Vom Kinderzimmer ins ­Tonstudio

Monia Lam hat im Alter von sechs Jahren mit dem Ukulelespielen begonnen. Heute singt sie im Jugendchor der Domsingschule St. Gallen.

Der zweite Platz beim kirchlichen Songwriting-Wettbewerb Sunday Playlist ermöglichte Monia Lam (13), ihren eigenen Song aufzunehmen. Die Schülerin der Domsingschule St. Gallen will damit Hoffnung machen, besonders den Menschen in Hongkong, der Heimat ihres Vaters.

«Mir ist wichtig, dass das Lied etwas aussagt und dass es eine Bedeutung hat», sagt Monia Lam. Die 13-Jährige hat im vergangenen Jahr mit ihrem eigenen Song «Hope is» beim Songwriting-Wettbewerb von Sunday Playlist mitgemacht und im Finale den zweiten von sieben Plätzen belegt. Das Projekt der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen und des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen hat zum Ziel, junge Musikerinnen und Songwriter zwischen 12 und 22 Jahren zusammenzubringen und in ihrer Persönlichkeit und in ihren Begabungen zu fördern. Es unterstützt Jugendliche dabei, ihre eigene Band zu gründen, und ermöglicht ihnen, ihren eigenen Song professionell aufzunehmen.

 

Wertvolle Tipps vom Vater

Musik hat im Leben von Monia Lam schon immer eine grosse Bedeutung. Sie sagt: «Wenn ich keine Musik machen könnte, würde mir etwas im Leben fehlen.» Ihr erstes Lied hat die junge Frau aus Speicherschwendi AR bereits mit vier Jahren entwickelt. «Ich habe meinem Vater den Text und eine Melodie vorgegeben und er hat ein Lied gemacht.» Im Alter von sechs Jahren hat Monia mit dem Ukulelespielen begonnen, später kam das Klavierspielen hinzu. Rund 20 Songs habe sie mittlerweile geschrieben, aber nie veröffentlicht. Manches würde sie heute anders machen, sagt Monia. Ihr Vater Damon Lam ist selbst Musiker, spielt Gitarre und Bass und unterstützt seine Tochter tatkräftig. «Er kann mir alles zeigen und gibt mir immer wieder wertvolle Tipps.» Mit ihrer jüngeren Schwester Malena hat sie die Band Moonbeam-Sisters gegründet und sich einen Künstlernamen ausgedacht: Moonia, eine Kombination ihres Namens und des englischen Wortes für Mond (moon). Zudem ist Monia Mitglied im Jugendchor der Domsingschule St. Gallen. Noch ist die Musik nur ein Hobby. «Ich hoffe aber, dass ich noch lange weiter machen und vielleicht irgendwann weitere Songs herausbringen kann.»

 

Lied soll Hoffnung geben

Bei Sunday Playlist wird die Richtung des Songs vorgegeben. Die anderen Teilnehmenden durften einen Song über Hoffnung schreiben. So erschienen Anfang des Jahres alle Songs des letztjährigen Contests unter dem Thema «Hope». Für Monia passend. Sie schreibt gerne über ihre Emotionen. Und Hoffnung ist ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt und oft in ihren Liedern vorkommt. Monias Vater stammt aus Hongkong und sie als Familie haben die Proteste in den Jahren 2019 und 2020 miterlebt. «Viele Menschen sind festgenommen worden und sitzen im Gefängnis. Mein Lied handelt davon, in vielleicht hoffnungslosen Situationen die Hoffnung zu behalten.» Ihr persönlich hilft dabei auch der christliche Glaube. «Er gibt mir Halt.»

Im Video-Statement auf YouTube spricht Monia über die Sunday-Playlist. Link siehe unten

Austausch wichtig

Das auf drei Jahre angesetzte Projekt Sunday Playlist ging am 16. Januar mit einem Kick-off-Event in die zweite Runde – dieses Mal zum Thema «Faith». Songs können noch bis zum 22. Mai eingereicht werden. Monia ist froh, beim Contest im vergangenen Jahr mitgemacht zu haben, und ermutigt auch andere zur Teilnahme: «Ich habe viel gelernt und konnte mich mit anderen jungen Songwritern austauschen. Das war super. Dass ich mein eigenes Lied im Studio aufnehmen konnte, ist natürlich cool. Ich würde wieder mitmachen.»

 

Video-Statement von Monia

 

Mehr Infos: www.sundayplaylist.ch

 

Bild: zVg.

Alessia Pagani
Autorin
Veröffentlichung: 20.01.2026