Ein neues Jahr hat begonnen. Rund um den Globus feierten die Menschen. So viel Freude, Hoffnungen und Energie steckt darin. Feuerwerk oder Glockenklänge sind der feierliche Ausdruck dafür, mit dem 1. Januar beginnt etwas Neues! Verbunden mit Hoffnungen und guten Wünschen für sich selbst und andere. Das Jahr ist noch unberührt und voller Möglichkeiten.
Auch mein Kalender liegt noch weitgehend leer vor mir. Nur wenige Termine sind eingetragen – und genau auf die freue ich mich besonders. Im September steht das 100-Jahr-Jubiläum meiner Gemeinschaft, der Marienschwestern, an, ein Anlass, dem wir dankbar und voller Freude entgegensehen. Dazu kommen Begegnungen und Gespräche, die mir wichtig sind, und auch Zeiten der Erholung wie meine Ferien. Schon jetzt wirken diese Einträge wie kleine Lichtpunkte, die Vorfreude wecken, lange bevor der Tag überhaupt da ist. Zu Beginn des Jahres vertraue ich meinen Kalender jeweils Gott an. Ich gehe davon aus, dass er jeden Neubeginn und jeden einzelnen Tag begleitet und segnet. Das Wort von Martin Buber – «Gott Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, heisst, Ewigkeit in unsere Zeit einzulassen» – spricht mich dabei sehr an. Ewigkeit in die eigenen Tage und Termine hineinlassen: das möchte ich gern.
Zwischen Ewigkeit und Alltag
Natürlich bringt auch dieses Jahr Herausforderungen und Sorgen mit sich, die ihren Platz im Kalender finden werden. Trotzdem schenkt mir jeder Morgen die Möglichkeit, einen kleinen Schritt anders zu gehen – ein wenig freundlicher, geduldiger, hoffnungsvoller. Und selbst wenn der Glanz des Jahresbeginns schon bald verblasst, darf ich jeden Tag neu anfangen und aufmerksam bleiben für die leisen Geschenke des Alltags. Wenn ich Gott Zeit und Aufmerksamkeit schenke, öffnet sich mir ein Raum für die Ewigkeit – und ich entdecke das Gute, gerade dort, wo ich es vielleicht nicht erwarte. Vielleicht besteht genau darin der Zauber des neuen Jahres: dass Ewigkeit und Alltag sich berühren dürfen. Nicht nur am 1. Januar, sondern heute – und morgen wieder. Wenn mir das gelingt, wird selbst ein ganz gewöhnlicher Dienstag zum heiligen Moment. Und vielleicht ist das der schönste Beginn, den ein Jahr haben kann.