Das Geheimnis der Kirchenglocken

Kirchenkatze Simba ist in einer Glockengiesserei dem Geheimnis der Kirchenglocken auf der Spur. Die Herstellung von Kirchenglocken ist sehr aufwändig. Sie werden nach einer uralten Methode hergestellt. Viele Schweizer Kirchenglocken stammen aus der Glockengiesserei Rüetschi in Aarau.

Schritt 1

Zuerst wird aus Ziegeln in einer Gusswanne ein Kern gemauert. Auf diesen Kern wird eine Lehmschicht aufgetragen. Es werden mehrere Schichten aufgetragen. Am Schluss wird der Lehm von innen beheizt. Dabei handelt es sich um die Innenform der Glocke...

Schritt 2

Ist diese Innenform getrocknet, wird wieder Lehm aufgetragen, der genau der Form der späteren Glocke entspricht. Man nennt dies die falsche Glocke. Auf der Aussenseite der Form werden aus Wachs bereits die Inschriften und Verzierungen angebracht.

Schritt 3

Ist der Lehm der falschen Glocke trocken genug, wird sie mit Lehm überdeckt. Diese dritte Lehmschicht wird zum Glockenmantel. Ist alles fertig, wird das Ganze bei 600 bis 800 Grad ausgebrannt, ungefähr acht Stunden lang. Dann wird der Glockenmantel abgehoben. Die mittlere Lehmschicht aber, die falsche Glocke, wird zerschlagen und entfernt. Die äussere Form wird wieder aufgesetzt und in die entstandene Hohlform die Glockenspeise (Guss) eingefüllt.

Schritt 4

Die meisten Kirchenglocken bestehen aus Bronze. Die Bronze wird jetzt auf ca. 1100 Grad erhitzt und dadurch fl üssig. Sie wird zu den Gusslöchern geleitet, damit sie in die Hohlform fliessen kann.

Schritt 5

Nach ca. 4 Wochen Abkühlzeit ist die Glocke fertig. Jetzt wird der Klang der Glocke getestet. Wenn sie alle Tests bestanden hat, kann sie ausgeliefert werden.

Schritt 6

Die Glocke kommt bei der Kirche oder Kapelle an und muss nach oben in den Kirchturm gebracht werden. Am einfachsten geht das, wenn mehrere Hände mit anpacken und sie hinaufziehen.

Warum gibt es Kirchenglocken?

Wenn Kirchenglocken läuten, sind sie von Weitem zu hören. Sie kündigen zum Beispiel wichtige kirchliche Ereignisse an. Sie läuten vor dem Sonntag (also am Samstagnachmittag) und zeigen damit, dass der letzte Tag der Woche ein ganz besonderer Tag ist. Sie erklingen aber auch, bevor ein Gottesdienst beginnt und an bedeutenden Stellen im Gottesdienst. Ihr Läuten will die Menschen zum Gottesdienst einladen. Gleichzeitig erinnern die Glocken auch an Ostern und an Jesus, der von den Toten auferstanden ist. Denn an Ostern läuten die Glocken besonders laut und intensiv, um die freudige Nachricht von Jesu Auferstehung in die Welt zu tragen. Manche Kirchenglocken sind mit der Kirchenuhr verbunden und verkünden Zeit. Früher, als es noch kein Fernsehen, Radio und Telefon gab, wurden sie auch für die Übermittlung von wichtigen Neuigkeiten gebraucht. Wenn zum Beispiel ein schweres Gewitter drohte oder ein Feuer ausgebrochen war, wurde mit dem Glockengeläut auf die Gefahr hingewiesen.