Schwarzbraun ist die Haselnuss» oder «Blau blüht der Enzian» – für solche Schlager ist Heino bekannt, über 55 Millionen Tonträger hat er verkauft. Der Sänger mit der dunklen Brille tritt am Ballermann auf Mallorca auf und wagte auch auch schon Ausflüge in die Heavy-Metal-Szene. Und jetzt gibt er auch noch Kirchenkonzerte – manche sehen das kritisch. «Ich weiss nicht, welche Kritiker das sein sollen. Und mir wurde in den letzten Jahren auch nichts darüber bekannt, dass irgendjemand nicht einverstanden gewesen wäre, dass ich in einer Kirche singe», sagt Heino in einem Interview mit der St. Pöltner Kirchenzeitung «kirche bunt». «Die Kirche als Institution sollte grundsätzlich froh sein, dass ich diese Art von Konzerte mache und die Kirchen fülle. In einer Zeit, wo sich die Kirche nicht so leicht tut, sind die Kirchen bei meinen Konzerten voll. Meiner Meinung nach muss die Kirche offener werden.»
Auch für Kirchenferne
Er habe nie vorgehabt, in einer Kirche «Schwarzbraun ist die Haselnuss» zu singen. Er singe bei diesen Konzerten sakrale und klassische Lieder von Mozart, Beethoven, Schubert und Brahms, und Kirchenlieder wie «Grosser Gott wir loben dich», «Lobe den Herrn» oder «Ich bete an die Macht der Liebe». «Die Konzerte sollen auch jene Menschen anregen, die vielleicht schon einen Abstand zu Glaube und Kirche haben, wieder den Weg in die Kirche zu finden. Und jenen Menschen, die das kritisieren, kann ich nur empfehlen, eines meiner Konzerte zu besuchen und sich ein Bild zu machen. Vor allem auch davon, wie das Publikum darauf reagiert. Bei der Premiere in der Dresdener Kirche, wo 1000 Leute reinpassen, war die Kirche voll.» Dafür sei er dankbar und das soll ihm einer in seinem Alter nachmachen.
Wunsch von Hannelore
«Ich bin sehr katholisch und ich wurde sehr religiös erzogen. Meine Mutter war zwar evangelisch, mein Vater aber war katholisch. Er ist 1941 im Krieg gefallen, als ich drei Jahre alt war. Meine Mutter hat mich und meine heute 90-jährige Schwester im Glauben meines Vaters erzogen. Mein Grossvater Bartholomäus war übrigens Kantor im Kölner Dom und hat dort die Orgel gespielt – ich glaube, dass ich von ihm auch die Musikalität habe. Zwei meiner inzwischen verstorbenen Cousins waren zudem Pastoren. Somit war der Glaube immer Mittelpunkt in meinem, aber auch im Leben von Hannelore.» Mit seiner Frau Hannelore war er 44 Jahre verheiratet, sie starb 2023. Es sei ein Wunsch von Hannelore zum 30. Hochzeitstag gewesen, dass er an diesen Orten sakrale und klassische Lieder singe. «Und weil es ihre Idee war und um ihrer zu gedenken, werde ich auch diese Tournee so gut es mir möglich ist, absolvieren. Hannelore war immer der grösste Motor und die grösste Antriebsfeder hinter meiner Karriere. Und für sie werde ich diese Konzerte spielen.»
Privataudienz beim Papst
Mittlerweile hat Heino über 250 Konzerte in Pfarrkirchen, Domen, Kathedralen oder Basiliken gegeben und tausende Menschen erreicht. Was motiviert ihn dazu? «Ich will den Glauben mittransportieren – und dass er wieder wichtig wird im Leben der Menschen. Besonders in den Familien sollte der Glaube zentraler Mittelpunkt sein. Natürlich möchte ich mit dem Programm auch anregen, dass die Menschen wieder den Weg in die Kirche finden.» Seine Interpretation von sakralen und klassischen Liedern scheint anzukommen: Im Januar erhielt er für sein Album «Frieden auf Ewigkeit» mit Liedern wie «Grosser Gott, wir loben dich» in Österreich Gold-Status. Und diese Goldene Schallplatte schenkte er prompt Papst Leo XIV.: Ein Herzenswunsch sei für ihn in Erfüllung gegangen, zitierte die Bild-Zeitung Heino, als er Ende Januar in Rom eine Privataudienz beim Papst erhielt. Er habe ihm von den Kirchenkonzerten erzählt. Papst Leo XIV. sei «das freundliche Gesicht der Kirche und ein Mann des Friedens».
Konzert im Rahmen 100 Jahre Pfarrei Au SG
Das Konzert von Heino am Sonntag, 26. April, 17 bis 19 Uhr, in der kath. Kirche Au SG findet im Rahmen des 100-Jahr-Jubiläums der Pfarrei statt. Die Tickets kosten 49 Franken und können via www.eventfrog.ch bestellt werden.
Der TV-Sender VOX zeigt am 31. März und 7. April (20.15 Uhr) eine Doku-Serie über Schlagerstar Heino (Szene aus der Serie). Am 26. April singt er in der kath. Kirche Au.