Editorial

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen und doch sind bereits wieder zwei Monate vergangen. Viele haben strenge Wochen hinter sich. Gerade junge Menschen wissen, ihre Resultate in der Schule, an der Uni oder auf der ersten Arbeitsstelle sind zukunftsweisend. Nicht alle werden ihren «Wunschweg» einschlagen können. Das schafft Druck. Hinzu kommen tägliche Schreckensnachrichten: die Kriege auf der Welt, die Drohgebärden Trumps, die instabile Wirtschaftslage, Texte und Bilder über die Brandkatastrophe in Crans-Montana. Dies kann überfordern und Ängste auslösen. Verständlich der Reflex, dann und wann den Kopf in den Sand stecken und alles liegen lassen zu wollen. «Wie soll ich das bloss schaffen?» Mit dieser Frage sind Seelsorgende, so auch Uniseelsorger Thomas Reschke, oft konfrontiert. Sie sind da, hören zu und teilen die Sorgen. Sie tragen die Last mit, die für eine Person allein zu schwer ist. Die vergangenen Monate haben eines gezeigt: Egal ob beim gemeinsamen Versuch, das Unsägliche in Worte zu fassen am nationalen Trauertag für Crans-Montana auf dem Klosterplatz und in den Gebetsrunden für die Ukraine, oder bei Unsicherheiten und Leistungsdruck in der Ausbildung, es tut gut zu merken: Ich bin nicht allein, die Sorgen und Ängste werden geteilt.

Alessia Pagani
Autorin
Veröffentlichung: 22.02.2026