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Lesenswertes aus dem Mantelteil des Pfarreiforum.

Einblicke - Das sind Texte, Artikel und Trouvaillen aus dem aktuellen oder einem der letzten Mantelteile zum Pfarreiforum. Sie zeigen die Vielfalt in den Pfarreien, Seelsorgeeinheiten und in unserem Bistum St. Gallen.

Editorial zur Dezemberausgabe 2018

«Es fehlt das lockige Haar!», so der Kommentar unseres Redaktionsteams, als wir den ersten Entwurf von Joël Roth betrachteten. Wir hatten dem jungen St.Galler Illustrator den Auftrag gegeben, «Stille Nacht, heilige Nacht» als Illu tration darzustellen. Nicht nur er, sondern unser ganzes Team lasen die sechs Strophen des Weihnachtsliedes ganz aufmerksam und stellten uns die Szenen plastisch vor. Welche Bilder sehen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie an Heiligabend «Stille Nacht, heilige Nacht» singen? Oder sind Sie zu sehr gebannt von der besonderen Atmosphäre in der dunklen Kirche, den Kerzen am Weihnachtsbaum? Der Text wirkt aus heutiger Sicht ziemlich verklärt. Trotzdem: Als die Aargauer Ordensfrau Silja Walter vor zwanzig Jahren eine zeitgemässere Version von «Stille Nacht, heilige Nacht» veröffentlichte, war der Aufschrei gross. In manchen Pfarreien sorgte die neue Version für Zwist. Die einen wollten unbedingt den neuen Text singen, die anderen am bisherigen festhalten.

2011 wurde «Stille Nacht, heilige Nacht» zum Unesco-Weltgut gekürt. Das Lied thematisiere den «Wunsch der Menschen nach allumfassendem Frieden», es fördere den «zwischenmenschlichen Austausch» und «das gegenseitige Verständnis». Es sei defi nitiv mehr als nur Rührungs-Kitsch an Heiligabend. «Stille Nacht, heilige Nacht» drückt die Hoffnung aus, dass ein Kind in der Krippe der Welt den langersehnten Frieden bringt, mit ganz einfachen Bildern. Der Wunsch nach Frieden ist zeitlos und deshalb singen wir auch 2018 ein hochaktuelles Lied. Wer sich an Weihnachten von der Hoffnung nach Frieden neu berühren lässt, muss sich vielleicht den Vorwurf gefallen lassen, naiv zu sein. Doch wer bei diesem Lied mitsingt, tut kund, noch nicht zum Kreis der Resi gnierten zu gehören. Eigentlich wäre Frieden ganz einfach, so simpel wie manches Bild in «Stille Nacht, heilige Nacht». Irgendwann wird es auch die ganze Welt kapieren.

Stephan Sigg, leitender Redaktor

Anonym und austauschbar
Taxi, Pizza, die neuen Turnschuhe – vieles kann heute im Internet oder via App mit einem Klick bestellt werden und wird innerhalb kürzester Zeit ins Haus geliefert. Der Kunde sieht nur das Ergebnis, wer im Hintergrund die Dienstleistungen ausführt und unter welchen Bedingungen das abläuft, bleibt unsichtbar. Die heutige Technologie treibt die Expansion der Dienstleistungsbranche voran und trägt gleichzeitig dazu bei, dass die Arbeitsbedingungen noch prekärer werden. Menschen werden zu einer anonymen Ware, die jederzeit und völlig unbemerkt ausgetauscht werden kann – dies laut Bartmann ganz im Gegensatz zu Dienerinnen und Dienern in den letzten Jahrhunderten, als Auftraggeber und Dienstpersonal eine persönliche Beziehung gehabt haben und durchaus über Aufstiegschancen verfügten.

Nicht nur die Bezahlung muss stimmen
Dass in einer Zeit, in der sich Konsumenten sehr viele Gedanken über Ökologie oder den Fairen Handel machen, aber kaum ein Bewusstsein für die Arbeitsbedingungen des Dienstleistungspersonals existiere, hält Bartmann für absurd. Was kann man als einzelner unternehmen? Bartmann fordert eine Vergewerkschaftung und Vergenossenschaftlichung. Mit einer guten Bezahlung des Personals sei nicht alles gelöst. Die Gesellschaft müsse «herausfinden, in welchem Umfang die Lebenschancen für die Angestellten selbst realisiert sind.» Bartmann formuliert dafür den Imperativ: «Beschäftige und bezahle Hausangestellte so, dass sie nicht gehindert sind, in ähnlicher Weise wie du ihre beruflichen und häuslichen Aufgaben und Wünsche zu erfüllen.» (ssi)

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