Editorial

Der Kronberg gilt als Kraftort. Dort gibt es etwa einen sogenannten Adernstern, lese ich auf der Infotafel. Es handle sich um eine uralte energetische Kulturtechnik. Vorstellen müsse man sich das ganze wie ein steinzeitliches GPS.

Ich erfahre von Steinen mit eisenoxydhaltiger Oberfläche, die zu Steinadern aneinandergelegt Kraftfelder mit hohen Energien ergeben. Pendel und Rauten würden den Verlauf des jeweiligen Weges anzeigen. 

 

Das klingt zu kompliziert zum Ausprobieren. Viel eher sind Kraftorte für mich Orte ohne Input, an denen man einfach zur Ruhe kommt: Am besten funktioniert bei mir die Lieblingssitzbank im Wald oder die kleine Steinmauer am See. Der Blick schweift ins Leere, das Rauschen löst das Denken ab. 

 

Die Recherche im Büro zeigt: In der Schweiz gibt es Hunderte solcher Kraftorte. Viele von ihnen gelten als offiziell belegt. Auch wenn die sogenannten Bovis-Werte, mit denen die Intensität der Erdstrahlung bestimmt wird, seitens der Naturwissenschaft nicht anerkannt sind. Fest steht aber, dass es seit Jahrhunderten oftmals dieselben Orte sind, die Menschen guttun und sie neue Inspiration finden lassen. Die Sommermonate eignen sich bestens für eine Erkundungstour.

Nina Rudnicki
Autorin
Veröffentlichung: 20.06.2026