria, hast du gewusst?») oder «Who would imag­ine a king».  Das Album kann auf YouTube oder Spo­ti­fy ange­hört wer­den.

 

12. Dezem­ber: Amm­ler-Krippe — AMDEN

Seit vie­len Jahren zieht die Krippe in der katholis­chen Kirche in Amden Men­schen aus nah und fern an — und sie kann auch in diesem Jahr bestaunt wer­den (vom 24. Dezem­ber bis Ende Jan­u­ar)! Die gewaltige Krip­pen­land­schaft mit Fig­uren und Kunst­werken bildet ein beein­druck­endes Gesamtkunst­werk. Kirchenpfleger Beat Gmür und Rolf Böni sowie Sakris­tan Erich Sax — wie auch andere Helfer — während des Jahres in den Amm­ler Bergen unter­wegs. Sie sam­meln Mate­r­i­al für die riesige Krip­pen­land­schaft. Uralte Schin­deldäch­er, ganze Seit­en­wände, Balken, und Türen von abge­broch­enen Gaden leg­en sie während des Jahres geflissentlich bei­seite. Öff­nungszeit­en: täglich 9–18 Uhr, beacht­en Sie evtl. Anpas­sun­gen auf www.amden-weesen.ch

Ein Video der Krippe (2015)

 

9. Dezem­ber: Quellen der Kraft aus dem Kloster Mari­azell Wurms­bach

Pünk­tlich zum Advent haben die Zis­terzienserin­nen am Oberen Zürich­see ihr neues Video veröf­fentlicht. In «Quellen der Kraft» zeigen die Schwest­ern, wo sie Kraft, Inspi­ra­tion und Energie find­en. Im Video ist Glock­en­geläut und der Gesang «Veni Domine» zu hören. Ger­ade im Hin­blick auf das schwierige Jahr 2020 sind die Impres­sio­nen aus dem Kloster eine Quelle der Kon­tem­pla­tion und Inspi­ra­tion. Die meis­ten Sequen­zen ent­standen kurz vor dem Lock­down im März 2020.

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8. Dezem­ber: Adventliche Kirchen­musik aus St.Gallen — ST.GALLEN

Konz­erte fall­en aus. Studierende und Lehrkräfte der diöze­sa­nen Kirchen­musikschule stim­men deshalb mit einem klin­gen­den YouTube-Adventskalen­der musikalisch auf Wei­h­nacht­en ein: 

Zum YouTube-Kanal

3. Dezem­ber: Durch den Advent mit Kinder­au­gen — Buchtipp

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Im Advent 24 ver­schiedene Engel malen. Oder ein­same Per­so­n­en in der Nach­barschaft mit einem Geschenk über­raschen und so die wei­h­nachtliche Hirten­le­gende in die heutige Zeit holen: Das Buch «Schatzk­iste für die Wei­h­nacht­szeit. Mit Kindern spie­len, feiern, kreativ sein» von Moni­ka Thut Birch­meier beschreibt mit zahlre­ichen Ideen, wie Fam­i­lien den Advent auf neue Weise ent­deck­en kön­nen. Dabei geht es nicht in erster Lin­ie um Schog­gi, Lichter­ket­ten und Geschenke, son­dern darum, die Wei­h­nachts­botschaft mit Grun­der­fahrun­gen des Lebens zu verknüpfen.

 
 
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1. Dezem­ber: «Trotz­dem Licht» Aktio­nen in St.Gallen - ST.GALLEN

Die katholis­che Kirche im Leben­sraum St.Gallen macht auf ein­er Über­sichts-Seite auf alle Advents- und Wei­h­nacht­sange­bote in ihrem Einzugs­ge­bi­et aufmerk­sam. Zur Über­sicht

28. Novem­ber: «Von Anfra­gen über­ran­nt» — ST.GALLEN

Andrea Stauss, die in St.Gallen dieses Jahr zum ersten Mal einen «Umgekehrten Adventskalen­der» (siehe Dezem­ber-Aus­gabe Pfar­reifo­rum) lanciert, schreibt am 27. Novem­ber in ein­er E‑Mail an alle Mitwirk­enden: «Die Aktion ist auf grossen Anklang gestossen und ich wurde über­ran­nt mit Anfra­gen.» Bis 27. Novem­ber haben sich 60 Frei­willige zum Mit­machen angemeldet und «es kom­men laufend Anfra­gen rein».

Infor­ma­tio­nen zum «Umgekehrten Adventskalen­der»

27. Novem­ber: Kolum­bans Brief­tauben — RORSCHACH

«Wann haben Sie das let­zte Mal einen per­sön­lichen Post­brief geschrieben? Oder einen bekom­men?», fragt der Pfar­reirat Rorschach in seinem aktuellen Pfar­reifo­rum-Innen­teil, «In Zeit­en, in denen per­sön­liche Tre­f­fen schwierig sind, kann das Briefeschreiben nach­haltig wirken. Wir laden Sie ein, mitzu­machen, entwed­er als AbsenderIn oder Empfän­gerIn, so dass ein Dia­log entste­hen kann. Wir wer­den Sie als «Kolum­bans Brief­tauben» darin unter­stützen. Adresse und weit­ere Infor­ma­tio­nen (ssi)

25. Novem­ber: Adventsweg für Fam­i­lien — GOSSAU SG

Ein inspiri­eren­der Spazier­gang mit der Fam­i­lie: Das Kat­e­chetinnen-Team der Pfar­rei Gos­sau SG bietet für alle Inter­essierten und ganz beson­ders für Fam­i­lien einen Adventsweg im Bibel­gar­ten an. Bei unter­schiedlichen Sta­tio­nen gibt es Wis­senswertes, Kreatives und Besinnlich­es zu ent­deck­en. Per­so­n­en, die im Advent eine beson­dere Rolle spie­len wie etwa Niko­laus oder Bar­bara.

Die einzel­nen Posten sind mit einem Stern markiert und dort kön­nen über einen QR-Code mit dem Handy die Infor­ma­tio­nen bezo­gen wer­den. Alle genauen Details wer­den auf dem Fly­er ersichtlich sein, der zum Adventsweg aufliegen wird. Weit­ere Infor­ma­tio­nen (ssi)

21. Novem­ber: Was pla­nen Sie?

Hier weisen wir ab 25. Novem­ber täglich auf inter­es­sante Ange­bote hin, zeigen Schnapp­schüsse und teilen Fund­stücke sowie beson­dere Empfehlun­gen der Redak­tion. Pla­nen Sie beispiel­sweise einen Geschicht­en-Adventskalen­der auf Youtube? Über­tra­gen Sie in Ihrer Gemeinde ein wei­h­nächtlich­es Konz­ert per Stream­ing? Oder ini­ti­ieren Sie eine andere orig­inelle Adventsak­tion? Dann lassen Sie uns dies per E‑Mail wis­sen. Die Pfar­reifo­rum-Redak­tion wün­scht Ihnen allen eine besinnliche sowie stim­mungsvolle Advents- und Wei­h­nacht­szeit. (ssi)

 

Andrea Stauss

Umgekehrter Adventskalender

Vom 1. Dezem­ber bis Wei­h­nacht­en täglich ein Geschenk für andere ein­pack­en. Andrea Stauss will die Idee des «umgekehrten Adventskalen­ders» in St.Gallen etablieren. In diesem Advent führt sie das Pro­jekt zum ersten Mal durch: «Mit dem umgekehrten Adventskalen­der kann man Men­schen helfen, die von Armut betrof­fen sind.»

(mehr …)

Versteigerung: Adventsbild

Die Rhein­taler Kün­st­lerin Pele Math­ys stellt ihr Bild, das sie für das Pfar­reifo­rum gestal­tet hat, für eine Bene­fiz-Ver­steigerung zur Ver­fü­gung. Min­dest­ge­bot: 250 Franken. Melden Sie sich mit Ihrem Gebot per E‑Mail.

Aktuelles Gebot: CHF 250.–

Ver­steigerungss­chluss: 12. Dezem­ber 2020, 23.59 Uhr. Der Erlös kommt der Car­i­tas St.Gallen-Appenzell zugute. Das Bild muss in St.Gallen abge­holt wer­den.

Wie lässt sich in Zeiten von Corona und Abstandsregelungen trotz Distanz trauern? Das hat das Pfarreiforum Jacqueline Bollhalder vom Trauercafé in Gossau gefragt.

Sich umarmt fühlen

Bild: pixabay.com

Wie lässt sich in Zeiten von Corona und Abstandsregelungen trotz Distanz trauern? Das hat das Pfarreiforum Jacqueline Bollhalder vom Trauercafé in Gossau gefragt.

Tipp 1: Eigene Abschiedsfeier gestalten

Wer nicht an einem Begräb­nis teil­nehmen kann, kann stattdessen eine häus­liche Feier gestal­ten. Eine bren­nende Kerze, ein Foto oder ein Musik­stück erin­nern an die ver­stor­bene Per­son. Erkundi­gen Sie sich zudem bei der zuständi­gen Seel­sorg­erin oder dem Seel­sorg­er nach den Tex­ten, die während der Trauer­feier gele­sen wer­den. Auch Trauer­cafés und Trauertr­e­ffs bieten häu­fig Broschüren mit Gebeten, Tex­ten und Impulsen an, die durch die Trauer­phase helfen. Gedanken und Gefüh­le lassen sich dabei per What­sapp oder Tele­fon mit Ange­höri­gen und Fre­un­den teilen.

Tipp 2: Alltagsgegenstände, die durch den Tag helfen

«Neb­st spir­ituellen Tex­ten kön­nen auch ganz alltägliche Dinge Trost spenden », sagt Jacque­line Boll­halder vom Trauer­café Gos­sau. Sie nen­nt als Beispiel Glas­murmeln, die sie während eines Tre­ffs an die Teil­nehmenden verteilt hat­te. Sym­bol­isch lassen sich Gedanken und Gefüh­le, aber auch Wün­sche für die ver­stor­bene Per­son in die Murmel leg­en und in die Ver­gan­gen­heit aber auch in die Zukun­ft blick­en. «Ein Teil­nehmer erzählte mir, dass er die Murmel sei­ther immer bei sich trage und sie ihm in schwieri­gen Sit­u­a­tio­nen weit­er­helfe», sagt Jacque­line Boll­halder. Eine weit­ere Idee find­et sich auf der Home­page der Katholis­chen Kirche Luzern: Zu einem verabre­de­ten Zeit­punkt kön­nen Ange­hörige ihre Gedanken in Fed­ern, Ästchen oder dünne Zweige leg­en, diese dann dem Wind übergeben und so bewusst loslassen.

Tipp 3: Trostkissen statt Umarmungen

Nichts hil­ft in Trauer­phasen so sehr wie Umar­mungen. «Ger­ade ältere Trauernde erzählen mir, wie sehr ihnen vor allem die Umar­mungen der Grosskinder fehlen», sagt Jacque­line Boll­halder. «Kinder helfen einem gut über Trauer hin­weg, weil sie anders mit dem Tod umge­hen als Erwach­sene. Sie akzep­tieren diesen viel ein­fach­er.» Ganz auf die Enkelkinder verzicht­en müssen Sie aber auch während der Coro­na- Pan­demie nicht: Tre­f­fen Sie sich an der frischen Luft. Über die fehlende Kör­pernähe hin­weghelfen kön­nte beispiel­sweise ein Trostkissen, das Sie für sich oder für die Enkelkinder aus Klei­dungsstück­en des Ver­stor­be­nen nähen. Eine Anleitung find­et sich auf der Plat­tform «Abschied­srituale für Zuhause» unter der etwas kom­plizierten Webadresse sway.o_ce.com/ HycAcAotl6wLWXHd.

Tipp 4: Sich gemeinsam etwas gönnen

Miteinan­der essen und trinken oder sich etwas Spezielles gön­nen, das man schon lange nicht mehr gehabt hat: Auch das hil­ft laut Jacque­line Boll­halder Betro_enen über ihre Trauer hin­weg. Während der Coro­na-Zeit sind im Inter­net diverse Plat­tfor­men mit Rezep­tideen für gemein­sames Kochen per Videochat ent­standen. Zu den schön­sten Ideen gehört jene der Schweiz­er The­olo­gin Bar­bara Lehn­er. Ein­er ihrer Tipps ist, sich per Videochat zu verabre­den und dann gemein­sam ein Lieblings­menü der ver­stor­be­nen Per­son zuzu­bere­it­en und gemein­sam zu essen.

Tipp 5: Der Trauer Raum geben

«Die Licht- und Dunkel­heit-The­matik ist Teil jedes Trauer­prozess­es», sagt Jacque­line Boll­halder. «Im Trauer­café zün­den wir daher gemein­sam Kerzen für die Ver­stor­be­nen an und beten das Vaterunser. » Boll­halder emp­fiehlt, dieses Rit­u­al auch zuhause zu wieder­holen. Alter­na­tiv kön­nen Sie in die Kirche oder auf den Fried­hof gehen. In manchen Kirchen gibt es einen speziellen Bere­ich, wo an die Ver­stor­be­nen gedacht wird. Auf diese Weise kann das Trauern einen Raum find­en. (nar)

Jacque­line Boll­halder. (Bild: pd)

«Mehr Frauen ermutigen»

Bild: Regi­na Kühne

Was die neue Präsidentin Alexa Sutter mit dem Frauenbund St.Gallen-Appenzell vor hat.

Die Degersheimerin Reg­u­la Senn hat das Amt der Präsi­dentin des Katholis­chen Frauen­bun­des St.Gallen-Appenzell (KFB SGA) an Alexa Sut­ter aus Wald­kirch übergeben. Ein Gespräch über die Frauen­frage in der Katholis­chen Kirche, Frauen­förderung und wieso es gelebte Gemein­schaften braucht.  

Überalterung und Nachwuchsschwierigkeiten: Viele Vereine haben Mühe, genügend Personen zu finden, die sich engagieren. Wie zeitgemäss sind da noch Frauengemeinschaften?

Reg­u­la Senn: Generell würde ich das mit der Über­al­terung und den Nach­wuchss­chwierigkeit­en so nicht sagen. Denn in Bezug auf die Frauenge­mein­schaften ist es stark region­s­ab­hängig, wie viele Per­so­n­en sich engagieren. Ger­ade in ländlichen Gegen­den gibt es viele Frauenge­mein­schaften, bei denen es bezüglich Mit­gliedern sehr gut läuft. Natür­lich haben sich die Pri­or­itäten und unsere Ange­bote etwas ver­lagert. Aber nach wie vor sind die Frauenge­mein­schaften Orte der gelebten Gemein­schaft.  

Alexa Sut­ter: Ausser­dem stellen wir fest, dass viele Frauen bere­it sind, sich pro­jek­t­be­zo­gen zu engagieren. Da lassen sich genü­gend Per­so­n­en find­en. Schwieriger ist es, wenn es um ein langfristiges Engage­ment oder um die Über­nahme eines Amtes geht. Frauenge­mein­schaften sind aber nach wie vor wichtig, ger­ade wenn es um die soziale Ver­net­zung geht.  

Reg­u­la Senn: Das ist ein wichtiger Punkt. Viele Frauen haben heute neb­st Beruf- und Fam­i­lien­ar­beit kaum Zeit für sich selb­st. An Tre­f­fen in den Ortsvere­inen oder Fach­ta­gun­gen, die wir seit­ens des Ver­ban­des organ­isieren, kön­nen Frauen ein­mal bewusst etwas nur für sich tun. Gelebte Gemein­schaft heisst aber auch, dass alle mitein­be­zo­gen wer­den, wenn sie möcht­en. Ger­ade auch für Witwen und Alle­in­ste­hende ist das ein wichtiges Ange­bot.  

Wie kamen Sie selbst zum Frauenbund?

Alexa Sut­ter: Ich zog als junge Mut­ter nach Wald­kirch und suchte nach Möglichkeit­en, mich im Ort zu ver­net­zen. In der lokalen Frauenge­mein­schaft engagierte ich mich, wurde deren Präsi­dentin und lernte so die kan­tonale Ebene, den Frauen­bund (KFB SGA) ken­nen. Dort wurde ich zunächst Region­alvertreterin für die Regio­nen Gos­sau, St.Gallen, Alt­toggen­burg und Wil, danach Vizepräsi­dentin des Kan­ton­alver­ban­des.

Reg­u­la Senn: In unser­er Fam­i­lie war das Tra­di­tion, als Zeichen der gelebten Frauen­sol­i­dar­ität. Bere­its meine Gross­mut­ter war Einzelmit­glied. Als Einzelmit­glied besuchte ich die Tagun­gen des Frauen­bun­des und lernte so den Vor­stand ken­nen. Ich kam als Quere­in­steigerin in den Kan­ton­alvor­stand. 2011 wurde ich Vizepräsi­dentin, vier Jahre später Präsi­dentin.  

Was will der Frauenbund SGA für die Frauen in der katholischen Kirche erreichen?

Reg­u­la Senn: Da möchte ich das Pro­jekt «Kirche mit* den Frauen» nen­nen, das wir unter­stützen. Dieses set­zt sich seit 2014 dafür ein, dass Män­ner der Kirche in Zukun­ft nicht mehr ohne Frauen über deren Stel­lung, Rolle und Funk­tion berat­en und über die Belange der Kirche entschei­den. Die Grund­lage dafür ist im Bis­tum St.Gallen gut. Mit dem Bis­tum sind wir im Dia­log und ver­ste­hen uns als Part­ner.  

Alexa Sut­ter: Wir haben einen «guten Draht» zu Bischof Markus, und freuen uns auf die jährlichen Tre­f­fen. Bischof Markus ste­ht der Frauen­frage offen gegenüber. Wäre es anders, hätte ich Mühe. Damit sich etwas bewegt, ist es aber wichtig, dass wir es seit­ens des Ver­ban­des schaf­fen, noch mehr Frauen in Entschei­dungspo­si­tio­nen zu brin­gen. Eine gute Entwick­lung ist, dass im Sep­tem­ber erst­mals eine Del­e­ga­tion des Frauen­bun­des zu einem Gespräch mit der Schweiz­er Bischof­skon­ferenz ein­ge­laden war, um über den «Weg zur Erneuerung der Kirche» zu disku­tieren. Dies sind zielführende Schritte.  

Damit sprechen Sie die Ziele an, die Sie sich als neue Präsidentin gesteckt haben?

Alexa Sut­ter: Ja. Ich kön­nte mir gut vorstellen, dass wir unseren Ver­band noch etwas poli­tis­ch­er aus­richt­en. Wir kön­nen Frauen ger­ade im Vor­feld von Wahlen ermuti­gen. Es muss mehr Raum für Frauen geben, in denen sie etwa an Podi­ums­diskus­sio­nen zu Wort kom­men. Weit­ere Ziele sind, die Ver­net­zung zu unseren Frauenge­mein­schaften zu pfle­gen sowie gemein­same Aktiv­itäten mit anderen Organ­i­sa­tio­nen durchzuführen. Unser Kan­ton­alver­band muss attrak­tiv sein und bleiben, damit sich die vie­len Einzelmit­glieder mit uns iden­ti­fizieren kön­nen.  

Regula Senn, was war die grösste Veränderung während Ihrer präsidialen Amtszeit?

Reg­u­la Senn: Das war die Statuten­re­vi­sion im Jahr 2017. Wir haben die Organ­i­sa­tion extrem ver­schlankt, so dass wir viel effzien­ter arbeit­en kön­nen. Nun kön­nen wir die ver­schiede­nen Geschäfte direkt im Gremi­um des Kan­ton­alvor­standes behan­deln und ver­ab­schieden. Generell war es mir wichtig, die Arbeits­be­din­gun­gen beim Frauen­bund im Span­nungs­feld zwis­chen ehre­namtlich­er und bezahlter Mitar­beit weit­er zu entwick­eln. Längst kann beim Katholis­chen Frauen­bund St.Gallen-Appenzell nicht mehr alles im Ehre­namt erledigt wer­den. (nar)

Papst-Schreiben: «Fratelli tutti»

Am 4. Okto­ber hat Papst Franziskus seine Sozial-Enzyk­li­ka «Fratel­li tut­ti» veröf­fentlicht. Darin macht er sich stark für eine neue Wirtschaft­sor­d­nung: «Wir sitzen alle im gle­ichen Boot».

Enzyk­li­ka im Wort­laut

Das Schreiben ist auch in Buch­form im Herder Ver­lag erschienen: Gebun­den 256 Seit­en ISBN: 978–3‑451–39013‑5, im Buch­han­del erhältlich

Eine Über­sicht auf die Reak­tio­nen auf die Enzyk­li­ka ist in der Novem­ber-Aus­gabe zu find­en.

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