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Eine familiäre Hochschule

Der St. Galler Lukas Gemein­der (27) arbei­te­te bisher im Kauf­män­ni­schen Bereich und s­uchte ­einen Beruf, der ihn mehr erfüllt. Jetzt studiert er an der Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le Chur. Wie er haben viele der Studie­ren­den vor dem Theo­lo­gie­stu­di­um in ande­ren Beru­fen gearbeitet.

«Ich enga­gie­re mich schon seit länge­rem frei­wil­lig in der Kirche», erzählt Lukas Gemein­der (27) aus St. Gallen, «dabei habe ich immer mehr gespürt, dass mich diese Arbeit mehr erfüllt als meine beruf­li­che Tätig­keit im Kauf­män­ni­schen. Zudem habe ich in den letz­ten Jahren wieder stär­ker zum Glau­ben zurück­ge­fun­den und mich schliess­lich für das Theo­lo­gie­stu­di­um entschie­den mit dem kirch­li­chen Dienst als Ziel.» Das Studi­um gefal­le ihm: «Die unter­schied­li­chen Fächer wie etwa Musik, Liturgie-Wissenschaft, Kirchen­ge­schich­te und Spra­chen machen das Studi­um sehr span­nend und viel­sei­tig. Dank des brei­ten Spek­trums kann man persön­li­che Stär­ken und Schwä­chen in einzel­nen Fächern gut kompen­sie­ren. Auch wenn es manch­mal sehr theo­re­tisch ist, wird immer auch ein prak­ti­scher Bezug hergestellt.»

Lukas Gemein­der (rechts) in der Kaffee-Pause mit ande­ren Studie­ren­den aus dem Bistum St.Gallen.

Umfeld reagiert erstaunt

Einer der Studie­ren­den aus dem Bistum St. Gallen ist auch Simon Sigg (32), Reli­gi­ons­päd­ago­ge und Jugend­seel­sor­ger in Gossau. Er absol­viert ein berufs­be­glei­ten­des Studi­um im bischöf­li­chen Studi­en­pro­gramm. «Mein Umfeld reagiert manch­mal ein biss­chen erstaunt, dass ich als junger Mensch Theo­lo­gie studie­re und ich spüre auch eine gewis­se Span­nung in Bezug auf die Kirche», sagt er. «Auch wenn mich die Skan­da­le oder die vielen Kirchen­aus­trit­te trau­rig und nach­denk­lich stim­men, denke ich, dass die Kirche eine Zukunft hat.» Ihn moti­vie­re die Arbeit mit Jugend­li­chen. «Ich spüre eine Offen­heit gegen­über Reli­gi­on und auch ein Bedürf­nis nach Spiri­tua­li­tät. Ich bin über­zeugt von der frohen Botschaft der Kirche und möch­te diese weiter­tra­gen.» Mit Anfang 30 verspür­te er die Moti­va­ti­on, sich persön­lich vermehrt mit exis­ten­zi­el­len und philo­so­phi­schen Fragen ausein­an­der­zu­set­zen und den Glau­ben zu hinter­fra­gen und zu begrün­den. «Ich arbei­te schon seit eini­gen Jahren in der Pfar­rei­seel­sor­ge und woll­te mein Wissen erwei­tern und vertie­fen.» Für Chur hat er sich entschie­den, weil die Hoch­schu­le dort klein und fami­li­är sei. «Man kennt sich persön­lich, isst und disku­tiert zusam­men am Mittags­tisch. Ich habe bereits Reli­gi­ons­päd­ago­gik studiert und zwar in Luzern. Ich woll­te noch eine ande­re Hoch­schu­le kennen lernen und entschied mich auch deshalb für Chur.»

Viele der Studie­ren­den an der Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le Chur kommen aus den Kanto­nen Grau­bün­den, St. Gallen und Zürich.

50 bis 60 Studierende

«Das gros­se Plus der Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le Chur ist die Nähe von Hoch­schu­le und Semi­nar», hält René Scha­ber­ger, Rekto­rats­as­sis­tent an der Hoch­schu­le, fest. «Es wird nicht nur Theo­lo­gie gelehrt, sondern wir ermög­li­chen den Studie­ren­den auch eine ganz­heit­li­che Persön­lich­keits­bil­dung.» Auch bezeich­net René Scha­ber­ger die gute Betreu­ung der Studie­ren­den als einen Mehr­wert. «Wir können auch indi­vi­du­el­le Studi­en­pro­gram­me anbie­ten für Studie­ren­de, die berufs­tä­tig sind.» Etwa fünf­zig bis sech­zig Perso­nen studie­ren an der Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le Chur. Diese Zahl sei seit Jahren stabil. «Heute begin­nen die wenigs­ten direkt nach der Matu­ra mit dem Theo­lo­gie­stu­di­um. Die meis­ten haben schon eine Berufs­aus­bil­dung absol­viert und zum Teil auch mehre­re Jahre im Beruf gear­bei­tet.» Viele der Studie­ren­den kommen laut René Scha­ber­ger aus den Kanto­nen Grau­bün­den, St. Gallen und Zürich. Es gebe auch verein­zel­te Gast­hö­rer im Renten­al­ter, die die eine oder ande­re Vorle­sung besuchen.

Text: Katja Hongler

Bild: zVg.

Veröf­fent­licht: 31.01.2023

Online-­Infoveranstaltungen

Inter­es­sier­te erhal­ten bei den Online-­Informationsveranstaltungen am 13. und 21. Febru­ar, jeweils 19.30 Uhr, kompakt die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen zum ­Studi­um der Theo­lo­gie an der TH Chur sowie einen Einblick in die Insti­tu­ti­on. Es werden auch Fragen beantwortet.

→ Anmel­dung: www.thchur.ch/info

An jenem Abend vor 22 Jahren

Was hält Paare zusam­men? Wieso tren­nen sie sich? Und wie schafft man es, dass ­Alltäg­li­ches seinen Zauber behält? Das Projekt paargeschichten.ch sammelt Erzäh­lun­gen von Paaren. 

Meine Momo

«Wenn Momo zuhör­te, blüh­te die Fanta­sie der Erzäh­len­den auf wie eine Früh­lings­wie­se. Die Gedan­ken, die bisher zu Fuss gegan­gen sind, beka­men plötz­lich Flügel», heisst es im gleich­na­mi­gen Buch von Micha­el Ende. Ich habe das Privi­leg, Momo bei mir zu Hause zu haben: Sie schlum­mert zwischen zwei Buch­de­ckeln, bis ich sie zum Leben erwe­cke; oder sitzt mir am Küchen­tisch gegen­über. Meine Momo ist meine Frau. Wenn ich ihr eine vage Idee erzäh­le, entwi­ckelt sich diese wie von selbst weiter, allein durch ihre Art des Zuhö­rens. Sie ergänzt einen Gedan­ken, trifft mit einer Frage ins Schwar­ze oder hört einfach zu, mit den Augen.

Dort, in Rapperswil

Zwan­zig Jahre, nach­dem er sich von mir getrennt hat, ruft er an – nach zwan­zig Jahren tota­ler Funk­stil­le ruft er einfach unver­mit­telt an. Er sagt, dass er keine Angst vor der Angst mehr habe und dass er daher diesen Anruf gewagt habe. Ich falle, wie man sagt, aus allen Wolken, freue mich sehr. Und wir machen ein Tref­fen ab. In Rappers­wil. Dort gehen wir dann zusam­men über den Seesteg. Er erzählt mir, dass er einen Herz­in­farkt hatte. Und dass dieser ihn gelehrt habe, mehr auf sein Herz zu hören. Er wolle lernen zu lieben. Nach zwei­hun­dert Metern auf dem Seesteg sind wir wieder total verliebt.

Leiden­schaft statt Partnerschaft

Genies­se ich Spar­geln, tunke ich das Köpf­chen in die Sauce, sauge es aus – den Rest werfe ich weg. Es könn­te bitter sein, holzig oder schlecht geschält. Und genau­so halte ich es mit der Paar­be­zie­hung: Endlos spie­le ich den Akt des Sich-Verliebens, endlos beschäf­ti­ge ich mich mit Ouver­tü­ren, mit dem ersten Blick, der ersten Berüh­rung, dem ersten Kuss, der ersten Verei­ni­gung. Wird es aber ernst und kommen Paarbeziehungs-Gefühle auf, habe ich Angst, es könn­te, wie die Spar­geln, bitter werden, holzig. Und ich breche ab. Auf der einen Seite, ja, sehne ich mich so sehr nach Zwei­sam­keit, auf der ande­ren Seite gera­te ich dermas­sen in Panik, sie in einer Part­ner­schaft zu fixie­ren – zu mono­ga­mi­sie­ren, alles auf eine Karte zu setzen. Wieso kapi­tu­lie­re ich vor der Paar­be­zie­hung, wo ich doch den Gross­teil meines Lebens in genau dieser Form von Bezie­hung gelebt habe? Oder ist es umge­kehrt? Habe ich für mich gemerkt, dass die Paar­be­zie­hung selber die Kapi­tu­la­ti­on ist? Die Kapi­tu­la­ti­on vor der Leiden­schaft, vor dem ewig Neuen?

Die Bett­fla­sche

In den drei­zehn Jahren, in denen ich Flora kenne, gab es viel­leicht fünf Aben­de, an denen ich vor ihr ins Bett gegan­gen bin. Sie geht früh ins Bett, manch­mal schon vor 21 Uhr. Sie liebt ihr Bett. Und wenn sie einmal drin ist, ist sie die Köni­gin. Doch wenn ich spät von der Arbeit komme, Zeit mit ihr verbrin­gen will, ist Flora schon auf dem Rück­zug. Dieser allabend­li­che Moment der Tren­nung fühl­te sich für mich viele Jahre lang wie eine Nieder­la­ge an. Auch Flora litt unter meiner Enttäu­schung. Bis zu dem Tag, viel­leicht vor fünf Jahren, als Flora mich bat, ihr eine Bett­fla­sche zu machen. Ich erhitz­te sie – und brach­te sie ihr ins Zimmer. Anfangs moch­te ich das nicht unbe­dingt. Doch indem sie mich fragt, ob ich ihr die Bett­fla­sche mache, teilt sie mir mit, habe ich mit der Zeit verstan­den, dass sie ins Bett geht. Und seit ich das verstan­den habe, tue ich das fast jeden Abend für sie. Es ist zu unse­rem gemein­sa­men Ritu­al des Zubett­ge­hens gewor­den. Ich brin­ge die Wärme­fla­sche herein und lege mich zu Flora, plau­de­re mit ihr und lasse den Tag gemein­sam mit ihr ausklin­gen. In manchen Näch­ten muss ich ihr manch­mal, wenn ich mit der Bett­fla­sche ins Schlaf­zim­mer komme, ihren Kopf frei­le­gen, um sie küssen zu können, so fest ist sie in ihre Decke einge­wi­ckelt. In diesen Näch­ten grum­melt sie nur; kein «Gute Nacht», kein Kuss, keine Aufmerk­sam­keit. Aber ich weiss selbst dann, dass wir zusam­men sind. Anspruchs­los und wohlig verlas­se ich das Schlaf­zim­mer. Wenn mich Flora fragt, ob ich ihr ihre Bett­fla­sche gemacht habe, fragt sie mich: «Teilen wir diesen Abend?» Sie fragt mich auch: «Gefällt es dir, dein Leben mit mir zu verbrin­gen?» Und: «Weisst du, wie froh ich bin, dass du hier bist?» Ja, habe ich, Flora. Ja, das tun wir. Ja, sehr. «Ja, ich weiss.»

Der Besser­wis­ser

Bei jeder Gele­gen­heit zück­te er sein Handy, um zu googeln, ob nun Selma oder er recht hatte. Immer schon hat sie das genervt. Doch dann kam: Sizi­li­en. Sie hatten eine Feri­en­woh­nung in einem klei­nen mittel­al­ter­li­chen Städt­chen und sassen auf der Piaz­za beim Nacht­es­sen, gleich gegen­über einer Kirche. Über der Eingangs­tür stand in tief­ro­ten Lettern «Chie­sa del Purga­to­rio» – und Willy frag­te sie, was wohl «Purga­to­rio» bedeu­te. Ohne zu über­le­gen, sagte sie es ihm: «Fege­feu­er!» Wieso sie das nun wieder wisse, sagt er, und: «Wenn du solche Sachen weisst, ist es klar, dass bei dir dafür ande­re Hirn­area­le unter­ent­wi­ckelt sind!» Sie woll­te etwas entgeg­nen, konn­te aber nicht, es ging nicht mehr, wort­los stand sie auf, warf die Servi­et­te auf den halb leer­ge­ges­se­nen Teller mit dem Riso ai Frut­ti di Mare, ging in die Feri­en­woh­nung zurück, pack­te ihren Koffer und fuhr zum Flug­ha­fen. Zuhau­se lösch­te sie seine fünf­zehn Anru­fe in Abwe­sen­heit und acht­zehn SMS. Und blockier­te seine Nummer.

Vor dem Velokurierladen

Ein paar Tage nach­dem ich von einer langen Pilger­rei­se nach Sant­ia­go zurück­kam, stand ich in meinem Velo­ku­rier­ge­schäft, als zwei Frau­en herein­ka­men. Sie frag­ten mich, ob sie ihre Velo­rei­fen pumpen könn­ten. Und so kamen sie ins ­Gespräch mit mir und den ande­ren Velo­ku­rier­fah­re­rin­nen und ‑fahrern, die noch im Laden herum­stan­den oder am Ende ihrer Schicht etwas zusam­men trin­ken woll­ten. Wir hatten eine gute Zeit, und als sich die munte­re Gesell­schaft aufzu­lö­sen begann, war es Abend gewor­den. Meine Geschäfts­part­ner, die eine Frau und ich blie­ben etwas länger. Als wir die Tür abschlos­sen, kam er, dieser eine Moment, der mein Leben verän­dern soll­te: Mein Heim­weg führ­te mich in diesel­be Rich­tung, die auch mein Geschäfts­part­ner einschlug. Doch der Weg der Frau ging in die entge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Ich stand unent­schlos­sen da. Die Frau auch. Mein Geschäfts­part­ner rief: «Kommst du …?» Ich aber beweg­te mich nicht. Bis sie schliess­lich zu mir sagte: «Küss mich, aber rich­tig!» Und so habe ich sie geküsst, an jenem Abend vor 22 Jahren. Heute sind wir Eltern von drei Kindern.

Texte: paargeschichten.ch

Illus­tra­tio­nen: Lea Neuenschwander

Veröf­fent­licht: 25.01.2023

Fokus auf Prävention

«Noch immer ist es für viele Miss­brauchs­be­trof­fe­ne ein gros­ser Schritt, sich an das ­Fach­gre­mi­um zu wenden und über das erfah­re­ne Leid zu spre­chen», sagt Danie­la Sieber, ­Präsi­den­tin des Fach­gre­mi­ums gegen sexu­el­le Über­grif­fe im Bistum St. Gallen. Bischof Ivo Fürer hat das Gremi­um 2002 installiert.

Dieses Jahr jähr­te sich die Grün­dung des Fach­gre­mi­ums zum zwan­zigs­ten Mal. Als Bischof Ivo Fürer 2002 als Reak­ti­on auf einen Miss­brauchs­fall das Gremi­um instal­lier­te, wurde noch kaum über sexu­el­le Miss­bräu­che im kirch­li­chen Umfeld gespro­chen. «In den vergan­ge­nen zwan­zig Jahren hat sich extrem viel getan», fasst Danie­la Sieber, Juris­tin und Media­to­rin, zusam­men. «Das Gremi­um hat sich konse­quent weiter­ent­wi­ckelt und profes­sio­na­li­siert.» Das Fach­gre­mi­um ist heute fest etabliert, in ande­ren Bistü­mern gibt es heute ähnli­che Gremi­en und Anlauf­stel­len. Ging es anfangs vor allem um straf­recht­li­che Themen, habe sich der Fokus auf die Präven­ti­on verla­gert. Ein wich­ti­ger Schritt war 2016 die Einfüh­rung des Schutz­kon­zep­tes im Bistum St. Gallen. Jähr­lich finden Einfüh­rungs­kur­se für alle Ange­stell­ten und frei­wil­lig Enga­gier­te im Bistum statt. Das Thema ist auch fester Teil der Berufs­ein­füh­rung der Seel­sor­gen­den. Seit 2017 können sich Betrof­fe­ne von physi­scher und psychi­scher Gewalt, Mobbing, Arbeits­platz­kon­flik­ten und emotio­na­len Grenz­ver­let­zun­gen auch an zwei Ombuds­per­so­nen wenden. Einen Beitrag zur Aufar­bei­tung leis­tet auch ein Genug­tu­ungs­fonds der Schwei­zer Bischofs­kon­fe­renz. Dass ein Bewusst­sein für die Not und die Erfah­run­gen der Betrof­fe­nen geschaf­fen wurde, dazu hätten auch die Medi­en beigetra­gen. «Und beson­ders all die Betrof­fe­nen, die ihre Erfah­run­gen öffent­lich gemacht haben.»

«Dennoch gehen wir davon aus, dass es auch in unse­rem Bistum Betrof­fe­ne gibt, die sich noch nicht gemel­det haben.»

Danie­la Sieber

Hilfe bei Verarbeitung

Aktu­ell hat das Fach­gre­mi­um keinen straf­recht­li­chen Fall zu bear­bei­ten. In diesem Jahr haben sich acht Perso­nen gemel­det. Im Bistum St. Gallen sei es für Betrof­fe­ne nieder­schwel­lig möglich, sich an das Fach­gre­mi­um zu wenden. Sie behal­ten die Kontrol­le über die Schrit­te und welche Infor­ma­tio­nen an welche Stel­le gelan­gen. «Dennoch gehen wir davon aus, dass es auch in unse­rem Bistum Betrof­fe­ne gibt, die sich noch nicht gemel­det haben», sagt Danie­la Sieber. Deshalb sei das Gremi­um daran, sich immer wieder ins Gespräch zu brin­gen und auf sein Ange­bot aufmerk­sam zu machen. Für Theo­lo­gin und Psycho­lo­gin Regu­la Sarbach, Ansprech­per­son für Betrof­fe­ne, kann es ein Beitrag zur Verar­bei­tung sein, wenn sich Betrof­fe­ne auch Jahr­zehn­te nach dem Miss­brauch melden: «Das Erzäh­len der Erfah­run­gen wird von vielen Betrof­fe­nen als wich­tig und entlas­tend erlebt», sagt sie, «oft sind für die Betrof­fe­nen die Frage nach einer finan­zi­el­len Genug­tu­ung oder straf­recht­li­chen Konse­quen­zen zweit­ran­gig. Selbst wenn der Täter schon verstor­ben ist, kann es entlas­tend sein, Gehör zu finden.» Teil­wei­se sind es auch Perso­nen, die grenz­ver­let­zen­des Verhal­ten beob­ach­tet haben und sich melden.

Spiri­tu­el­ler Missbrauch

Rela­tiv neu ist das Bewusst­sein für den spiri­tu­el­len Miss­brauch. Dieser wurde vor allem durch das Buch «Spiri­tu­el­ler Miss­brauch in der katho­li­schen Kirche» der deut­schen Theo­lo­gin Doris Reisin­ger zum Thema: In vielen Grup­pen und Gemein­schaf­ten gibt es Perso­nen, die leiten und Verant­wor­tung tragen. Diese Perso­nen haben Macht, die sie zum Guten einset­zen, aber auch miss­brau­chen können. «Solche Fälle sind oft noch­mals viel komple­xer als ein sexu­el­ler Über­griff und für die Betrof­fe­nen schwer zu erken­nen und benen­nen», so Danie­la Sieber. Um auch diese Betrof­fe­nen opti­mal beglei­ten zu können, könn­te es laut Sieber sinn­voll sein, eine eige­ne Anlauf­stel­le zu schaffen.

Nicht­kirch­li­che Meldestelle

In den letz­ten Jahren sind zahl­rei­che Bücher von Miss­brauchs­be­trof­fe­nen erschie­nen. Es gibt inzwi­schen auch Netz­wer­ke und Grup­pen, zu denen sich Betrof­fe­ne zusam­men­ge­schlos­sen haben wie zum Beispiel die «Inter­es­sen­ge­mein­schaft für Miss­brauchs­be­trof­fe­ne im kirch­li­chen Umfeld». Diese fordert die Errich­tung einer gesamt­schwei­ze­ri­schen, neutra­len und unab­hän­gi­gen Melde­stel­le. Danie­la Sieber kann diese Forde­rung nach­voll­zie­hen: «Die Situa­ti­on in den Bistü­mern ist bis heute ganz unter­schied­lich. Im Bistum St. Gallen ist auch hier das Bewusst­sein gewach­sen. Heute ist im Fach­gre­mi­um kein Mitglied mehr aus der Perso­nal­ab­tei­lung oder dem Ordi­na­ri­at des Bistums vertre­ten.» Sieber sieht gespannt den Ergeb­nis­sen der histo­ri­schen Studie zum sexu­el­len Miss­brauch im Umfeld der römisch-katholischen Kirche entge­gen, die die Schwei­zer Bischofs­kon­fe­renz im Früh­ling in Auftrag gege­ben hat. Diese soll einen weite­ren Beitrag zur Aufar­bei­tung und Präven­ti­on leis­ten. Die Ergeb­nis­se werden für Herbst 2023 erwartet.

Text: Stephan Sigg

Bild: zVg.

Weiter­bil­dung für frei­wil­lig Engagierte

Worauf müssen frei­wil­lig Enga­gier­te ­achten? Das Bistum St. Gallen bietet 2023 die Weiter­bil­dung ­«Pfarreirat-Updates» zur Umset­zung des Schutz­kon­zep­tes an. Pfarrei- und ­Pasto­ral­rä­te haben, so die  Ausschrei­bung, meist das ganze ­Spek­trum der Frei­wil­li­gen in ihrer Pfar­rei und Seel­sor­ge­ein­heit im Blick. Ihnen komme deshalb eine wich­ti­ge Rolle zu.

Sams­tag, 14. Janu­ar 2023, Mels oder ­Sams­tag, 18. Febru­ar 2023, Degers­heim, ­jeweils 9 bis 12.45 Uhr

→ Infor­ma­tio­nen und Anmel­dung: www.bistum-stgallen.ch

«Den anderen nicht besiegen»

Was tun, wenn sich ein Kind weigert, in die Schu­le zu gehen? Und wie soll man mit ­respekt­lo­sem Verhal­ten umge­hen? Schul­ex­per­te Stefan Gander spricht im Inter­view darüber, wie Erwach­se­ne und Lehr­per­so­nen in solchen Situa­tio­nen reagie­ren können.

Erzie­hen war nie schwie­ri­ger als heute: Stimmt das und ­wieso entsteht dieser Eindruck?

Stefan Gander: Mit solchen pauscha­len Aussa­gen habe ich Mühe. Jede Genera­ti­on hat ande­re und neue Heraus­for­de­run­gen. Wir befin­den uns derzeit in einer unbe­stän­di­gen Zeit. Alles ist unsi­cher und von der steten Verfüg­bar­keit geprägt. Die Jugend­li­chen haben durch die sozia­len Medi­en immer das Gefühl, etwas verpas­sen zu können. Ein weite­rer Punkt ist, dass wir heute stark geprägt sind vom Wort «sofort». Warten fällt uns schwer. Gera­de Jugend­li­che wollen dort sein, wo etwas passiert. Sich darauf einlas­sen, ist aber schwie­rig, weil an einem ande­ren Ort ja gleich­zei­tig auch etwas passiert.

Führt das dazu, dass wir keine Gren­zen mehr kennen? Und die Lehr­per­so­nen können dann ausba­den, was zuhau­se in der Erzie­hung versäumt wurde?

Stefan Gander: Das kann ich so nicht bestä­ti­gen. Es gibt nicht einfach Die Jugend­li­chen, Die Eltern oder Die Lehr­per­so­nen. Es gibt ganz viele gelin­gen­de und posi­ti­ve Beispie­le, Fami­li­en, Bezie­hun­gen und so weiter. Als Eltern wie auch als Lehr­per­so­nen kann man aber in Situa­tio­nen gera­ten, in denen man nicht mehr weiter weiss und sich ohnmäch­tig fühlt. Dieses Gefühl der Ohnmacht könn­te man viel­leicht mit dem Vorwurf gleich­set­zen, dass Kinder und Jugend­li­che heute keine Gren­zen mehr kennen würden.

Hier setzt die Metho­de der Neuen Auto­ri­tät an, nach der Sie an Ihren Schu­len arbei­ten. Worum handelt es sich dabei?

Stefan Gander: Die Neue Auto­ri­tät des israe­li­schen Psycho­lo­gen Haim Omer ist in den 1990er-Jahren dadurch entstan­den, dass er die Hilf­lo­sig­keit von Eltern im Gaza­strei­fen wahr­nahm. Es handelt sich dabei um eine Extrem­si­tua­ti­on ohne Zukunfts­per­spek­ti­ven oder Hoff­nung für die Jugend­li­chen. Drogen und Banden wurden unter den Jugend­li­chen ein gros­ses Thema. Allen Eltern war gemein­sam, dass sie eben in diese Ohnmacht gerie­ten. Die Neue Auto­ri­tät ist darauf ein Stück weit eine Antwort. Ich verwen­de heute lieber den Begriff der Verbin­den­den Auto­ri­tät nach Elia­ne Wieben­ga, da er zeit­ge­mäs­ser und meiner Meinung nach zutref­fen­der ist.

Lehr­per­so­nen sind für Stefan Gander, Bereichs­lei­ter Förder­an­ge­bo­te Verein tipi­ti, wie gute Gast­ge­ber. Ein Gast­ge­ber dürfe verlan­gen, dass man die ­Füsse nicht auf den Tisch lege. Ein Gast­geber sei aber auch als erster vor Ort.

Wann fingen Sie an, nach ­diesem Ansatz zu arbeiten?

Stefan Gander: 1996 grün­de­te ich mit der SBW Haus des Lernens Heri­s­au meine erste Privat­schu­le mit. 2005 entdeck­te ich die Metho­de von Haim Omer und merk­te, dass er syste­ma­tisch fest­ge­hal­ten hatte, was wir in den Jahren zuvor schon umge­setzt hatten. Durch Haim Omer hatten wir eine tref­fen­de Spra­che für unse­re Haltung gefun­den. Ziel ist es, als Lehr­per­son in fest­ge­fah­re­nen Situa­tio­nen wieder hand­lungs­fä­hig zu werden. Ich verglei­che Lehr­per­so­nen oft mit einem guten Gast­ge­ber. Ein Gast­ge­ber darf verlan­gen, dass man die Füsse nicht auf den Tisch legt. Ein guter Gast­ge­ber ist aber beispiels­wei­se auch immer als erster vor Ort. Man kann seine Klas­se nicht ins Schul­zim­mer rennen lassen, selbst erst fünf Minu­ten später hinzu­kom­men und erwar­ten, dass das funk­tio­niert. Dann ist die Präsenz nicht da, eine der wich­tigs­ten Grund­la­gen der Verbin­den­den Autorität.

Haben Sie ein weite­res ­Beispiel, wie man Konflik­te mit Kindern und Jugend­li­chen löst?

Stefan Gander: Nehmen wir das Beispiel eines Kindes, das sich weigert, in die Schu­le zu gehen. Das ist ein Problem, das nicht selten vorkommt. In erster Linie bestär­ken wir die Eltern dann darin, eine klare Haltung einzu­neh­men und sich selbst zu kontrol­lie­ren. Das sind eben­falls Elemen­te der Verbin­den­den Auto­ri­tät. In einem zwei­ten Schritt geht es darum, das Netz­werk zu akti­vie­ren. Dazu können beispiels­wei­se die Gross­el­tern, Freun­de oder Lehr­per­so­nen gehö­ren. Einmal mach­ten wir in einem solchen Fall einen Plan, wer an welchem Tag morgens das Kind abholt und dabei klar und liebe­voll beharrt, dass es mitkommt. Zehn Tage funk­tio­nier­te das nicht. Am elften Tag ging das Kind mit dem Gross­va­ter mit zur Schule.

Es geht also darum, bei einer klaren Haltung zu blei­ben und die Last auf verschie­de­nen Schul­tern zu tragen?

Stefan Gander: Ja. Es ist aber immer wich­tig, zwischen dem Verhal­ten und dem Kind als Person zu unter­schei­den: «Dich als Toch­ter lieben wir. Dein Verhal­ten können wir aber nicht akzep­tie­ren.» Das trifft gera­de auch bei respekt­lo­sem Verhal­ten zu. Hilf­reich ist, sich zunächst auf einen einzi­gen Punkt zu konzen­trie­ren, den man ändern möch­te und dass man dabei beharr­lich bei seinem Stand­punkt bleibt. Verhal­tens­än­de­run­gen brau­chen Zeit. Es nützt nichts, wenn man sagt, wenn du jetzt nicht das oder das machst, darfst du nicht in den Ausgang. Und man muss immer in der Bezie­hung zum Kind blei­ben. Als Erwach­se­ne sind wir dafür verant­wort­lich, immer wieder Bezie­hungs­an­ge­bo­te zu machen. Darin liegt die Kunst: Man muss in der Bezie­hung zum Kind blei­ben und Präsenz zeigen, gleich­zei­tig aber das stören­de Verhal­ten klar benen­nen. Indem man als Erwach­se­ner in seiner Haltung deut­li­cher wird, verän­dert sich das Verhal­ten eines Kindes.

Ist das Bewusst­sein für diese Erzie­hungs­me­tho­de nicht schon längst Alltag?

Stefan Gander: Das Bewusst­sein für diese Metho­de ist defi­ni­tiv vorhan­den. Manch­mal fehlen einem aber Hand­lungs­in­stru­men­te. Ich werde häufig von unter­schied­lichs­ten Schu­len ange­fragt, Refe­ra­te zu halten oder Weiter­bil­dun­gen zu geben. Eini­ge Schu­len beglei­te ich mit einem Team während eines ganzen Jahres, um den Ansatz der Verbin­den­den Auto­ri­tät umzu­set­zen. Im Zentrum steht immer die Frage, wie ich meine Haltung aufzei­gen kann, ohne den ande­ren zu besie­gen. Eines der wich­tigs­ten Bücher von Haim Omer heisst «Stär­ke statt Macht». Das trifft, worum es geht.

Vortrag an flade

Am 15. Novem­ber sind alle Inter­es­sier­ten zu einem Vortrags­abend der flade, der ­katho­li­schen Kantons­se­kun­dar­schu­le St. Gallen, einge­la­den. An dem tradi­tio­nel­len Bildungs­an­lass mit anschlies­sen­dem Apéro spricht Stefan Gander, ­Bereichs­lei­ter Förder­an­ge­bo­te Verein ­tipi­ti, zum Thema «Verbin­den­de Auto­ri­tät – durch Präsenz und Bezie­hung». Im Fokus steht, wie Eltern und Lehr­personen regel­mäs­sig mit unge­wöhn­li­chen oder destruk­ti­ven Verhal­tens­wei­sen von ­Jugend­li­chen konfron­tiert sind und welche Art von Auto­ri­tät dies erfor­dert.

→ 15. Novem­ber, 19 Uhr, Schutzengel­kapelle, Klos­ter­hof 2, St. Gallen

Text: Nina Rudnicki

Bilder: zVg.

Veröf­fen­li­chung: 7. Novem­ber 2022

Durch Gallus weltweit vernetzt

Jakob Kurat­li Hüeb­lin hat es sich zum Ziel gemacht, welt­weit alle Gallus­ka­pel­len ­aufzu­spü­ren. Dafür betreibt er eine Websei­te. Seine Faszi­na­ti­on für Gallus endet auch nach Feier­abend als stell­ver­tre­ten­der Leiter des Stifts­ar­chivs nicht.

Eine verlot­ter­te Gallus­kir­che, womög­lich ohne Dach, irgend­wo abge­le­gen in Tsche­chi­en: Findet Jakob Kurat­li Hüeb­lin ein solches Objekt, ist jeweils ein Ziel seiner Feri­en erreicht. Der 45-jährige St. Galler betreibt die Websei­te sanktgallus.net mit der Absicht, welt­weit alle Gallus­ka­pel­len und ‑kirchen aufzu­spü­ren, zu doku­men­tie­ren und im histo­ri­schen, kultu­rel­len und spiri­tu­el­len Kontext einzu­bet­ten. «Das schöns­te an diesem Hobby ist, dass ich nicht an den typi­schen touris­ti­schen Orten mit ihren bekann­ten Sehens­wür­dig­kei­ten lande, sondern durch wunder­schö­ne Land­schaf­ten wie zum Beispiel in Mähren und Böhmen reise, die ich sonst nie sehen würde», sagt er. Nebst Tsche­chi­en hat er auf diese Weise unter ande­rem auch Deutsch­land, Irland und Frank­reich erkun­det. Befin­det sich eine Gallus­kir­che oder ‑kapel­le weiter entfernt wie etwa in den USA, Südame­ri­ka oder Afri­ka, ist er zudem auf Zuschrif­ten wie Lite­ra­tur­tipps oder zuge­sand­tes Bild­ma­te­ri­al angewiesen.

Eine Zufalls­lei­den­schaft

Auf die Idee, eine solche Websei­te zu betrei­ben, kam Jakob Kurat­li Hüeb­lin durch Zufall. In St. Gallen arbei­tet er als stell­ver­tre­ten­der Leiter des Stifts­ar­chivs. 2012 stand das 1400-Jahre-Gallus-Jubiläum an. Zu diesem Anlass veröf­fent­lich­te das Stifts­ar­chiv die Publi­ka­ti­on «1400 x Gallus». Diese enthält 1400 Orte, die mit dem Grün­der des Klos­ters St. Gallen zu tun haben. Jakob Kurat­li Hüeb­lin griff dafür auf eine Arbeit des Stifts­ar­chi­vars Paul Staerk­le aus dem Jahr 1951 zurück, der sich bereits inten­siv mit Gallus­pa­tro­zi­ni­en ausein­an­der­ge­setzt hatte. «Ich fand seine Recher­che eindrück­lich und das Ganze ein abwechs­lungs­rei­ches Hobby», sagt er, den die Faszi­na­ti­on für Gallus und dessen Wirken seit­her nicht mehr los liess.

Nur noch ein Schienbein

Einer der span­nends­ten Punk­te ist für Jakob Kurat­li Hüeb­lin, wie sich der Kult des Heili­gen Gallus von St. Gallen aus ausge­brei­tet hat. Dadurch könne aufge­zeigt werden, wie vernetzt die Kirche und wie gross der Einfluss des Klos­ters St. Gallen war. «Um eine Gallus­kir­che zu grün­den, muss­te man über Reli­qui­en verfü­gen. Ohne Über­res­te wie Knochen oder Stücke vom Buss­gür­tel des Heili­gen war das grund­sätz­lich nicht möglich», sagt er. Dass es heute welt­weit rund 450 Gallus­ka­pel­len und ‑kirchen gebe, bedeu­te also auch, dass im Mittel­al­ter mit den Gallus-Reliquien gross­zü­gig umge­gan­gen worden sei. «Später, während des refor­ma­to­ri­schen Bilder­sturms im 16. Jahr­hun­dert, in dem reli­giö­se Bilder und Gegen­stän­de in Kirchen zerstört und die Reli­qui­en entfernt wurden, wurden Witze über das Grab des heili­gen Gallus gemacht. Es fand sich darin nämlich nur noch ein Schien­bein», sagt er.

Jakob Kurat­li Hüeb­lin vor den baro­cken Statu­en der beiden St.Galler Grün­der­hei­li­gen Gallus und Otmar im Ostflü­gel des ehema­li­gen Klostergebäudes.

Auch Schutz­pa­tron des Viehs

«Sankt Gallus verbin­det uns», schreibt Jakob Kurat­li Hüeb­lin auf seiner Websei­te. Worin diese Verbin­dung liegen mag, kann heraus­fin­den, wer sich dort auf der Welt­kar­te zu einer der Gallus­ka­pel­len und ‑kirchen klickt. Nebst Fotos und Infor­ma­tio­nen gibt es auch die Möglich­keit, eini­ge der Kirchen mit einer 3D-Brille virtu­ell zu besu­chen. Eine Über­ra­schung sind die vielen refor­mier­ten Gallus­ka­pel­len und ‑kirchen. «Das war auch für mich der gröss­te Erkennt­nis­ge­winn – und dass refor­miert nicht gleich refor­miert ist», sagt Jakob Kurat­li Hüeb­lin. «Gallus ist ein ökume­ni­scher Heili­ger, der in refor­mier­ten Gegen­den als Missio­nar und vorbild­li­cher Predi­ger gilt.» Je nach Land­schaft verän­de­re sich auch die Bedeu­tung von Gallus als Patron. «Er ist nicht nur ein Klos­ter­pa­tron, sondern wird mancher­orts beispiels­wei­se ganz volks­tüm­lich als Schutz­pa­tron des Viehs verehrt.»

Einfach an Haus­tü­ren klingeln

Ein Mittag­essen bei einem Ehepaar auf einem abge­le­ge­nen Bauern­hof und vor allem viele Begeg­nun­gen: Auch das gehört zu den Dingen, die Jakob Kurat­li Hüeb­lin erlebt, wenn er sich auf die Spuren­su­che von Gallus­ka­pel­len und ‑kirchen begibt. Oftmals sind diese abge­schlos­sen. «Mir bleibt dann nichts ande­res übrig, als einfach bei Häusern in der Nähe zu klin­geln, um zu erfah­ren, wer für die Kirche oder Kapel­le zustän­dig ist», sagt er. «Die Menschen freu­en sich dann oft. Sie tref­fen jeman­den, der aus einer ganz ande­ren Gegend kommt, wo es mit Gallus aber etwas stark Verbin­den­des gibt.»

www.sanktgallus.net, dort finden sich auch Infos zu den jewei­li­gen Gottes­diens­te in den verschie­de­nen Galluskapellen.

Text: Nina Rudnicki

Bilder: Ana Kontoulis

Veröf­fent­li­chung: 1. Novem­ber 2022

Archehof Rüegg

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