Leserfrage: Woher kommt der Messwein?

Als Pfarrer werde ich mit einem Augenzwinkern dann und wann auf den Messwein angesprochen: Man witzelt darüber, der Wein könne «recht gut» sein oder der Pfarrer probiere «gern mal». Diese Scherze spielen liebevoll mit dem Bild des genussfreudigen Geistlichen, ohne die Eucharistie zu verspotten. Oft heisst es: Wenn der Messwein gut ist, fliesst die Predigt besser.

 

Messwein stammt meist aus gewöhnlichen Weingütern. Das Gesetzbuch des Kirchenrechts der römisch-katholischen Kirche, der Codex Iuris Canonici, (CIC 1983, Can. 924 §3) verlangt naturreinen, nicht verdorbenen Wein aus Weintrauben. Für Messwein gilt:

 

• ausschliesslich aus Trauben gewonnen 

• naturbelassen

• ohne Aromastoffe, Zucker oder Farbstoffe

• alkoholisch und fehlerfrei

 

Der Wein darf also nicht entalkoholisiert, künstlich verändert oder mit Fremdalkohol versetzt sein und muss hygienisch einwandfrei bleiben, also frei von Fehlern wie Essigstich oder Oxidation. Mit Vorzug ist Messwein von einer einzigen Traubensorte und möglichst aus demselben Rebberg.

 

Rot oder Weiss?

Messwein kann rot oder weiss sein. In der Eucharistie wird meist Weisswein verwendet, da er keine Flecken hinterlässt und milder schmeckt. Er ist ärmer an Gerbstoffen und reagiert deshalb weniger mit Metallkelchen. In unserer Seelsorgeeinheit Gaster variiert der Messwein je nach Pfarrei: Eingekauft wird er von den Sakristaninnen und Sakristanen. Ich mische mich in die Wahl des Messweins nicht ein und nehme, was bereitgestellt wird.

 

Geheimnis des Glaubens

In der Eucharistie geht es nicht um den Genuss des Weines, sondern um die Gegenwart Christi, der über Brot und Wein sagte: «Das ist mein Leib; das ist mein Blut.» Der Wein – in kleiner Menge – ist Träger dieser Zusage. Es geht nicht ums Trinken, sondern um eine Feier des Glaubens. Die Gläubigen empfangen die Eucharistie als geistliche Nahrung, zur Einheit mit Christus und zur Stärkung im Leben. Es ist ein spiritueller Akt, kein kulinarischer. Christus ist in den Gestalten von Brot und Wein ganz gegenwärtig. Ein gemeinsamer Kelch ist aus hygienischen Gründen eher schwierig. Deshalb erhalten die Gläubigen meistens «nur» die Brotkommunion und keine Kelchkommunion.

Josef Manser

Pfarrer Seelsorgeeinheit Gaster

Leserfragen an info@pfarreiforum.ch

Josef Manser
Pfarrer Seelsorgeeinheit Gaster
Veröffentlichung: 08.01.2026