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Gedanken der Leserinnen und Leser.

Die böse Priesterbruderschaft St. Pius X.

Leserbrief zum Artikel „Partizipation in Sachen Familie“ (5.2015)

Entsetzt bin ich gewesen, als ich den Artikel „Partizipation in Sachen Familie“ (Seite 8) der 5. Ausgabe 2015 von „Pfarrei Forum“ gelesen habe!
Zuerst spricht die Autorin über junge Mädchen, die die Synodengespräche von Bischof Büchel besucht haben, und macht sich lustig über sie, weil sie einen Rock trugen. Ich hatte nie gehört, dass es sich für eine Frau nicht ziemen würde, so gekleidet zu sein! Sogar sagt die Bibel: „Keine Frau darf Männerkleidung tragen, und kein Mann ziehe Frauenkleider an. Denn wer solches tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Gräuel“ (Dtn. XXII, 5). Es ist also nicht umsonst, dass der antichristliche Feminismus des 20. Jahrhunderts eine wahre Revolution bei der Frauenmode geführt hat, um damit das Schamgefühl und die Sitten verloren gehen zu lassen.
Entsetzt bin ich gewesen, dass eine katholische Zeitschrift junge Leute verspottet, welche noch den Mut haben, katholische Schulen zu besuchen, nach der katholischen Moral zu Leben, ohne Konkubinat, ohne Verhüttungsmittel, mit dem häufigem Empfang der hl. Kommunion und regelmässiger Beichte, um im Stande der Gnade zu sein. Und wenn diese Jugendlichen nicht „unsere Jugend“ (so sprachen Teilnehmer an den Synodengesprächen) sind, wo war denn „die Jugend“?
Entsetzt bin ich gewesen, dass man immer wieder die gleichen Märchen über die Priesterbruderschaft St. Pius X. erzählt. Wieso wäre sie seit 1975 von Rom getrennt, während ihr Gründer Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) immer versucht hat, gute Beziehungen mit Rom und mit dem Papst zu pflegen? Auch nach seinem Tode haben seine Nachfolger Kontakte und Gespräche mit Rom geführt, und Papst Benedikt XVI. hat im Jahr 2007 mit seinem Motu proprio „Summorum Pontificum“ gesagt, dass die lateinische tridentinische Messe nie verboten wurde, obwohl viele Bischöfe es während vierzig Jahre glauben lassen und sie verboten hatten. Benedikt XVI. hat auch im Jahr 2009 die ungerechtfertigte Exkommunikation der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft aufgehoben. (Übrigens ist der so genannte Holocaust-Leugner-Bischof nicht mehr Mitglied der Priesterbruderschaft.)
In den letzten Monaten haben ein Kardinal und Bischöfe diverse Priesterseminare und Priorate der Bruderschaft freundlich besucht, und während der theologischen Gespräche in Rom vor zwei/drei Jahren haben die Priester der Priesterbruderschaft die lateinische Messe im Petersdom ohne Problem zelebrieren dürfen.
Entsetzt bin ich gewesen, dass man immer wieder vorwirft, dass die Priesterbruderschaft dem zweiten Vatikanischen Konzil nicht folgt. Aber ist sie die einzige? Und ist alles im Konzil Dogma? Zum Beispiel sagt das Konzil in der Konstitution über die Liturgie: „Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht“ (Constitutio de Sacra Liturgia, 36.1). Wer gehorcht noch in diesem Punkt? Umgekehrt schwärmen die Anhänger des Konzils über den Ökumenismus und die Religionsfreiheit: Auf einmal sollen alle Religionen gut und Heilsmittel sein… Das einzige, was partout nicht geht, ist nach der katholischen Tradition zu leben, wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. es macht!
Wir sind also dankbar, wenn man uns als Katholiken leben lässt, und wir sind offen für konstruktive Gespräche in der Zeit des „Dialogs“!

Pater Marc Jacot, Priorat St. Karl Borromäus, Oberriet

Eine Frau geht ihren Weg (Biblische Frauenfiguren)

Ein paar Bemerkungen zum Beitrag von Frau Eva Sutter, Religionspädagogin der Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg, im Pfarrei-Forum Dez. 2014.

Mir scheint, Frau Eva Sutter möchte mit ihrem Beitrag eine Ehrenrettung für ihre Namensvetterin und Geschlechtsgenossin vornehmen. Die Kirche hat in ihrer Geschichte nie gelehrt, dass Eva die alleinige Sünderin im Paradies war. Auch Augustinus hat das nicht getan. Der Versuch, Eva aufzuwerten ist also überflüssig. Die Frau schlechthin wurde dann durch das „Ja“ zum Willen Gottes von Maria mehr als deutlich aufgewertet. Durch das „Nein“ zum Willen Gottes von Eva und Adam ist die Sünde in die Welt gekommen. Da gibt es nichts zu beschönigen. Frau Sutter schreibt: Unsere Übersetzung des biblischen Textes rede von einem Sündenfall, das zur Vertreibung aus dem Paradies geführt haben soll. Ja, zweifelt denn Frau Sutter daran? Auch scheint mir ihre Behauptung, Eva sei die Spenderin allen Lebens arg übertrieben. Gehört da nicht auch Gott und ein Mann dazu?

Auch wie sie mit dem Sündenfall unter der Überschrift „Entscheidender Schritt“ umgeht, habe ich meine Mühe. Sie schreibt: Eva wagt schliesslich den entscheidenden Schritt. Mit dem Biss in die Frucht des verbotenen Baumes, also gleichsam mit der Übertretung der Grenze, die ihnen Gott auferlegt hat, wird vieles anders. Ihnen gehen die Augen auf. Vielleicht bedeute dies; dass Eva und Adam nun bereit sind, den Garten Eden zu verlassen, um ihre eigene Aufgabe in der Welt anzutreten. Das würde dann heissen, dass der Ungehorsam ein mutiger Schritt gewesen wäre, der Adam und Eva befähigte, aus eigenem Willen den Garten Eden zu verlassen. War es denn keine Strafe? Und weiter schreibt sie: Gott selbst macht ihnen die Kleider, die sie nun tragen wollen. War es denn nicht so, dass sie merkten, dass sie nackt waren, dass sie sich schämten und ihr Geschlecht verdeckten? (Nebenbei: Moderne Schul-Sexual-Aufklärung tut alles, die natürliche Scham zu zerstören.)

Unter der Überschrift „Fähigkeit und Auftrag“ ist einiges richtig was sie schreibt. Nicht richtig ist: Wir haben die Fähigkeit, selber zu entscheiden, was gut ist und was nicht. Dies wollten Adam und Eva, nachdem es der Schlange gelungen war Zweifel zu säen, und sie sein wollten wie Gott. Dies ist die eigentliche Ursünde, die menschlichem Stolz entspringt. Gott hat uns mit den 10 Geboten gesagt, was Gut und was Böse ist. Jesus hat dies dann verdeutlicht.

Zum Schluss hat Sie geschrieben: Der biblische Mythos von Adam und Eva kann als Geschichte menschlicher Entwicklung und Verwandlung gesehen werden. Ein Mythos erklärt, was rational nicht erklärbar ist. Wenn Frau Suter die Geschichte biblischen Erzählens Mythos nennt, dann hat die Schlange auch hier Zweifel säen können.

Alois Juchli

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