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Über die Schöpfung staunen

Schöp­fungsZeit lädt im Sep­tem­ber ein, sich bewusst mit dem Sehsinn auseinan­derzuset­zen.

Unter­richt­en mit Sehbeein­träch­ti­gung: Clau­dia Rupf aus Oberuzwil erzählt, wie das geht

«Sehen bedeutet immer auch, aufmerk­sam und acht­sam zu sein. Das würde ich als meine Stärken beze­ich­nen.»

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Hellebarden in «Tippilzou»

Ehe­ma­lige Schweiz­er­gardis­ten tre­f­fen sich im Rhein­tal

Hun­dert ehe­ma­lige Schweiz­er­gardis­ten tre­f­fen sich am zweit­en Sep­tem­ber-Woch­enende in Diepold­sau. «Diese Tagung ist auch eine Chance, bei jun­gen Män­nern das Inter­esse an der Schweiz­er­garde zu weck­en», sagt OK-Präsi­dent Ralph Lehn­er (33), «von meinem Dienst in Rom prof­i­tiere ich noch heute.»

«Aus der Pfar­rei Diepold­sau haben sich in jün­ger­er Ver­gan­gen­heit über­durch­schnit­tlich viele Män­ner für den Dienst in der Schweiz­er­garde entsch­ieden», so der gebür­tige Diepold­sauer Ralph Lehn­er. Deshalb habe sich «Tip­pil­zou» ger­adezu als Aus­tra­gung­sort für die Tagung ange­boten. Die Mitwirk­enden für das OK waren schnell gefun­den – es sind vier weit­ere ehe­ma­lige Diepold­sauer Gardis­ten und ein Gardist, der eine Diepold­sauerin geheiratet hat und deshalb ins Rhein­tal gezo­gen ist.


Offen­heit gel­ernt
Ralph Lehn­er, der heute als Stan­dort­förder­er des Kan­tons AR tätig ist, diente von 2007 bis 2009 in der Schweiz­er­garde. Die Kam­er­ad­schaft in der Garde habe ihn geprägt. Man eigne sich viele «Soft­skills» an, die einem pri­vat und beru­flich zugutekä­men. «Und bei den Wach­di­en­sten lernt man natür­lich auch den Umgang mit Ungeduld», merkt er lächel­nd an. «Mich hat damals die Vielfalt der Kul­turen und der Sprachen sehr beein­druckt, ich bin dadurch oener gewor­den.» Ihn selb­st zieht es bis heute immer wieder mal nach Rom. In seinem pri­vat­en und beru­flichen Umfeld werde er um «Geheimtipps» gefragt, wenn jemand eine Rom-Reise plant. «All­ge­meine Tipps sind schw­er, das hängt vom Inter­esse der jew­eili­gen Per­son ab», so der ehe­ma­lige Gardist, «aber es emp­fiehlt sich, den Peters­dom gle­ich am frühen Mor­gen zu besuchen. Da ist es noch ruhig.»

Mehr als Nos­tal­gie
Einige Kon­tak­te, die er in Rom und im Vatikan geknüpft hat­te, beste­hen bis heute. «Unsere Ehe­ma­li­gen-Tagun­gen sind wie ein Klassen­tr­e­f­fen und sich­er ein Stück weit auch von Nos­tal­gie geprägt», sagt Ralph Lehn­er, «wir sehen diese Tagun­gen aber auch als Chance, sicht­bar zu sein.» Die Schweiz­er­garde ver­sucht heute mit ver­schiede­nen Werbe­mass­nah­men, junge Män­ner für den Dienst im Vatikan zu motivieren. «Wichtig ist, dass man Jugendliche schon früh darauf aufmerk­sam macht», ist Ralph Lehn­er
überzeugt. Dies kön­nte auch der Grund sein, warum Diepold­sau in den let­zten zehn, zwanzig Jahren ver­glichen mit anderen Pfar­reien in der Ostschweiz über­durch­schnit­tlich viele Gardis­ten her­vorge­bracht habe. «Die meis­ten waren mit einem Gardis­ten ver­wandt, kan­nten einen per­sön­lich oder lern­ten die Schweiz­er­garde bei ein­er Min­is­tran­ten-Reise nach Rom ken­nen.»


Zurück ins Rhein­tal
Seinen Diepold­sauer OK-Kol­le­gen und ihm liege bei der Tagung im Rhein­tal aber auch noch etwas Anderes am Herzen: «Wir wollen unseren ehe­ma­li­gen Kam­er­aden zeigen, wie schön Diepold­sau und Umge­bung ist.» Auf dem Tagung­spro­gramm ste­ht unter anderem eine Fahrt mit dem Rhy­bähn­li bis zur Rhein­mün­dung. Auch Ralph Lehn­er kann nicht ohne Rhein­tal sein: Nach­dem er mehrere Jahre in Goss au gelebt hat, zieht er im Herb­st mit sein­er Fam­i­lie zurück nach Diepold­sau.

Stephan Sigg

Web­site Ehe­ma­li­gen-Tre­f­fen Schweiz­er­garde in Diepold­sau

Milch ins Spital gebracht

Die Vater-Kind-Beziehung wird heute viel bewusster gelebt. Doch auch schon in ver­gan­genen Jahrzehn­ten waren Väter für viele prä­gend. «Mein Vater war für mich bis zu seinem Tod eine wichtige Bezugsper­son», sagt Bea S.

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Brigitta Walpen und Theresia Weyerman leiten neu das "Haus der Stille"

Auszeit im Neckertal

Eine kleine Pen­sion mit spir­ituellem Charak­ter: So beschreiben There­sia Wey­er­mann und Brigit­ta Walpen das Haus der Stille. Seit Feb­ru­ar führen die bei­den die Unterkun­ft im ehe­ma­li­gen Kloster mit­ten in St. Peterzell.

Ins Haus der Stille geht, wer für ein paar Tage abschal­ten, medi­tieren und zur eige­nen Mitte find­en möchte. Das Gäste­haus hat vier Zim­mer. «Der Vorteil dieser Grösse ist, dass wir auf die indi­vidu­ellen Bedürfnisse der einzel­nen Gäste einge­hen kön­nen», sagt There­sia Wey­er­mann. Sie bietet im Haus der Stille ver­schiedene Exerz­i­tien­wochen an. Brigit­ta Walpen lädt Inter­essierte zu Feldenkraiskursen ein. «An welchen Ange­boten jemand teil­nehmen möchte, ste­ht allen Gästen frei», sagt Brigit­ta Walpen und fügt an: «Auch welch­er Reli­gion jemand ange­hört oder ob er oder sie kon­fes­sion­s­los ist, spielt keine Rolle. Wir fra­gen nicht danach.»

Langersehn­ter Traum

Zwei Jahre stand das Haus der Stille leer. Davor leit­eten dieses die Men­zinger Schwest­ern Paula Gasser und Vreni Büchel, bis sie in Pen­sion gin­gen. Brigit­ta Walpen kan­nte das Haus von einem Aufen­thalt vor vier Jahren. Bere­its damals waren die bei­den Schwest­ern auf der Suche nach ein­er Nach­folge. Brigit­ta Walpen inter­essierte sich für diese Auf­gabe, merk­te aber schnell, dass sie eine zweite Per­son für die Führung des Haus­es brauchen würde. Mit There­sia Wey­er­mann fand sie schliesslich eine Ver­bün­dete. Die bei­den Frauen hat­ten sich an ein­er Beerdi­gung im Kloster Namen Jesu in Solothurn ken­nen­gel­ernt und waren in losem Kon­takt geblieben. Nach einem gemein­samen Besuch in St. Peterzell beschlossen Brigit­ta Walpen und There­sia Wey­er­mann, sich beim Kirchen­ver­wal­tungsrat für die Hausleitung zu bewer­ben.

Fast schön­er als im Bern­bi­et

Ein halbes Jahr ist der Umzug von There­sia Wey­er­mann und Brigit­ta Walpen ins Haus der Stille nun her. Ihr Wag­nis bereut haben die bei­den nicht. Im Gegen­teil: Obwohl Brigit­ta Walpen und There­sia Wey­er­mann ihre Fam­i­lie und ihren Bekan­ntenkreis in Bern respek­tive im solothur­nischen Schö­nen­werd zurück­ge­lassen haben, fühlen sich die bei­den im Neck­er­tal wie zu Hause. «Mir gefällt es hier beina­he bess­er als im Bern­bi­et», sagt Brigit­ta Walpen und erzählt, wie sie während der kar­gen Win­ter­monate nach St. Peterzell zog und wenige Wochen später miter­lebte, wie die ganze Natur auf­blühte. Auch die Dorf­be­wohner­in­nen und ‑bewohn­er hät­ten sie her­zlich emp­fan­gen. «Das Klis­chee der ver­schlosse­nen Dör­fler stimmt ganz und gar nicht. Alle freuten sich, dass ins Haus der Stille wieder Leben zurück­gekehrt ist», sagt There­sia Wey­er­mann.

Dass die Wieder­eröfl­nung vom Haus der Stille mit der Ver­bre­itung des Coro­n­avirus und dem Lock­down zusam­men­fiel, emp­fan­den die bei­den nicht als Dämpfer. So nutzten sie die Wochen während des Lock­downs, um sich einzuleben. Sie beschlossen, den Tag in gemein­sames Medi­tieren am Mor­gen und am Abend einzu­bet­ten, was sie auch in Zukun­ft so beibehal­ten wer­den. Hinzu kom­men die gemein­samen Mahlzeit­en. Die übrige Zeit ste­ht für die indi­vidu­ellen Auf­gaben zur Ver­fü­gung.

Ent­lang des Neck­ers

Nur wenn alle vier Zim­mer im Haus der Stille ständig belegt wären, kön­nten sich There­sia Wey­er­mann und Brigit­ta Walpen zwei Löhne aus­bezahlen. Die 61-Jährige There­sia Wey­er­mann arbeit­et daher zudem Teilzeit in der Altenpflege. Brigit­ta Walpen ist seit einem Jahr pen­sion­iert. Aus­gle­ich und Ruhe zu ihren Auf­gaben im Haus der Stille find­en die bei­den selb­st in der Natur der näheren Umge­bung.

«Man braucht nur über die Strasse zu gehen und rechts abzu­biegen, schon ist man auf dem Rundweg dem Neck­er ent­lang», sagt Brigit­ta Walpen. There­sia Wey­er­mann fügt an: «Ausser­dem ist man mit dem öffentlichen Verkehr von St. Peterzell aus inner­halb ein­er Stunde fast über­all. Viele Besucherin­nen und Besuch­er sind erstaunt, wie gut erschlossen und abgele­gen zugle­ich das Haus der Stille liegt.» (nar)

Sandro Koch

«Die Existenzgrundlage brach weg»

Sar­ganser absolviert Spi­tal­prak­tikum in Buenos Aires

Der 26-jährige San­dro Koch aus Sar­gans will Pater wer­den und absolviert sein Noviziat in Argen­tinien. Ger­ade als die Coro­na-Pan­demie Südameri­ka erre­ichte, begann er ein Spi­tal­prak­tikum als Hil­f­spfleger in Buenos Aires.

«Mein Prak­tikum hat kurz vor den ersten Covid19-Fällen in Südameri­ka begonnen, ich habe die ver­schiede­nen Phasen der Pan­demie haut­nah miter­lebt», erzählt San­dro Koch. Als Hil­f­spfleger ist er im öffentlichen Spi­tal von Mar del Pla­ta im Süden von Buenos Aires im Ein­satz. «Unser All­t­ag war und ist weit­er­hin sehr durch die Pan­demie eingeschränkt. Bis Mitte Juni war es uns nicht erlaubt für einen Spazier­gang aus dem Haus zu gehen. Aus­flüge, Mess­be­suche, Ver­weilen am Strand und viele andere Freizeitbeschäf­ti­gun­gen in der Stadt sind nicht möglich. Zumin­d­est darf man sich nun hier in Mar del Pla­ta wieder zu Fuss ohne Ein­schränkun­gen – auss­er dem Tra­gen des Mund­schutzes – frei bewe­gen.» Das Land zu ent­deck­en oder Aus­flüge zu machen, sei weit­er­hin nicht möglich. «Nicht nur die Lan­des­gren­zen bleiben vor­erst geschlossen, son­dern auch der Verkehr zwis­chen den Prov­inzen und Städten ist stark eingeschränkt.»

Krisen­er­probt

Der Sar­ganser erlebe Argen­tinien momen­tan als ein Land, welch­es sich ein­er­seits der Gren­zen der Gesund­heitsin­fra­struk­tur bewusst sei und sich deshalb an die stren­gen Hygien­e­mass­nah­men halte, «ander­er­seits aber schon seit eini­gen Wochen langsam der Quar­an­täne müde wird und sich nach der Nor­mal­ität sehnt». «Dazu kommt die schwierige wirtschaftliche Lage, die viele Fam­i­lien belastet», hält San­dro Koch fest. «Die Men­schen in Argen­tinien sind aber Krisen­er­probt und dadurch vielle­icht etwas bess­er auf solche Momente vor­bere­it­et als wir in Europa.»

Ver­al­tete Infra­struk­tur

San­dro Koch bekommt bei seinem Prak­tikum im Spi­tal unmit­tel­bar mit, wie das öffentliche Gesund­heitssys­tem in Argen­tinien an ver­al­teter Infra­struk­tur und zum Teil auch an Mate­rial­man­gel lei­det. «Deshalb war vor allem zu Beginn der Pan­demie die Stim­mung anges­pan­nt und viele Pflegerin­nen waren sehr besorgt und unsich­er, weil sie schnell erkan­nten, dass das Gesund­heitssys­tem für eine Pan­demie dieses Aus­mass­es nur schlecht vor­bere­it­et war.» Schrit­tweise seien die Hygien­e­mass­nah­men im Spi­tal ver­schärft und laufend der Sit­u­a­tion angepasst wor­den. «Da in Mar del Pla­ta sich die Fal­lzahlen im niedri­gen ein­stel­li­gen Bere­ich belaufen und diese Patien­ten alle entwed­er zu Hause oder in pri­vat­en Kliniken der Stadt unterge­bracht wur­den, kam das öffentliche Spi­tal bis jet­zt noch ohne internierte Fälle davon. Man ist selb­stver­ständlich weit­er­hin vor­sichtig, doch die grosse Anspan­nung hat merk­lich abgenom­men.»

Ungewis­sheit

«Über 90 Prozent der Covid19-Fälle in Argen­tinien wur­den bis jet­zt im Gross­raum Buenos Aires reg­istri­ert», so San­dro Koch, «deshalb traf es die Men­schen hier am härtesten. Durch die lange, bisweilen sehr strenge Quar­an­täneregelung brach vie­len, vor allem armen Men­schen, die Exis­ten­z­grund­lage weg. Diese Per­so­n­en und Fam­i­lien leben meist von der Hand in den Mund – sie leben von dem, was sie am Tag auf der Strasse verkaufen.» Während der Quar­an­täne sei diese Einkom­men­squelle fast ersat­z­los wegge­fall­en. «Auch für den Mit­tel­stand – und ich würde sog­ar sagen für die Ober­schicht – ist diese Zeit mit Ent­behrun­gen und Ungewis­sheit ver­bun­den. Denn neb­st der Pan­demie dro­ht Argen­tinien nach wie vor die Gefahr des Staats­bankrotts.»

Paraguay und Chile

Eine vorzeit­ige Rück­kehr in die Schweiz sei für den 26-Jähri­gen The­olo­gen nie ein The­ma gewe­sen: «Trotz allem habe ich mir hier immer sehr sich­er und in ein gutes soziales Umfeld einge­bet­tet gefühlt.» Wenn alles nach Plan läuft, wird San­dro Koch Mitte August nach Paraguay reisen, wo er das let­zte Semes­ter des Noviziats absolvieren wird. «Danach geht es nach einem Ferien­aufen­thalt in der Schweiz für eine Ver­tiefung mein­er the­ol­o­gis­chen Stu­di­en nach Chile. Ich darf diesen span­nen­den Kon­ti­nent also noch etwas weit­er und ver­tiefter ken­nen­ler­nen.»

Stephan Sigg

San­dro Koch (ganz rechts) absolviert zusam­men mit anderen jun­gen Män­nern das Noviziat in Südameri­ka.

Wichtige Arbeit der Schönstatt-Bewegung

Der The­ologe San­dro Koch (26) entsch­ied sich «nach einem lan­gen Prozess der Suche sein­er per­sön­lichen Beru­fung», in die Schön­statt-Bewe­gung einzutreten und Schön­statt-Pater zu wer­den. Während seines Aufen­thaltes in Südameri­ka werde ihm deut­lich bewusst, wie wichtig die kar­i­ta­tive Arbeit der katholis­chen Bewe­gung sei: «Sie engagiert sich hier an mehreren Orten. In Argen­tinien leit­en die Schön­statt-Marien­schwest­ern Tagess­chulen und weit­ere Bil­dung­spro­gramme in ver­schiede­nen Armen­vierteln von Buenos Aires.» Daneben gebe es viele Aktio­nen von Jugendlichen, Fam­i­lien, Müt­ter­grup­pen, usw. die sich sozial engagieren. Viele dieser Pro­jek­te laufen auch in Zeit­en der Coro­na-Pan­demie weit­er. «Der Schön­statt-Bewe­gung kommt in der aktuellen Lage zugute, dass sie grund­sät­zlich laikal organ­isiert ist», sagt San­dro Koch, «so wer­den die soge­nan­nten «Laien» im Bewusst­sein für ihre kirch­liche Rel­e­vanz gestärkt und ermuntert, Kirche im Kleinen zu sein: In der Fam­i­lie, in der Ehe, in der Jugend­gruppe, in Müt­ter­grup­pen.»

erscheint in der Pfar­reifo­rum Aus­gabe 8/2020

Arnold Benz

Im Staunen weit voraus

Hat die Astro­physik Gott über­flüs­sig gemacht? Anerkan­nte Wis­senschaftler wie der mehrfache Ehren­dok­tor Arnold Benz wieder­legen diese Aus­sage. Der ETH-Pro­fes­sor der Astronomie plädiert für eine Ver­söh­nung von Urk­nall und Schöp­fung.

Die Astro­physik kommt der Null­stunde des Kos­mos immer näher. Wo haben ob all dieser Erken­nt­nisse Glaube, Schöp­fung und Gott noch einen Platz?
Arnold Benz: Andere Frage: Wo hat Kun­st, Trauer, Liebe und Ethik noch einen Platz? Man kann sie wed­er messen noch berech­nen. Sie alle haben mit dem men­schlichen Bewusst­sein zu tun. Sobald ein Men­sch an der Wahrnehmung teil­nimmt, wird sie von der Natur­wis­senschaft als sub­jek­tiv aus­geschlossen. Gott zeigt sich in den Erfahrun­gen unseres Lebens, wo er noch viel Platz hat. Die Welt ist gröss­er als die Natur­wis­senschaften wahrnehmen.

Eine Ihrer The­sen, die sich als Brück­en­schlag zwis­chen Schöp­fungs­glaube und physikalis­ch­er Kos­molo­gie ver­ste­ht, lautet: «Wer von Gott reden will, muss es mit men­schlichen Erfahrun­gen verbinden. Gott als Hypothese zur Erk­lärung des Natur­phänomens ist nicht beweis­bar und unnötig.» Weshalb darf Ihrer Mei­n­ung nach Gott nicht als Beweis­grund­lage für Natur­phänomene beige­zo­gen wer­den?
Wenn wir Gott in unserem Leben als gütig und über­wälti­gend erfahren, öff­nen sich unsere Augen für seine Spuren im Uni­ver­sum. Sie sind jedoch nicht von der Art, dass man daraus Gott berech­nen kön­nte etwa so wie die Winkel­summe im Dreieck. Es würde schlecht passen zu einem Gott, der von sich sagte: «Ich bin, der ich bin».

Was vor dem Urk­nall war, wis­sen Astro­physik­er nicht. Hat doch Gott das Uni­ver­sum geschaf­fen? Oder anders gefragt: Welche Daseins­berech­ti­gung hat Ihrer Mei­n­ung nach die Schöp­fungs­geschichte
nach Gen­e­sis?

Sonne, Mond, Erde und das meiste im Uni­ver­sum sind nicht im Urk­nall ent­standen. Die Geschichte des Uni­ver­sums ist eine faszinierende Abfolge von Vorgän­gen, durch die aus Chaos leben­snotwendi­ge Struk­turen gewach­sen sind. Das trit sich mit den Worten in Gen­e­sis 1, dass die Schöp­fung «gut» war. Mit «gut» ist gemeint, das Uni­ver­sum sei geord­net und wun­der­bar funk­tionell. Beson­ders schön finde ich den Gedanken, dass zum Schluss ein Tag der Ruhe und des Friedens fol­gt. Damit wird dem Kos­mos ein Ziel zuge­ord­net, das weit über die Astro­physik hin­aus­re­icht.


Gott zeigt sich in den Erfahrun­gen unseres Lebens, wo er noch viel Platz hat. Die Welt ist gröss­er als die Natur­wis­senschaften wahrnehmen.

Arnold Benz

Ihre Frau, Ruth Wiesen­berg Benz, ist Pfar­rerin. Wie brin­gen Sie die Span­nungs­felder Astro­physik und Glaube auf einen har­monis­chen Nen­ner? Muss man sich Ihre Ehe als ständi­ges Stre­it­ge­spräch
vorstellen?

Nein, wir stre­it­en nicht. Im Gegen­teil, wir haben uns – bei­de ver­witwet – gegen­seit­ig ange­zo­gen. Ich habe mich schon vor unser­er Heirat mit The­olo­gie befasst. Meine Frau ist mir im Staunen über das Uni­ver­sum weit voraus. Sie hat aus meinen Schriften Zitate aus­gewählt und zu einem gemein­samen Buch mit Bildern zusam­mengestellt. Es trägt den Titel «Wis­sen und Staunen».


Mal angenom­men Sie dürften Gott drei Fra­gen stellen, was er sich bei der Schöp­fung des Uni­ver­sums über­legt hat. Was wären dies für Fra­gen?
Ich möchte gerne wis­sen, ob es andere intel­li­gente Lebe­we­sen im Uni­ver­sum gibt und wenn ja: wo? Als zweites würde mich bren­nend inter­essieren, wie es kommt, dass die Vorgänge im Uni­ver­sum so fein abges­timmt sind, sodass es sich bis zur Entste­hung des men­schlichen Bewusst­seins entwick­eln kon­nte? Die abschliessende Frage wäre, wie weit das Uni­ver­sum jen­seits des für uns sicht­baren Teils geht. Auch wenn wir nicht wis­sen, wie gross das Uni­ver­sum ist: Fest ste­ht, in unser­er Galax­ie existieren vier­hun­dert Mil­liar­den Sterne.

Haben Sie einen per­sön­lichen Lieblingsplatz, um den Ster­nen­him­mel zu beobacht­en?
Ich würde den Ster­nen­him­mel am lieb­sten auf Titan beobacht­en, dem grössten Mond des Plan­eten Sat­urn. Da gibt es zack­ige, hohe Berge aus Wassereis und Seen aus Methan. Der Him­mel ist allerd­ings etwas getrübt vom Dun­st aus Tholin-Aerosolen. Es ist auch recht kalt auf der Ober­fläche mit minus 180 Grad.

Welche som­mer­liche Ster­nenkon­stel­la­tion find­en Sie per­sön­lich beson­ders faszinierend?
Ich liebe das Stern­bild der Kas­siopeia, das grosse W am Him­mel. In der Ver­längerung des zweit­en Vs nach unten sieht man von blossem Auge die Androm­e­da Galax­ie. Links der Kas­siopeia liegt Perseus mit ein­er Dunkel­wolke, in der ich einige Male mit dem Her­schel-Wel­traumte­leskop
Sterne beobachtet habe, die am Entste­hen sind.


In welchen Momenten fühlen Sie sich inmit­ten des Uni­ver­sums beson­ders klein?
Immer dann, wenn ich mir vor Augen führe, wie wenig wir immer noch vom Uni­ver­sum ver­ste­hen.

Ros­alie Manser

Simon Kaufmann

Die Milchstrasse über dem Alpstein

Nachts um drei Uhr im Alp­stein, der Toggen­burg­er Simon Kauf­mann ist mit sein­er Fotokam­era unter­wegs, um den Ster­nen­him­mel einz­u­fan­gen. Dabei bekommt er mit, wie die zunehmende Lichtver­schmutzung und Insta­gram die Nächte verän­dern.

Gewisse Fotos lassen sich nur während eines kurzen Zeit­fen­sters im Jahr real­isieren. Denn die Milch­strasse wan­dert im Laufe des Jahres über den Hor­i­zont„, weiss Simon Kauf­mann. Damit aber auch wirk­lich ein Gutes Foto entste­hen kann, müssen viele Fak­toren stim­men. In klaren Nächt­en sei während der Leer­mond­phase die Milch­strasse als ein schmales Band von blossem Auge zu erken­nen. «Durch die Langzeit­beleuch­tung kön­nen mit ein­er Kam­era auf den Auf­nah­men auch die Far­ben sicht­bar gemacht wer­den und plöt­zlich zeigt sich die Milch­strasse in ihrer ganzen Pracht.» Wo was wann am nächtlichen Him­mel zu sehen, erfährt Kauf­mann von mehreren Apps auf seinem Smart­phone. Doch ob es tat­säch­lich klappt, hängt von vie­len Fak­toren ab und ist dann doch fast wie ein Sechser im Lot­to. Teil­weise besucht er einen Ort über zehn Mal, bis er eine Auf­nahme nach seinen Vorstel­lun­gen machen kann. «Oft ste­ht einem nur ein kleines Zeit­fen­ster von ein paar Minuten zur Ver­fü­gung, ich muss also per­fekt vor­bere­it­et sein», erzählt Simon Kauf­mann, «wenn du diese Chance ver­passt, musst du oft ein Jahr oder noch länger warten bis zur näch­sten Gele­gen­heit.»

«Nachts unter dem Ster­nen­him­mel wird einem bewusst, wie klein und unbe­deu­tend wir eigentlich sind, es rel­a­tiviert sich vieles.»

Simon Kauf­mann

Den Gedanken aus­geliefert

Simon Kauf­mann ist als Sozialpäd­a­goge im Son­der­schul­heim Bad Son­der in Teufen tätig. Seit vie­len Jahren ver­lässt er regelmäs­sig seine Kom­fort­zone, um die Nächte im Alp­stein und in anderen Bergre­gio­nen der Schweiz zu ver­brin­gen. Nachts allein in den Bergen unter­wegs zu sein, sei eine mehrfache Her­aus­forderung: «Man schleppt viel Gepäck mit sich herum – das zehrt an den Kräften. Man ist allein mit sich und seinen Gedanken. Dabei hat man die Gele­gen­heit, um mit einem gewis­sen Abstand über alles nachzu­denken. Gle­ichzeit­ig regiert man plöt­zlich ganz sen­si­bel auf jedes Geräusch: der Wind, ein Fuchs, ein Bach … Wenn man zu wenig geschlafen hat oder psy­chisch oder physisch angeschla­gen ist, muss man echt auf­passen, nicht in einen neg­a­tiv­en Gedanken­strudel hineinge­zo­gen zu wer­den.» 

Wenn schon vor Mit­ter­nacht die Tem­per­a­turen drastisch fall­en oder ein Sturm aufzieht, kann die Sit­u­a­tion sehr schnell exis­ten­tiell bedrohlich wer­den. «Man begin­nt zu zählen: Es liegen noch acht Stun­den vor mir, bis wieder die erste Berg­bahn fährt. Bis dann bin ich ganz auf mich allein gestellt. Wenn etwas passiert, muss ich lange auf Hil­fe warten.» Durch das Allein­sein ver­stärke sich die Inten­sität des Erlebens noch ein­mal. Trotz­dem oder ger­ade deshalb sei bei Simon Kauf­mann irgend­wann das Bedürf­nis ent­standen, diese Erleb­nisse mit anderen zu teilen: die nächtliche Atmo­sphäre, eine bekan­nte Sil­hou­ette im Mondlicht oder das, was oben am Him­mel passiert. Inzwis­chen ist er bei seinen Aben­teuern meis­tens mit seinem Foto-Equip­ment unter­wegs. «Ich will mit meinen Fotos sicht­bar machen, was man mit dem Auge zu wenig oder gar nicht sieht.» 

Milch­strasse über dem Sän­tis

Den Ster­nen­him­mel ret­ten

Auch Simon Kauf­mann bekommt auf seinen Foto-Touren mit, wie die Nächte immer heller wer­den. «Wer vom Sän­tis nachts in Rich­tung Süden fotografiert, sieht einen riesi­gen Lichtkegel – die Lichter von Mai­land», so Kauf­mann. Auch die Stadt St.Gallen oder die Region Zürich seien als präg­nante Lichter­meere sicht­bar. «Es ist schon etwas befremdlich, wie von Men­schen verur­sachte Lichtquellen die Dunkel­heit ver­drän­gen», sagt er. Die zunehmende Lichtver­schmutzung mache es immer schwieriger, den Ster­nen­him­mel zu betra­cht­en, teil­weise seien Deep-Sky-Beobach­tun­gen – die Beobach­tung von astronomis­chen Ereignis­sen ausser­halb des Son­nen­sys­tems – von gewis­sen Stan­dorten aus gar nicht mehr möglich. Mit ein­er Umkehr dieser Entwick­lung ist wohl nicht zu rech­nen. «Der Nachthim­mel ist voll von blink­enden Flugzeu­gen und Satel­liten. Und jet­zt hin­ter­lässt auch noch Elon Musk mit seinem Satel­liten-Pro­jekt seine Spuren.» Geplant sind einige 10’000 Satel­liten. In der Schweiz gebe es heute nur noch vere­inzelte Regio­nen, in denen der Nachthim­mel nicht von kün­stlichen Lichtquellen gestört werde. «Vals im Bünd­ner­land und der Grim­sel­pass sind eine der let­zten.» Eine weltweite Bewe­gung von Fotografen und Astronomen ver­sucht mit Online-Aktio­nen und dem Hash­tag #save_our_night_sky auf das Prob­lem Lichtver­schmutzung hinzuweisen. Auch Simon Kauf­mann unter­stützt diese Ini­tia­tive. «Müssen wir wirk­lich jede Strasse die ganze Nacht hin­durch beleucht­en? Auf manchen ist oft stun­den­lang kein Auto unter­wegs.» Inzwis­chen gebe es ja tech­nis­che Alter­na­tiv­en für eine effizien­tere Beleuch­tung.

Vorschau(öffnet in neuem Tab)

«Warum um die halbe Welt fliegen, wenn die schön­sten Fleck­en direkt vor der Haustür liegen?»

Simon Kauf­mann

Direkt vor der Haustür

Kauf­manns Lei­den­schaft für die Fotografie habe sich aus der Fasz­i­na­tion am Draussen­sein entwick­elt: «Mich fasziniert die Schön­heit und die unendliche Vielfalt der Ostschweiz­er Land­schaft, der Tier- und auch der Pflanzen­welt in näch­ster Umge­bung. Ich liebe es, die Naturge­wal­ten zu spüren», sagt er, «oft werde ich dabei richtig demütig.» Während andere Fotografen jede Gele­gen­heit nutzen, um am anderen Ende der Welt auf Fotopirsch zu gehen, sucht Simon Kauf­mann lieber Bijous in sein­er Heimat. «Warum um die halbe Welt fliegen, wenn die schön­sten Fleck­en direkt vor der Haustür liegen?» Der Sozialpäd­a­goge lebt heute in Appen­zell. «Wer das Aben­teuer sucht, find­et dieses auch auf der Ebe­nalp.» Auch bei seinen Foto-Work­shops, die Kauf­mann regelmäs­sig anbi­etet, führt er die Teil­nehmer in den Alp­stein. «Mir ist es wichtig, dass ich den Teil­nehmern nicht nur in die Nacht­fo­tografie ein­führen kann, son­dern dass sie die Umge­bun­gen mit allen Sin­nen bewusst erleben.» 

Geheimtipps bleiben geheim

Durch Insta­gram boomt die Land­schafts­fo­tografie, es sind immer mehr Men­schen mit der Kam­era unter­wegs – auch in der Nacht. Simon Kauf­mann postet seine Bilder auf Insta­gram und Face­book, um andere an seinen Beobach­tun­gen teil­haben zu lassen. Auch er selb­st hat Insta­gramkanäle von anderen Natur­fo­tografen abon­niert. Doch er beze­ich­net diese App als Fluch und Segen zugle­ich. «Es ist toll, dass man so ganz ein­fach Fotos miteinan­der teilen kann und auf schöne Fleck­en aufmerk­sam wird.» Doch oft mausert sich ein Geheimtipp inner­halb kurz­er Zeit zum «Hotspot». Das Foto geht viral und Fotografen aus der ganzen Welt stürzen sich wie Heuschreck­en darauf. Dabei wird dabei nicht nur die Atmo­sphäre des Ortes gestört, son­dern auch die Natur geschädigt. «Ich würde mir da von den Fotografen mehr Ver­schwiegen­heit wün­schen. Nur so kann der Zauber eines Ortes bewahrt wer­den.» Er selb­st sei sehr zurück­hal­tend mit der Preis­gabe von genauen Ort­sangaben. «Und wenn, dann bekom­men diese Angaben nur Per­so­n­en, bei denen ich ein gutes Gefühl habe.» 

Stephan Sigg

Sommernächte im Alpstein

Stern­schnup­pen, Mond und Milch­strasse – wann haben Sie sich zulet­zt beim Blick in den Ster­nen­him­mel von Gottes Schöp­fung zum Staunen brin­gen lassen? Das Pfar­reifo­rum gibt Tipps für (spir­ituelle) Ent­deck­un­gen in wolken­losen Som­mernächt­en.

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Glas statt Plastik

«Leicht umsetzbar»

Umwelt­fach­mann beobachtet wach­sendes Ökolo­gie-Bewusst­sein bei Pfar­reien im Bis­tum St.Gallen

Wie kön­nen Kirchen ihren ökol­o­gis­chen Fuss­ab­druck reduzieren? Andreas Frei (Fach­stelle «oeku – Kirche und Umwelt») zeigt Ehre­namtlichen und kirch­lichen Mitar­bei­t­en­den bei der Lauda­to si-Impulsver­anstal­tung in Abtwil (siehe Kas­ten), welch­es Papi­er und welche Heiztech­nik die Schöp­fung am wenig­stens belastet.

Andreas Frei, oeku

Andreas Frei ist reformiert­er The­ologe und Mitar­beit­er bei oeku. In dieser Funk­tion begleit­et er seit mehreren Jahren Kirchge­mein­den und andere kirch­liche Insti­tu­tio­nen zu ihrem Ziel, nach­haltiger zu wer­den. Im Gebi­et des Bis­tums St.Gallen ist allerd­ings noch keine katholis­che Kirchge­meinde im Besitz des oeku-Labels «Grün­er Güggel». «Die Anfra­gen aus der Ostschweiz für Lehrgänge oder Refer­ate haben aber in let­zter Zeit merk­lich zugenom­men», rel­a­tiviert Andreas Frei die beschei­dene Nach­haltigkeits­bi­lanz der Kirchge­mein­den im Bis­tum.

Recy­cling­pa­pi­er

Eine mögliche Mass­nahme, wie Kirchen ihren jew­eili­gen ökol­o­gis­chen Fuss­ab­druck reduzieren kön­nten, ist die Opti­mierung der Heizungsan­la­gen. Andreas Frei konkretisiert: «Wer­den die Heizzeit­en mit einem pro­gram­mier­baren Ther­mo­stat den effek­tiv­en Nutzungszeit­en angepasst, kön­nen Kirchge­mein­den bis zu 15 Prozent der Heizkosten sparen. Zudem wäre es wün­schenswert, dass Gemein­den, die mit fos­silen Energi­eträgern heizen, auf erneuer­bare Energien umsteigen.» Auch beim The­ma Papi­er gibt es für zahlre­iche Gemein­den Luft nach oben. «Viele Pfar­reien ver­wen­den nach wie vor Frischfaser­pa­pi­er, wozu auch FSC zählt. Recy­cling­pa­pi­er benötigt kein Neuholz und ver­fügt über eine deut­lich bessere Öko­bi­lanz als Frischfaser­pa­pi­er.»

Vor­bild­funk­tion wahrnehmen
oeku will ganz im Sinne der Enzyk­li­ka «Lauda­to si» von Papst Franziskus die Mitar­bei­t­en­den von Kirchge­mein­den dazu ani­mieren, die Bewahrung der Schöp­fung in der Pfar­rei aktiv zu leben. «Als Werte-Insti­tu­tion hat die Kirche eine Ver­ant­wor­tung und Vor­bild­funk­tion. Wir müssen zuerst vor unseren eige­nen Kirchtüren kehren», betont der Ökolo­gie-Fach­mann. Bei einem Umwelt­man­age­mentsys­tem wie «Grün­er Güggel» wer­den sys­tem­a­tisch die ver­schiede­nen Bere­iche der Kirchge­meinde beleuchtet und so Verbesserungspoten­zial eruiert. «Die Leute staunen immer wieder, wo über­all pos­i­tive Mod­i­fika­tio­nen leicht umset­zbar wären», so Frei.

In den Hin­ter­grund gerückt
Im Sog der glob­alen Kli­made­bat­ten und ‑Bewe­gun­gen stellte Andreas Frei bei «oeku» ger­ade im let­zten Jahr eine höhere Nach­frage für Beratun­gen und Kurse fest. «Die Men­schen in den Pfar­reien woll­ten sich ver­stärkt mit dem The­ma ‚Bewahrung der Schöp­fung‘ auseinan­der­set­zen. Das hat viel mit ‚Lauda­to si‘ zu tun und auch mit den Kli­ma-Streik-Bewe­gun­gen, sowie der sich durch­set­zen­den Erken­nt­nis, dass eine andere Wirtschaft nicht nur nötig son­dern auch möglich ist.» Allerd­ings seien im Zuge von Covid 19 Umweltschutzbe­mühun­gen vorüberge­hend in den Hin­ter­grund gerückt. Coro­na habe neue Pri­or­itäten geset­zt, hält Andreas Frei fest. «Die Kli­ma- und Umweltkrise ist deswe­gen aber nicht ver­schwun­den. Die gesellschaftliche Debat­te darüber wird wieder zurück­kehren – auch in die Kirchge­mein­den.»

Preis­gekröntes St.Galler Kirchen­dach
Auch wenn aktuell im Bis­tum St.Gallen noch keine Kirchge­meinde im Besitz des «Grü­nen Güggel» ist, ver­fügt die Region den­noch über ein ökol­o­gis­ches Leucht­turm­pro­jekt: Das Solar­dach der Kirche Halden. Nach inten­siv­er Zusam­me­nar­beit der Evan­ge­lis­chen Kirchge­meinde Tab­lat, der Katholis­chen Kirchge­meinde St.Gallen sowie der SAK wurde im Sep­tem­ber 2010 die bis dato schweizweit grösste inte­gri­erte Solaran­lage auf einem Kirchen­dach eingewei­ht. Mit ihrer per­fekt ins Dach inte­gri­erten Pho­to­voltaik-Anlage erzeugt sie jährlich knapp 50 000 kWh Solarstrom, was in etwa dem Jahresver­brauch von 14 Haushal­ten entspricht. Für die gelun­gene Verknüp­fung solar­er Energien­utzung mit den hohen ästhetis­chen Ansprüchen ein­er Kirche erhielt die «Solarkirche Halden» den Solarpreis 2012.

Ros­alie Manser

 

Bis­tums- Ver­anstal­tung für mehr Umweltschutz

Papst Franziskus hat 2015 die Enzyk­li­ka «Lauda­to si» veröf­fentlicht. Der beherzt und mit wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen unter­legte Appell für einen nach­halti­gen Umgang mit der Schöp­fung sorgte weit über Kirchenkreise hin­aus für Aufmerk­samkeit. In diesem Mai rief der Papst ein «Lauda­to si-Jahr» aus. Dieses Mot­to-Jahr soll bis Mai 2021 dauern und dazu ani­mieren, sich inten­siv dem Schutz der Schöp­fung zu wid­men. Das Bis­tum St.Gallen und LOS-Team St.Gallen laden alle, die in der Kirche ehre­namtlich / frei­willig tätig sind, zur  Lauda­to si-Impulsver­anstal­tung am 1. Sep­tem­ber 2020, 19.00 Uhr, im Pfar­rei­heim Abtwil ein. Am 2. Sep­tem­ber find­et dieselbe Ver­anstal­tung für kirch­liche Mitar­bei­t­ende statt.

Infos und Anmel­dung (bis 21. August):

www.bistum-stgallen.ch/aktuelles/agenda/

 

Berggottesdienste

Auch in diesem Som­mer find­en im Alp­stein und in anderen Regio­nen des Bis­tums St.Gallen zahlre­iche Berggottes­di­en­ste statt. Hier find­en Sie eine Über­sicht.

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